Wilhelmsfelder Kerwelauf: Flott durch Feld und Flur (plus Fotogalerie)
Von Thomas Seiler
Wilhelmsfeld. Zum 18. Mal veranstaltete die TSG Wilhelmsfeld am gestrigen Sonntag ihren Kerwelauf. "Die Initiative geht auf Altbürgermeister Hans Zellner zurück, der bei uns im Verein eigens eine Leichtathletikabteilung gründete", erzählte Vorsitzender Klaus Höhr der RNZ von den Anfängen. Heute gehört das Sportereignis zu den angesagtesten Terminen in der Region.
Wen wundert’s, dass sich über 270 Teilnehmer in der Natur bewegen wollten. Ob über 6,4 Kilometer für Läufer, 10 für Läufer und Walker oder über 21,1 Kilometer als Königsdisziplin: Jeder zeigte sich begeistert von der beschaulichen Landschaft und unberührten Waldgefilden.
So lief Robert Schütz als Halbmarathonsieger erstmals im Luftkurort und wähnte sich trotz seiner Siegerzeit von 1:21 Stunden wie im Urlaub. Der 23-jährige Mathematikstudent, der für den Lauftreff der Uni Heidelberg startete, betrachtete die Jagd durch Feld und Flur als "ideale Übungseinheit" für anstehende Ultramarathonstrecken.
Nur fünf Sekunden langsamer überquerte Carlogero Parisi die Ziellinie. Der Sizilianer, der dem Marathon-Team Ketsch angehört, empfand wie der wiederum nur eine Sekunde schlechtere Dritte des Halbmarathons, Florian Heyer von der SG Stern Mannheim, alles als "herrlich, vor allem bei den vorwiegend schattigen Passagen".
Ähnlich kam auch die schnellste Frau, die für die MTG Mannheim startende Merle Brunnée, ins Schwärmen. Nur acht Sekunden langsamer als der männliche Sieger sprudelte aus der Medizinstudentin die Freude über die "total schöne Landschaft" heraus.
Um den gemeinsamen Kick ging es dagegen Christian Alles vom TV Schriesheim. Er rannte nämlich zusammen mit seinem vier Monate alten Sprössling Max, den er im Sportbuggy vor sich herschob. "Nur auf den letzten Kilometern fing er an zu quengeln, sodass ich nochmals einen Zahn zulegen musste", meinte er spitzbübisch zu seiner Zeit von 1:38 Stunden.
Für die Ziegelhäuser Oliver Prieschl, Dominik Scheid und Christoph Verhalen war der Lauf ein Heimspiel. Am "Prinzensitz" als höchsten Punkt mit knapp 500 Metern, den Bauernweg und Tanzplatz sowie der Kehrtwende beim "Münchel" weilten viele Fans der drei Hobbyläufer, weil "das alles in unserem Stadtteil liegt", erklärte Prieschl.
Die Ziegelhäuser Seite hatte es auch Klaus Hör angetan. Morgens um vier sei er dort gewesen, habe mit Passierbändern und Sägemehl die Strecke markiert und den "fantastischen Sonnenaufgang bei ganz wenig Wild" genossen.
Die Sonnenstrahlen interessierten den Sieger des Zehn-Kilometer-Laufes, Steffen Ulmrich von der MTG Mannheim, weniger. Dem frisch gebackenen Abiturienten und einstigen Deutschen Jugendmeister über die Zehn-Kilometer-Distanz ging es eher um einen "guten Trainingslauf" bei zehn Trainingseinheiten die Woche.
Zwei TSG-Sportler überzeugten gerade beim 6,4-Kilometer-Lauf. Der 12-jährigen C-Jugendspieler Maxim König wurde ebenso Zweiter. wie Jugendtrainerin Lena Krczal bei den Frauen.
45 Helfer mit Zellner an der Spitze sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung, ob beim Streckendienst oder den vier Verpflegungsstationen. Hinzu kamen noch zwei private Wasserduschen in der Schlossstraße und im Mitteldorf eine Station des privaten örtlichen Skiclubs nebst lebensgroßer Kuh aus Pappmaschee. Premiere feierte Andreas Wahlster von der der TSG Heidelberg als Moderator.

