Leichtathletik-Hallen-WM: Weitspringerin der LG Kurpfalz tritt an
Von Thorsten Eisenhofer
Heidelberg. Weitspringerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) sowie Ricarda Lobe (60 Meter Hürden) und 400-Meter-Läuferin Nadine Gonska (beide MTG Mannheim) gehören zum rund 20-köpfigen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham ab Donnerstag. Die Zielsetzungen sind dabei unterschiedlich.
Malaika Mihambo steht derzeit auf Rang sechs der Weltjahresbestenliste im Weitsprung. Bis zum vergangenen Sonntag wurde sie sogar auf Position drei geführt. Und trotzdem musste die 24-Jährige lange zittern, ob sie zu den Hallen-Weltmeisterschaften fahren darf. Das lag daran, dass der Internationale Leichtathletik Welt-Verband (IAAF) für Hallen-Weltmeisterschaften die Normen sehr hoch ansetzt, um die Startfelder künstlich klein zu halten. Das führte im Weitsprung dazu, dass nur zwei Athletinnen rechtzeitig die Norm von 6,76 Metern geschafft haben. In diesem Fall wird das Feld mit Springerinnen aufgefüllt, die diese im vergangenen Sommer gesprungen sind - oder in diesem Winter nur knapp daran gescheitert sind. Wie Mihambo, die Anfang Februar in Karlsruhe mit 6,72 Metern bis auf vier Zentimeter an den Nominierungsrichtwert herangekommen war.
Als der DLV Anfang vergangener Woche sein Aufgebot für Birmingham bekannt gab, fehlte die Schwetzingerin auch erst einmal. Sie wurde dann zwei Tage später vom Weltverband eingeladen. Trotz dieser grotesken Situation mit dem langen Zittern um das Birmingham-Ticket gehört die Olympia-Vierte bei der Hallen-WM nun zu den Edelmetall-Anwärterinnen. "Eine Medaille ist ein Ziel", sagt Mihambo, die am Sonntagnachmittag springt.
Dass Nadine Gonska in Birmingham über 400 Meter startet, ist ein bisschen überraschend. Auch für die 28-Jährige selbst. "Ich habe vor der Hallensaison mit meinem Trainer Rüdiger Harksen eigentlich gar nicht über die WM gesprochen", erzählt die Athletin der MTG Mannheim. Aufgrund der Doppelbelastung durch ihr Referendariat an einer Grundschule in Ladenburg waren eigentlich nur wenige Rennen und eine kurze Hallensaison angedacht. Dann lief sie aber Mitte Januar bei den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften in 52,87 Sekunden eine klasse Zeit - und unterbot überraschend den WM-Richtwert. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften steigerte sie sich noch einmal auf 52,84 Sekunden. Und so sagt Gonska nun vor ihrer ersten Teilnahme an einer Hallen-Weltmeisterschaft recht selbstbewusst: "Wenn es mir gelingt, erneut eine gute Zeit zu laufen, traue ich mir den Einzug ins Halbfinale zu." Vorlauf und Halbfinale über 400 Meter finden beide am Freitag statt.
Während Nadine Gonska vor knapp zwei Wochen mit dem Sieg über 400 Meter bei den deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund ihren ersten nationalen Titel im Einzel feiern konnte, liefen die Titelkämpfe für Hürdensprinterin Ricarda Lobe nicht nach Plan. Sie schied im Vorlauf über 60 Meter Hürden aus und hatte Glück, dass anschließend keine weitere Konkurrentin die Norm für Birmingham packte. Ansonsten wäre Lobe wohl nicht nominiert worden.
Lobe will in Birmingham nun ihre Hallen-Bestzeit von 7,97 Sekunden angreifen. In dieser Saison ist ihre schnellste Zeit bislang 8,08 Sekunden. Gelingt das, ist einiges möglich. "Das Finale zu erreichen, wäre schon ein großer Traum", sagt die 23-Jährige, die zumindest im Halbfinale dabei sein will. "Eine WM ist ein Meilenstein, um Wettkampfkompetenz zu gewinnen", sagt Trainer Harksen. Die erste Runde über 60 Meter Hürden der Frauen findet am Freitag statt, alle weiteren Rennen folgen dann am Samstag.

