Am 12. April 2026 fand im Rahmen des Floorball Final4 die ordentliche Delegiertenversammlung von Floorball Deutschland statt. 23 Delegierte der Landesverbände sowie der geschäftsführende Vorstand kamen zusammen, um gemeinsam über sechs Anträge abzustimmen, den Vorstand zu entlasten und wichtige Weichen für die Zukunft des Verbandes zu stellen. Hier findet ihr eine Zusammenfassung der wichtigsten Beschlüsse und Berichte.
Berichte aus Vorstand und Geschäftsstelle
Den Auftakt bildeten die Jahresberichte von Vorstand, Geschäftsstelle sowie Spielbetriebskommission und Regel- und Schiedsrichterkommission
Ein besonderer Moment war der Abschied von Anja Heins, die am Tag der Versammlung turnusmäßig aus dem Vorstand ausschied. Vizepräsident Daniel Kehne bedankte sich herzlich im Namen des gesamten Verbandes für ihre langjährige Arbeit.
Daniel Kehne gab außerdem bekannt, dass der aktuelle geschäftsführende Vorstand aus Remo Hubacher, Leonie Buhl, ihm und Niklas Wangnet nicht mehr bei der kommenden Wahl im Jahr 2027 antreten wird. Sein Fazit: Der Verband steht auf einem stabilen Fundament. Der nächste Vorstand kann und soll sich stärker auf die strategische Weiterentwicklung konzentrieren, dafür seien auch neue Fertigkeiten, insb. auch Expertisen aus Landesverbänden und von ehemaligen Leistungssportler*innen willkommen. Interessierte Kandidat*innen oder „informelle Teams“ können sich an office@floorball.de wenden, um mehr über die Vorstandsrolle zu erfahren.
Aus dem Bereich Leistungssport und Events berichteten Sebastian Blink und Lisa Naumtschuk: Floorball Deutschland war erstmals bei den Finals 2026 in Hannover vertreten. TV-Sendeplätze gibt es noch nicht, doch die Voraussetzungen sind vielversprechend.
Entlastung des Vorstands
Die Kassenprüferin Sandra Kaufmann stellte den Kassenprüfbericht für das Jahr 2025 vor und empfahl die Entlastung des Vorstands ohne Einschränkungen. Die Delegierten folgten dieser Empfehlung: Der Vorstand wurde mit 120 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen für das Kassenjahr 2025 entlastet.
Die Beschlüsse im Überblick
Antrag 01/2026: Neue Geschäftsordnung – einstimmig angenommen
Die bisherige Geschäftsordnung (GSO) stammte im Kern noch aus dem Jahr 2010 und hatte sich zunehmend mit Teilen der Satzung widersprochen – weshalb sie seit Jahren kaum mehr angewendet wurde. Mit der Neufassung erhält der Verband nun ein aktuelles, verbindliches Regelwerk.
Zu den wichtigsten Neuregelungen zählen:
- Kandidierende für Vorstandsämter sind bei der Wahl ihrer eigenen Position nicht stimmberechtigt.
- Beide Vizepräsident:innen vertreten die Präsidentin oder den Präsidenten in dessen Abwesenheit einzelvertretungsberechtigt.
- Der Bundesligarat und die Bundesligakonferenz erhalten eigene Regelungen (§5), ebenso die Athletenvertretung.
- Datenschutzregularien wurden von der Satzung in die GSO überführt.
Ein praktischer Vorteil: Änderungen an der GSO erfordern künftig keine notarielle Beurkundung mehr und können mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. Das macht den Verband handlungsschneller.
Antrag 02/2026: Satzungsänderung – einstimmig angenommen
Im Zuge der neuen Geschäftsordnung wurde die Satzung bereinigt und verschlankt. Verfahrensdetails, die künftig in der GSO geregelt sind, wurden dort herausgenommen. Außerdem wurden kleinere inhaltliche Korrekturen vorgenommen.
Antrag 03/2026: Änderung der Rechtsordnung – einstimmig angenommen
Die Rechtsordnung wurde an mehreren Stellen weiterentwickelt, um einen reibungsloseren Wettkampfbetrieb, insbesondere bei engen Turnierplänen, zu gewährleisten:
- Sonderverfahren bei Dringlichkeit: Für Deutsche Meisterschaften, Playoff-/Playdownserien und Final4-Turniere können die Verfahrensfristen verkürzt und vereinfachte Anhörungsverfahren angewendet werden, damit Entscheidungen den Turnierverlauf nicht gefährden.
- Einzelrichterentscheidung: Bei Matchstrafen im Rahmen dieser Turniere kann, wenn nicht ausreichend Mitglieder der Kammer wegen Befangenheit zur Verfügung stehen, ein einzelnes verbleibendes Mitglied allein entscheiden.
- Karenzzeit: Personen, die in den letzten 3 Monaten ein Verbandsamt innehatten, sind nicht in die Verfahrens- und Sportrichterkommission (VSK) oder die Berufungskammer (BrK) wählbar – zum Schutz der Unabhängigkeit der Rechtspflegeorgane. Bereits gewählte Mitglieder genießen Bestandsschutz.
Die neue Rechtsordnung wird spätestens mit Start der kommenden Saison 2026/2027 veröffentlicht.
Antrag 04/2026: Neue Stimmengewichtung in der Delegiertenversammlung – einstimmig angenommen
Gemeinsamer Antrag von Floorball Deutschland und FloorballBB
Die bisherige Stimmenregel stammte noch aus der Zeit vor dem DOSB-Beitritt 2014, als der Verband rund 6.000 Mitglieder zählte. Durch das seitdem starke Wachstum auf heute über 16.000 Mitglieder war die Gesamtzahl der Delegiertenstimmen auf rund 160 angestiegen – mit weiter steigender Tendenz – und die bisherige Begrenzung von maximal 6 übertragbaren Stimmen pro Delegierten erforderte zunehmend mehr Delegierte pro Verband.
Die neue Formel koppelt die Stimmenzahl an die Gesamtmitgliederzahl des Bundesverbandes: Die eigene Mitgliederzahl wird durch 1 % der Gesamtmitgliederzahl geteilt, Bruchteile werden aufgerundet. Damit stabilisiert sich die Gesamtstimmenanzahl bei künftig ca. 106–120 Stimmen. Die maximale Übertragbarkeit auf einen einzelnen Delegierten wird auf 50 % der Stimmen plus eine Stimme angehoben. Damit müssen die meisten Verbände künftig maximal zwei Delegierte entsenden.
Antrag 05/2026: Kostenverteilung Bundesfinale Schulen – angenommen
Antrag von FloorballBB
Nach dem Grundsatzbeschluss zur Einrichtung des Bundesfinales Schulen auf der DV 2025 wurde nun die konkrete Kostenverteilung zwischen den Landesverbänden geregelt. Das verabschiedete Modell orientiert sich am bestehenden EWK-Verteilungsschlüssel: Jeder Landesverband zahlt einen einheitlichen Sockelbetrag von 200 € plus einen nach Verbandsgröße gestaffelten Anteil.
Einige Landesverbände enthielten sich, da strukturelle Besonderheiten, etwa fehlende Schulsportstrukturen oder keine Möglichkeit zur Übernahme von Startgebühren, eine unmittelbare Beteiligung erschweren.
Antrag 06/2026: Modernisierung des Schiedsrichterwesens
Antrag von FloorballBB, in abgeänderter Form beschlossen
In den vergangenen Jahren kam es bei der Schiedsrichter:innen-Ausbildung wiederholt zu organisatorischen Verzögerungen: Lizenznummern wurden verspätet mitgeteilt, Ausweise lagen teils Monate nach der Prüfung noch nicht vor, und der Versand lief über Vereins- oder Verbandsstellen statt direkt an die Prüflinge.
Der in abgeänderter Form angenommene Beschluss beauftragt Floorball Deutschland, die relevanten Prozesse zur Saison 2026/2027 zu überarbeiten. Konkret: Nach bestandener Prüfung erhalten Schiedsrichter:innen ihre Lizenznummer künftig direkt per E-Mail – ohne Umweg über Verein oder Verband. FD prüft außerdem die bereitstellung eines digitale Ausweises statt einer Plastikkarte.
Besondere Ehrung
Remo Hubacher nutzte die Versammlung, um Dr. Rolf Blanke herzlich zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes zu gratulieren und sich für sein jahrzehntelanges Engagement für den Floorballsport in Deutschland zu bedanken.
Fazit
Die Delegiertenversammlung 2026 war eine der produktivsten der vergangenen Jahre: Alle sechs Anträge wurden angenommen, vier davon einstimmig. Die verabschiedeten Änderungen stärken die Strukturen des Verbandes spürbar: von einem handlungsfähigeren Regelwerk über mehr Rechtssicherheit im Wettkampfbetrieb bis hin zu einer moderneren Verwaltung im Schiedsrichterwesen. Gemeinsam wurden die Weichen gestellt, damit Floorball in Deutschland weiter wachsen kann.

