Herrenflorett: Ergebnisse vom JWC in Sabadell
Die U20-Truppe von Bundestrainer Nachwuchs Richard Junghanns ackert sich erneut weit nach vorn: beim Junioren-Weltcup im spanischen Sabadell konnte Nils Alexander Fabinger (Moers) sich von 177 Teilnehmern wieder eine Top-16-Platzierung im Einzel erkämpfen. Beim anschließenden Mannschafts-Wettbewerb schrammte das Team mit Fabinger, Bastian Kappus, Paul Luca Faul (beide Tauberbischofsheim) und Laurenz Rieger (Weinheim) mit Platz vier knapp an einer Medaille vorbei.
Im Einzel lief es für Fabinger wieder einmal stabil: Nach Siegen gegen Ori Finsterbush (Israel; 15:11), Jun Heng Liao (USA; 15:11) und Adam Podralski (Polen; 15:7) musste er sich erst im Kampf um den Einzug in die Top8 gegen den Franzosen Anas Anane mit 9:15 geschlagen geben. „Grundsätzlich war das Niveau, was er abgerufen hat okay“, sagt Junghanns. „Er hat sich mit sicheren Siegen ins 16er Tableau gefochten. Gegen Anane hat er bis zur Pause 10:9 zurückgelegen, sich dann aber überrumpeln lassen und zu viele einfach Treffer kassiert. Das Ergebnis im Einzel hat ihn jetzt auf Platz 17 der Weltrangliste befördert und er geht an Platz 14 in die bevorstehende Junioren-EM. Das war auf jeden Fall gut und wichtig.“
Bastian Kappus scheitert nach Siegen gegen den Ukrainer Maksym Korzhovoi (15:9) und Guillaume Susdorf (Frankreich; 15:7) am Franzosen Paul Antoine Belval mit 10:15 – Am Ende Platz 18 im Gesamtklassement für ihn. „Stabiles Niveau von Bastian“, meint Junghanns. „Er hat jetzt dreimal hintereinander die Top32 erreicht, das freut mich.“
Weitere vier Athleten konnten sich im Tableau der besten 64 platzieren: Sebastiano Gröteke (Weinheim) mit Platz 40, Paul Luca Faul mit Platz 44, Ruben Lindner (Tauberbischofsheim) mit Platz 57 und Niklas Diestelkamp (München) mit Platz 63. „Dass Paul Luca gegen den Italiener Isolani unglücklich mit 15:14 verliert, war schade. Aber mit zwei Kadetten im 64er - da kann man echt zufrieden sein“, so das abschließende Fazit des Trainers zu den Einzelergebnissen.
Im Team-Wettbewerb konnte die Mannschaft sich im ersten Gefecht direkt mit einem klaren 45:27-Sieg gegen Spanien behaupten. Das gab mächtig Aufwind, denn der nächste Gegner war kein geringerer als die USA. Das DFB-Quartett konnte, mit großer Unterstützung der gesamten deutschen Delegation, einen 45:42 Sieg verbuchen – Halbfinale! „Das war ein wirklich brutal gutes Gefecht. Anfangs haben wir zurückgelegen, sogar zwischenzeitlich mit 6 Treffern. Aber die Jungs sind drangeblieben, waren richtig bissig. Zwei Gefechte haben es dann gedreht: Erst nimmt Nils Fabinger Chase Emmer 10 Treffer ab und Bastian Kappus macht dann weitere 9 gegen Daniel Zhang. Diesen 3-Punkte-Vorsprung konnten die Jungs dann über die letzten beiden Gefechte aufrechterhalten und Laurenz Rieger konnte das Match fürs Team nach Hause fechten“, analysiert Junghanns. Die anschließende Niederlage gegen Italien fiel dann mit 45:22 relativ deutlich aus. „Die Italiener waren einfach sehr gut auf uns eingestellt. Da haben wir quasi verdient verloren. Aber, das muss man dazu sagen, die Italiener haben bislang nur einmal in dieser Saison verloren – und zwar gegen uns in Leszno!“
Im abschließenden Kampf um Platz drei gegen Ungarn kippte das Gefecht zur Mitte hin, das deutsche Team musste sich mit 45:41 mit Platz vier begnügen. Junghanns ist jedoch optimistisch: „Das war schade. Jetzt haben wir zweimal Holz geholt. Nun schauen wir bei der EM zuversichtlich Richtung Medaille. Das ist unser klares Ziel, daran arbeiten wir schon die ganze Saison.“ Und mit dem „Wir“ ist das gesamte Team gemeint. Erneut haben die Athleten untereinander einen hohen Zusammenhalt gezeigt, Nils Fabinger wurde im Einzel bis zum Schluss von allen unterstützt. Auch die Heimtrainer haben sich komplett in den Dienst der Mannschaft gestellt. „Mein Dank geht da vor allem an Marco Folgori und Richard Breutner, die schon für mich in Vertretung in Aix-en-Provence dabei waren“, lobt Junghanns abschließend die gute Stimmung im deutschen Team und weist auch auf die hohe Kompetenz der deutschen Kampfrichter vor Ort hin: Alexander Gsching hat nämlich das Finale am Samstag im Einzel juriert.

