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Trotz Fall Balogun: Belgien wirft die USA aus Fußball-Weltmeisterschaft

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Ungeachtet der Diskussion um Folarin Balogun hat Belgien bei der Fußball-WM das Viertelfinale erreicht. Die USA blieben vor heimischem Publikum chancenlos. Die USA sind als dritter und letzter Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden. In Seattle unterlag das Team von Trainer Mauricio Pochettino vor heimischem Publikum gegen Belgien deutlich mit 4:1. Das Spiel war zuvor durch die Rücknahme der Rotsperre von US-Stürmer Folarin Balogun überschattet worden. Der Mittelstürmer bot über weite Strecken des Spiels eine unauffällige Leistung. So verlief das Spiel Vor 66.925 Zuschauern – darunter auch der schwer in der Kritik stehende FIFA-Präsident Gianni Infantino – zeigte der letzte verbleibende Co-Gastgeber seinen mit Abstand schwächsten Turnierauftritt. Zuvor waren auch Kanada (0:3 gegen Marokko) und Mexiko (2:3 gegen England) ausgeschieden. Weil der Entscheidung zum Aussetzen der Sperre auf Bewährung für Stürmer Balogun ein Telefonat zwischen Präsident Trump und Verbandsboss Infantino vorausging, entwickelte sich der Fall in den vergangenen eineinhalb Tagen zu einem der größten Fußball-Skandale in der WM-Historie. Infantino sah am Montag (Ortszeit) aus einer Loge zu, wurde aber anders als bei den meisten weiteren Partien nicht groß auf den Stadionleinwänden eingeblendet. Balogun selbst lief wie erwartet auf und holte den Freistoß zum 1:1-Ausgleich der USA durch Bayer Leverkusens Malik Tillman (31. Minute) heraus. Doch Belgien zeigte seine beste Leistung im Turnier und bekommt es nach zwei Toren von Stürmer Charles De Ketelaere (9./33.) sowie Treffern von Hans Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (90.+3) im Viertelfinale am Freitag (21.00 Uhr/MESZ) in Inglewood bei Los Angeles mit Europameister Spanien zu tun. Das WM-Achtelfinale durch den in der WM-Geschichte beispiellosen Fall Balogun zu weit mehr als einem normalen Fußballspiel avanciert. Und die USA ließen es sich nicht nehmen, das Spiel mit noch mehr Pathos aufzuladen und ihren Stürmer im Lumen Field besonders frenetisch zu feiern. Schon beim Aufwärmen erhielt der 25-Jährige, der beim 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen hatte, lautstarken Applaus. Auf dem Rasen tauchte Balogun zunächst ab. Nach 25 Minuten waren gerade einmal zwei Ballkontakte für den Stoßstürmer der USA notiert. Belgien führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:0, nachdem De Ketelaere auf Zuspiel von Nicolas Raskin zur frühen Führung verwandelt hatte. Belgiens Trainer Rudi Garcia hatte eine mutige Aufstellung ohne die Routiniers Romelu Lukaku und Kevin De Bruyne sowie ohne Shootingstar Jeremy Doku gewählt. Kurz nach der ersten Trinkpause war Balogun erstmals richtig in Aktion und holte nach einem Foul von Maxim De Cuyper einen Freistoß in gefährlicher Position heraus. Der vom späteren Torschützen Vanaken abgefälschte Versuch von Tillman landete unhaltbar für Thibaut Courtois im Tor zum Ausgleich. Den Torhüter der Belgier buhten die US-Fans in Seattle besonders kräftig und ausdauernd aus. "Seattle is loud", hieß es auf einigen Transparenten. Und so war es, besonders von der Nationalhymne bis zum ersten Gegentor. Denn auch der Ausgleich hielt nicht lange: Schon 61 Sekunden später war es erneut De Ketelaere, der eine präzise Flanke von Leandro Trossard aus kürzester Distanz einköpfte. Unmittelbar vor der Halbzeit hatte Balogun dann die riesige Chance, erneut auszugleichen. Doch der Stürmer schoss aus kürzester Distanz über das Tor. In den bisherigen WM-Partien waren ihm drei Treffer gelungen. Die USA kamen nie mehr richtig zurück ins Spiel und erschienen seltsam fahrig. Die Profis um Kapitän Tim Ream wirkten so, als sei dieses Spiel eine Nummer zu groß und zu sehr aufgeladen für sie. Der beste Beleg dafür war das dritte Gegentor, als der zuvor bei der WM solide Torhüter Matt Freese böse patzte und Vanaken so einen Schuss ins leere Tor ermöglichte. Mit dem dritten Treffer der abgeklärten Belgier war auch der Traum, dass Kapitän Ream am 19. Juli in East Rutherford bei New York als erster US-Kapitän überhaupt den WM-Pokal in die Höhe strecken könnte, geplatzt. Großer Jubel kam im Lumen Field, in dem an einem herrlichen Sommernachmittag die Partie mit ohrenbetäubendem Lärm begann, nur noch einmal auf: Als Sänger und Edelfan Eddie Vedder für die Fans auf dem Videomonitor eine Bierdose auf einen Schluck in den Mund und dabei die Hälfte über sein Shirt kippte. Das Publikum johlte. Sportlich war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Lukaku setzte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit noch einen letzten Nadelstich. "Gewisse Gerechtigkeit" Belgiens Kapitän Youri Tielemans gab nach dem Abpiff Einblicke, wie sehr die Causa Balogun die Mannschaft beschäftigt hatte. "Seien wir ehrlich: Wir haben eine Besprechung abgehalten, als wir von den Neuigkeiten gehört haben", sagte Kapitän Tielemans über die überraschende Begnadigung Baloguns: "Wir haben uns gesagt, dass wir unsere Antwort auf dem Platz geben müssen. Genau das haben wir heute getan. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft." "Ich denke, dass es im Leben immer eine gewisse Gerechtigkeit gibt. Was passiert ist, kann man nennen, wie man will, aber wir hatten nicht das Gefühl, dass es gerecht war", sagte Mittelfeldspieler Nicolas Raskin. Er denke, "dass uns das vielleicht ein bisschen zusätzliche Energie gegeben hat". Tielemans lobte den "echten Kampfgeist" seines Teams. "Wir wollten gut ins Spiel starten – etwas, das uns zuvor im Turnier gefehlt hatte. Wir wussten: Wenn wir sie unter Druck setzen, würden sie Fehler machen", sagte er. Im Viertelfinale treffen die Belgier am Freitag in Los Angeles auf Europameister Spanien.

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