Ein Finale mit Geschichte – Die Entwicklung des Damen-Floorballs in Österreich
Ein Finale mit Geschichte – Die Entwicklung des Damen-Floorballs in Österreich
Wenn heute zwei Teams um den österreichischen Staatsmeistertitel im Damen-Floorball spielen, geht es um weit mehr als nur ein Spiel. Es geht um drei Jahrzehnte Entwicklung, Leidenschaft und den unermüdlichen Einsatz von Spielerinnen, Vereinen und Funktionären, die diesen Sport in Österreich aufgebaut haben. Das Finale der Damen-Bundesliga ist deshalb nicht nur der Höhepunkt einer Saison – es ist auch ein Spiegel der Geschichte des Frauen-Floorballs im Land.
Die Anfänge: 1996 – Der Start einer neuen Sportart
Die Geschichte beginnt im Jahr 1996 in Leoben, als der Österreichische Floorball Verband (ÖFBV) gegründet wurde. In derselben Saison wurde dort auch die erste österreichische Meisterschaft auf dem Großfeld ausgetragen – sowohl für Männer als auch für Frauen.
Damals war Floorball in Österreich noch ein junger Sport. Nur wenige Vereine nahmen teil, und viele Spielerinnen kamen aus anderen Sportarten. Doch bereits in diesen ersten Jahren war klar: Floorball besitzt eine besondere Dynamik – schnell, technisch anspruchsvoll und voller Emotionen.
Aus kleinen Turnieren und regionalen Begegnungen entwickelte sich Schritt für Schritt eine strukturierte Meisterschaft. Vereine bauten Nachwuchsprogramme auf, engagierte Trainerinnen und Trainer formten Teams, und die Zahl der Spielerinnen wuchs kontinuierlich.
Der Weg zur nationalen Liga
Mit den Jahren entstand aus diesen Anfängen eine professionell organisierte Damen-Bundesliga, die heute die besten Floorballspielerinnen des Landes vereint.
Viele Vereine haben dabei die Entwicklung des österreichischen Frauen-Floorballs geprägt. Besonders drei Namen stehen für sportliche Kontinuität und Erfolg:
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TVZ Zell am See – 6 Staatsmeistertitel
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Wiener Floorball Verein (WFV) – 3 Titel
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ASKÖ FSG Linz/Rum – 3 Titel
Diese Teams haben über Jahre hinweg Maßstäbe gesetzt und das Niveau der Liga entscheidend geprägt. Gleichzeitig haben auch andere Vereine – etwa die FBC Dragons, KAC Floorball oder Spielgemeinschaften verschiedener Standorte – immer wieder für Überraschungen gesorgt und das Rennen um den Titel spannend gehalten.
Überraschungen, die Geschichte schrieben
Wie in jeder großen Sportgeschichte gibt es auch im österreichischen Damen-Floorball Momente, die besonders in Erinnerung bleiben.
Eine der größten Überraschungen gelang ASKÖ FSG Linz/Rum im Jahr 2019. Das Team stürmte mit einem unglaublichen Durchschnittsalter von nur 17,6 Jahren zum Staatsmeistertitel und bewies damit eindrucksvoll, welches Potenzial im österreichischen Nachwuchs steckt. Dieser Titel gilt bis heute als eine der bemerkenswertesten Leistungen in der Geschichte der Liga.
Auch der Titelgewinn der FBC Dragons im Jahr 2025 kann als große Überraschung gewertet werden. Mit viel Einsatz, Teamgeist und Mut gelang es den Wienerinnen, sich gegen etablierte Teams durchzusetzen und den Staatsmeistertitel zu holen.
Solche Geschichten zeigen, wie offen und spannend die Liga geworden ist – und dass im Finale oft mehr möglich ist, als viele zuvor erwarten.
Internationale Perspektiven: Die W-IFL
In den letzten Jahren hat sich der österreichische Frauen-Floorball stark geöffnet und den Blick über die Landesgrenzen hinaus gerichtet.
Ein wichtiger Schritt dabei war die Women’s International Floorball League (W-IFL). Dieser Wettbewerb verbindet österreichische Teams mit internationalen Gegnerinnen – etwa FBC München aus Deutschland oder den ungarischen Teams Phoenix Fireball und SZPK Komárom.
Das Ziel dieser Liga ist klar:
Österreichische Spielerinnen sollen regelmäßig auf internationalem Niveau spielen können und dadurch wertvolle Erfahrung sammeln.
In der aktuellen Saison nahm HSI Wikings am Final 4 der W-IFL teil und erreichte dort Platz 4 – ein starkes Zeichen für die positive Entwicklung des österreichischen Damen-Floorballs.
Große Rivalitäten und emotionale Finalspiele
Ein Blick auf die Staatsmeisterinnen der letzten Jahre zeigt, wie eng und spannend die Liga geworden ist.
| Jahr | Staatsmeister | Vize-Staatsmeister |
|---|---|---|
| 2025 | FBC Dragons | Wiener Floorball Verein |
| 2024 | SPG HSI/Wikings | KAC Floorball |
| 2023 | SPG HSI/Wikings | ASKÖ FSG Linz/Rum |
| 2022 | ASKÖ FSG Linz/Rum | Wiener Floorball Verein |
| 2021 | TVZ Zell am See | ASKÖ FSG Linz/Rum |
| 2020 | ASKÖ FSG Linz/Rum | Hot Shots/VSV |
| 2019 | ASKÖ FSG Linz/Rum | FBC Dragons / SU Wiener FV |
| 2018 | TVZ Zell am See | Österreich WU19 |
| 2017 | Wiener Floorball Verein | TVZ Zell am See |
| 2016 | TVZ Zell am See | Wiener Floorball Verein |
| 2015 | TVZ Zell am See | Wiener Floorball Verein |
| 2014 | Wiener Floorball Verein | TVZ Zell am See |
| 2013 | TVZ Zell am See | IBC Leoben |
| 2012 | TVZ Zell am See | Wiener Floorball Verein |
| 2011 | Wiener Floorball Verein | TVZ Zell am See |
Diese Liste zeigt nicht nur Titel – sie erzählt von Generationen von Spielerinnen, von Vereinsarbeit, Nachwuchsprogrammen und unzähligen Trainingsstunden in Sporthallen im ganzen Land.
Das Finale heute: Tradition trifft Zukunft
Das diesjährige Finale bringt erneut zwei starke Teams auf das Spielfeld:
Wiener Floorball Verein gegen HSI Wikings.
Der WFV gehört zu den traditionsreichsten Vereinen im österreichischen Damen-Floorball und kämpft erneut um den Titel. Die HSI Wikings hingegen haben in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen und zählen heute zu den stärksten Teams der Liga.
Beide Vereine stehen für unterschiedliche Wege, aber ein gemeinsames Ziel: den österreichischen Staatsmeistertitel.
Mehr als ein Spiel
Das Damen-Finale ist heute weit mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb.
Es steht für:
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die Entwicklung einer Sportart
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den Einsatz vieler engagierter Vereine
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den Mut von Spielerinnen, neue Wege zu gehen
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und die Vision, Floorball in Österreich weiter wachsen zu lassen.
Wenn die Spielerinnen im Finale auf das Feld laufen, tragen sie nicht nur ihre Vereinsfarben – sie tragen auch die Geschichte des österreichischen Frauen-Floorballs weiter.
Und jedes Finale schreibt ein neues Kapitel.
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