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Kommentar zum Ausbildungsstall M: Aussitzen ist keine Option

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Still ruht der See. Im Verdachtsfall des Ausbildungsstalls M. liegen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) seit Mitte November Hinweise vor. Seit Ende November prüft das Justiziariat, ob ein Disziplinarverfahren gegen die Betreiber eingeleitet wird. Stand heute: Es wird weiter geprüft.

Auch bei der Polizei in Vechta ist der Vorgang noch nicht abgeschlossen. Ob die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet, ist bislang offen. Das ist erklärbar: Polizei und Justiz arbeiten unter hoher Belastung, Verfahren ziehen sich oft über Monate oder länger hin. Der Fall M. ist einer von vielen. Dass staatliche Ermittlungen Zeit benötigen, überrascht nicht. Bestes Beispiel dafür ist das Ermittlungsverfahren der Münsteraner Staatsanwaltschaft gegen fünf ehemalige FN-Verantwortliche: Seit dem Sommer 2024 laufen hier die Untersuchungen wegen des Verdachts der Untreue.

Doch genau hier beginnt das Problem der FN. Denn sie ist keine Staatsanwaltschaft. Sie ist ein Verband, der eigene Schwerpunkte setzen kann, weil die Schreibtische in Warendorf kaum unter Aktenbergen zu möglichen Tierschutzfällen ächzen dürften.

Die FN inszeniert sich als Hüterin des Pferdewohls. Wer diesen Anspruch erhebt, muss sich daran messen lassen, wie mit Verdachtsfällen umgegangen wird. Eine zügige, transparente Klärung ist nicht nur im Interesse der Pferde, sondern auch im Interesse der Beschuldigten. Denn sollte sich der Verdacht als unbegründet erweisen, wäre eine schnelle Entlastung der Betreiber geboten. Auch das gehört zu Fairness.

Gut einen Monat nach Veröffentlichung unseres Berichts haben wir bei der FN nachgefragt. Die Antwort von Kommunikationsleiterin Sabine Gregg: Man müsse sorgfältig vorgehen, die Prüfung dauere an. Wohlgemerkt: Es geht nicht um den Ausgang eines Disziplinarverfahrens, sondern lediglich um die Frage, ob überhaupt eines eröffnet wird. Nicht mehr, nicht weniger.

Nach unseren Informationen liegen der FN die Namen und Kontaktdaten aller aussagebereiten Zeugen vor. Die Pflegerin, die den Fall öffentlich gemacht und bei der FN angezeigt hat, wurde nach unserem Kenntnisstand bislang nicht weiter befragt. Ebenso wenig zwei weitere Pflegerinnen, die Zeuginnen von Vorfällen gewesen sein sollen. Wer ernsthaft aufklären will, sollte zuhören – vor allem denen, die aussagen wollen.

Ein Verband, der Verantwortung für das Pferdwohl beansprucht, klärt Vorwürfe. Er verschleppt sie nicht. Er kommuniziert nachvollziehbar. Und er überlässt die öffentliche Deutung nicht anderen. Denn genau das ist inzwischen geschehen: PETA ist auf den Fall aufmerksam geworden und berichtet bundesweit darüber.

Die FN hatte Zeit, selbst Klarheit zu schaffen. Sie hat sie verstreichen lassen. Wieder einmal. Für den Verband ist das ein kommunikatives Versäumnis. Für die Pferde ist es mehr als das. Aussitzen ist hier keine Option! (cls)

 

 

Der Beitrag Kommentar zum Ausbildungsstall M: Aussitzen ist keine Option erschien zuerst auf Dressur-Studien.

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