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Netzhoppers fiebern Pokal-Viertelfinale entgegen

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24.11.2020 19:33
Netzhoppers Königs Wusterhausen e.V.
Im Viertelfinale des DVV-Pokals müssen die Netzhoppers KW-Bestensee am Mittwochabend um 19.30 Uhr bei Titelverteidiger BR Volleys antreten. Im vergangenen Jahr war bereits im Achtelfinale für die Dahmeländer gegen die Hauptstädter Endstation. In der heimischen Landkost-Arena unterlagen die Brandenburger am 3. November 2019 den Volleys klar mit 0:3-Sätzen.
Doch das Gesicht der Mannschaft um den französischen Coach Cédric Énard hat sich seit dem deutlich verändert. Leistungsträger wie Kyle Ensing, John Hatch, Jeffrey Jendryk, Georg Klein, Nicolas Le Goff und Moritz Reichert haben das Team des Deutschen Meisters verlassen. Dass die neue formierte BR-Mannschaft noch nicht wirklich gut eingespielt ist, sieht man an bereits gezeigten Resultaten in dieser Saison. Am dritten Spieltag verlor das Énard-Team mit 1:3-Sätzen bei den Volleyball Bisons Bühl. Das war die erste Niederlage in der Bundesliga für die Berliner nach 15 Monaten. Die zweite setzte es dann am vergangenen Samstag, als sich der VfB Friedrichshafen in der Messehalle, dem neuen Spielort des Teams vom Bodensee, klar mit 3:0 im Spitzenspiel gegen die BR Volleys durchsetzte.
Netzhoppers-Routinier Dirk Westphal, der die kürzeste Anreise aller Spieler hat (er lebt mit seiner Familie nur 300 Meter von der Max-Schmeling-Halle entfernt), glaubt aufgrund der momentanen Schwächephase des Viertelfinalgegners an eine kleine Chance, das Pokal-Halbfinale zu erreichen. „In vier Vorbereitungsspielen vor dieser Saison gegen die BR Volleys haben wir gemerkt, dass wir mithalten können“, sagt der ehemalige 78-fache Nationalspieler. Um aber für eine Überraschung sorgen zu können, könne sich sein Team von Anfang an kaum Fehler erlauben. „Wir dürfen uns keine fünfminütige Auszeit nehmen, um kurzzeitig zu verschnaufen. Wir müssen durchpowern und auch mental absolut auf der Höhe sein. Nur so haben wir eine kleine Möglichkeit, Geschichte zu schreiben.“ Das Pokal-Halbfinale haben die Netzhoppers noch nie erreicht.
Anfang des Jahres wäre Westphal und seinen Mitspielern dafür fast eine Überraschung in der Schmeling-Halle gelungen. Am 19. Januar 2020 führten die Netzthoppers im Bundesligaspiel schon mit 2:0-Sätzen. Am Ende konnten die Berliner nach einem ziemlich harten Kampf dieses Berlin-Brandenburg-Derby gerade noch so mit Ach und Krach mit 3:2 gewinnen. „Da waren wir schon drauf und dran, den zweiten Erfolg in der Bundesliga-Geschichte der Netzhoppers gegen die BR Volleys einzufahren. Diesmal bin ich wirklich gespannt auf die Reaktion der Berliner, sollten wir erneut mit 2:1 und 2:0 vorne liegen. Ob ihnen dann noch einmal so eine Aufholjagd wie im Januar gelingt, wage ich zu bezweifeln“, sagt Westphal.
Der gebürtige Hauptstädter Westphal begann seine Karriere 1994 beim Berliner TSC und spielte in seiner weiteren Laufbahn beim VC Olympia, SCC Berlin, Taranto, Fenice Volley Isernia, Asse-Lennik, Knack Roselare, Czarni Radom Nantes Volley, Shahrdari Tabriz und in Düren.
2018 unterzeichnete er bei den Netzhoppers einen Vertrag, mit denen er nun die Volleys überraschen will. Eine zusätzliche Chance sieht der 34-jährige Außenangreifer darin, dass Weltklasse-Zuspieler Sergej Jurjewitsch Grankin wohl verletzt ausfallen wird. Der russische Nationalspieler zog sich beim Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Giesen einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zu und muss seit dem 17. November eine unfreiwillige  Zwangspause einlegen. Wie schmerzlich die Hauptstädter ihren Zuspieler vermissen, konnte man bei der Niederlage in Friedrichshafen sehen. „Wir gehen davon aus, dass Sergej gegen uns nicht auflaufen wird, da ein Einsatz für ihn definitiv zu früh kommen würde“, sagt Westphal.
Der Ausfall des Russen wäre für die Volleys sicherlich ein großes Handicap, obwohl sein Vertreter Pierre Pujol auch ein sehr guter Zuspieler ist. „Jedoch ist Grankin auf seiner Position ein Weltklassemann, der sehr schwer zu ersetzen ist“, sagt Westphal, „Sergej ist auch nicht der Mann mit den Hammer-Aufschlägen, sondern agiert sehr taktisch und hat einen sehr guten kurzen Aufschlag, mit dem wir in der Vergangenheit immer so unsere Probleme hatten. Seine Qualitäten liegen aber meiner Meinung nach doch mehr im Zuspielbereich, wo er mit seiner ganzen Erfahrung die Angriffe der BR Volleys mit einer ungeheuren Präzision einleitet. Das können auf der Welt nur wenige Zuspieler so wie er.“
 Einen weiteren kleinen Vorteil sieht der 2,03 Meter große Westphal darin, dass dieses Match aufgrund der Coronavirus-Situation ohne Zuschauer ausgetragen wird. „Zwar sind die BR Volleys an die große Halle gewöhnt, trotzdem fehlt ihnen die lautstarke Unterstützung ihrer Fans. Deshalb ist es für die Auswärtsmannschaft vielleicht etwas leichter, dort zu gewinnen“, sagt Westphal, der sich sehr auf die Partie gegen seine alte Mannschaft freut. 2009 hatte er den Verein in Richtung Prisma Taranto verlassen. Der letzte Akteur, mit dem er in Berlin zusammen spielte, hieß Felix Fischer. „Der spielt auch nicht mehr da, sondern in der letzten Saison bei der SG Prieros/KW in der Regionalliga“, erzählt der Netzhoppers-Akteur. Er freue sich trotzdem auf die gesamte BR-Mannschaft, „in der sehr nette Leute spielen. Es sind gute Spieler, die zudem sehr faire Sportsmänner sind.“
Der schmerzhafte Dämpfer beim deutlichen 0:3 in Friedrichshafen und die nach sechs Spielen unbefriedigende vierte Tabellenposition in der Bundesliga werden für die BR Volleys im Duell gegen die Netzhoppers jetzt zur mentalen Probe. „Wir wissen, dass unsere Fans nach der Niederlage beim VfB eine Reaktion erwarten und auch verdient haben. Diese wollen wir gegen die Netzhoppers zeigen und unbedingt eine Runde weiterkommen“, betont Zenger, wie wichtig ihm und seinen Mitspielern der DVV-Pokal ist.
Um dieses Vorhaben von Zenger zu unterbinden, hat sich die Netzhoppers-Mannschaft die Niederlage der Berliner beim VfB auf Video angeguckt. Coach Christophe Achten hat dabei ausdrücklich auf die Schwächen des Gegners hingewiesen. „Wir sind gut von Christophe auf unseren Gegner vorbereitet worden. Jetzt liegt es an uns, das Beste daraus zu machen, um endlich wieder einmal gegen die BR Volleys erfolgreich zu sein“, sagt Westphal. Mit dem Sieg in Friedrichshafen, zu Hause gegen Frankfurt und in Lüneburg habe das Team bewiesen, „dass wir immer für eine Überraschung gut sind.“ Das sollen nun auch die Berliner erfahren.
Die Partie kann wieder live auf sporttotal.tv verfolgt werden.

Der Beitrag Netzhoppers fiebern Pokal-Viertelfinale entgegen erschien zuerst auf Netzhoppers.

Quelle: Netzhoppers Königs Wusterhausen e.V.

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