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Schriesheim: Vorerst kein Discounter im Säulenweg

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		Schriesheim:  Vorerst kein Discounter im Säulenweg

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Es bleibt dabei: Im Säulenweg auf dem Gelände des Autohauses Dörr wird sich so schnell kein Discounter ansiedeln. Am Montagabend stimmte der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) einstimmig gegen insgesamt drei Bauvoranfragen ein und desselben Unternehmens. Diese unterschieden sich nur nach der geplanten Verkaufsfläche (399, 799 und 1055 Quadratmeter).

Dabei folgten die Stadträte einstimmig einer Empfehlung des Bauamtes: Das gesamte Areal müsse erst verkehrsmäßig erschlossen werden, die Zufahrt zum Mini-Gewerbegebiet wie auch der Säulenweg seien für neue Verkehrsmassen nicht ausgelegt.

Außerdem verfolge man das Ziel "einer geordneten städtebaulichen Entwicklung", so Beate Kreis vom Bauamt. Schließlich ist das ja auch als Stadteingang eine exponierte Stelle. Und Kreis weiter: "Wir haben erhebliche Bedenken, dass ein Discounter an dieser Stelle diesem Ziel gerecht wird."

Den Anstoß, sich um das Gebiet am nördlichen Ortsausgang Gedanken zu machen, hatten die Pläne von Edeka gegeben, ihren in die Jahre gekommenen Markt zu erweitern. Auf seiner letzten Sitzung vor gut zwei Wochen hatte der Gemeinderat für das gesamte Gebiet zwischen Haydnstraße und Säulenweg eine Veränderungssperre beschlossen – es kann hier also in den nächsten zwei Jahren nichts ohne Zustimmung des Rates verändert werden.

Und genau in diese Veränderungssperre platzte das Vorhaben des Discounters – nach RNZ-Informationen handelt es sich dabei um "Netto" –, sich hier anzusiedeln. Man kann trefflich darüber streiten, ob der Drang nach einem neuen Schriesheimer "Netto"-Markt etwas mit der "Edeka"-Erweiterung zu tun hat oder nicht, aber "Netto" ist seit 2005 eine hundertprozentige "Edeka"-Tochter.

Die Veränderungssperre führten auch im ATU die Stadträte als Grund für ihre Ablehnung des Discounter-Vorhabens an: "Die Veränderungssperre ist ja nicht aus heiterem Himmel gekommen", sagte Michael Mittelstädt (CDU). Rainer Dellbrügge (SPD) sah es genauso: "Wir haben nicht umsonst die Veränderungssperre erlassen, um genügend Zeit zu haben, das Gelände zu entwickeln." Die ganze Infrastruktur und die Anbindung seien im Moment noch nicht so, dass sich hier neue Märkte mit entsprechendem Verkehr ansiedeln können.

Er machte außerdem darauf aufmerksam, dass das Autohaus "noch genutzt und noch nicht verkauft" sei. "Wir brauchen hier eine geordnete Entwicklung", meinte auch Jutta Becker (Freie Wähler). Ulrike von Eicke (FDP) sagte: "Wir brauchen viel Zeit, wir müssen das Gelände als Ganzes betrachten." Georg Grüber (Grüne Liste) machte es kurz und bündig: "Wir sehen das so wie die Verwaltung und lehnen das ab."

Diese Entscheidung ist wohl ganz nach dem Geschmack der Anwohner, von denen sich etliche zur ATU-Sitzung aufgemacht hatten. Die waren auch schon Mittelstädt aufgefallen: "Da gibt es große Diskussionen, das sieht man am Interesse an der heutigen Sitzung." Tatsächlich waren Helmut Gayer, Horst Diemer und Gerhard Riedinger im Rathaus, um sich ein Bild von dem zu machen, was auf sie in der Haydnstraße zukommen könnte.

Man habe absolut nichts gegen eine Erweiterung des "Edeka"-Markts, meinte Helmut Gayer. Allerdings ist man völlig gegen einen neuen Discounter, denn der bringt mehr Verkehr, und dafür sei der Säulenweg zu eng. Einig ist man sich darin, dass die bisherige Wohnstraße Haydnstraße nicht zu einer zweiten Straße im Gewerbegebiet werden soll. Denn eine Neuordnung des Verkehrs in diesem Areal könnte auf einen Durchstich von Haydnstraße und Säulenweg zum Leimgrubweg hinauslaufen, dann können die Autos dort quasi im Kreis fahren. "Der ganze Verkehr aus der Mozartstraße würde sich durch unsere Straße zwängen", befürchtete Diemer. Am Ende fahre die ganze Schanz hierdurch, weil es dann viel bequemer als das Nadelöhr Ruhweg wäre. "Schon jetzt haben wir ein Verkehrschaos dank des ,Weißen Riesen’", also des großen Wohnblocks direkt an der Landstraße in Richtung Ladenburg.

Wenn die Pläne für einen Discounter wieder aktuell werden oder es zu einer Neuordnung des Verkehrs im gesamten Areal kommen sollte, könne man sich vorstellen, eine Bürgerinitiative zu gründen, "auch wenn wir eher wenige sind". Denn: "Ziel von uns allen ist, dass mehr Anliefer- und Kundenverkehr bei uns verhindert wird. Wer unsere Straße kennt, weiß, dass sie nicht mehr Verkehr aufnehmen kann."

Und das Autohaus? Offenbar will Manfred Dörr seine 1977 gegründete Firma vorerst nicht aufgeben: "Wir stehen wie ein Fels in der Brandung", wie er dem "Mannheimer Morgen" sagte. Zugleich bestätigte er, dass es bereits seit vier Jahren Interesse an seinem Grundstück gebe. "Wir haben viele Optionen, und es dürfen sich durchaus neue Tore öffnen", so Dörr. Er habe in Sachen Verkauf jedenfalls keinen Druck.

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