Chill Guy zwischen Hype und Rückschlägen: Dean Huijsen feiert 21. Geburtstag
Feliz cumpleaños! Dean Huijsen wird 21 Jahre alt. Zwischen den Glückwünschen darf auch gespannt auf die Zukunft geblickt werden, immerhin ist der junge Innenverteidiger ein Spieler, der in kürzester Zeit vom Hoffnungsträger zum Diskussionsthema wurde und aktuell wohl wieder die Kurve zu bekommen scheint.
Geboren am 14. April 2005 in Amsterdam, mit niederländischen Wurzeln und in Spanien aufgewachsen, vereint Huijsen zwei Fußballkulturen in sich. Er lief zunächst für niederländische Juniorenteams auf, entschied sich später aber bewusst für Spanien. Als der 1,97-Meter-Mann im vergangenen Sommer vom AFC Bournemouth an die Concha Espina wechselte, handelte es sich nicht um irgendeinen Transfer: Rund 59,5 Millionen Euro ließen sich die Blancos den in der Jugendakademie von Juventus in Turin ausgebildeten Verteidiger kosten – eine Summe, die ihn direkt in die Kategorie der teuersten Abwehrspieler der Vereinsgeschichte katapultierte.
Sportlich kam er genau zum richtigen Zeitpunkt: Die verletzungsgeplagte Innenverteidigung der Königlichen brauchte dringend frische Kräfte und Huijsen lieferte. Seinen ersten großen Eindruck hinterließ er bei der Klub-WM unter Ex-Trainer Xabi Alonso. Dort fiel er sofort auf, wie spielstark im Aufbau, mutig am Ball und vor allem erstaunlich ruhig hat der Spanier agiert. Für sein Alter wirkte die Nummer 24 bemerkenswert abgeklärt, fast schon untypisch für einen zum damaligen Zeitpunkt 20-jährigen Innenverteidiger. Sein Spitzname „Chill Guy“ war in dieser Phase Programm. Die Madridistas begannen von einem modernen Abwehrchef für die Zukunft zu träumen.
Doch der steile Aufstieg bekam schnell erste Risse. Im Laufe der Saison ließ die Konstanz nach, Fehler schlichen sich ein – teilweise in einer Form, die man so von ihm nicht erwartet hatte. Symbolisch für diese Zeit stand auch eine viel diskutierte, beinahe schon lächerliche rote Karte, die ihm eine Sperre einbrachte und für Kopfschütteln sorgte. Ein Moment, der sinnbildlich für seine zwischenzeitliche Unsicherheit stand. Als wäre das nicht genug, blieb auch Huijsen vom Verletzungspech der Madrider Defensive nicht verschont, obwohl er zuvor kaum als anfällig galt. Rhythmus und Selbstvertrauen gingen verloren.
In den jüngsten Wochen zeigt die Entwicklung jedoch wieder leicht nach oben. Huijsen wirkt stabiler, konzentrierter und knüpft zunehmend an seine guten ersten Eindrücke an. Die groben Fehler werden weniger, sein Spiel wieder klarer. Noch ist nicht alles auf Top-Niveau, aber der Trend stimmt. Gerade für einen 21-Jährigen ist diese Phase vielleicht sogar entscheidend, um zu lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Als logische Konsequenz könnte Dean Huijsen sogar als einziger Spanier der Blancos an der bevorstehenden Weltmeisterschaft teilnehmen und steht unterm Strich exemplarisch für das, was junge Spieler bei Real Madrid erwartet: Enorme Erwartungen, wenig Geduld, aber auch die Chance, sich auf der größten Bühne zu beweisen. Zum 21. Geburtstag bleibt festzuhalten: Der Chill Guy hat bereits gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Jetzt geht es darum, dieses dauerhaft abzurufen. Ob er aber auch im Rückspiel gegen den FC Bayern starten darf, ist eher unwahrscheinlich, denn nach Éder Militãos Comeback scheint erstmal der Brasilianer wieder gesetzt zu sein an der Seite von Antonio Rüdiger. Aber wer weiß, vielleicht hat Huijsen so auch am Mittwoch was zu feiern, nicht nur am heutigen Dienstag.
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