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Uwe Weinzierl und Martin Rütter: Chronik einer angekündigten Farce – oder: Martin Rütter macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt

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Bild aus dem Artikel von Uwe Weinzierl, wie er ein Pferd mit Stromlitze in Phase 4 umwickelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uwe Weinzierl und Martin Rütter: Chronik einer angekündigten Farce – oder: Martin Rütter macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt

Die Fernsehsendung „Die Pferdeprofis“ wird vom Hundeprofi Martin Rütter verantwortet, dessen Firma „Mina TV“ die Sendung bereits im elften Jahr produziert. In diesem Jahr wurden die bisherigen Pferdeprofis Bernd Hackel und Katja Schnabel durch andere Profis ersetzt. Zum neuen Team gehört auch der „Pferdeprofi“ Uwe Weinzierl. Ein Mann, der ein Pferd mit Litze umwickelt und unter Strom gesetzt hat und der unumwunden zugibt, dass er ein Pferd, das nicht halfterführig war, als „Korrekturmaßnahme“ an einen Traktor gebunden und so lange hinter sich hergezogen hat, bis es nachgab.

Doch der Reihe nach. „Die Pferdeprofis“ gehören eigentlich nicht zu meinem Fernsehprogramm. Doch als ich höre, dass es neue „Profis“ gibt, schaue ich mir aus Neugier die erste Folge vor der TV-Ausstrahlung in der RTL+-App an. Fassungslos verfolge ich, wie Uwe Weinzierl versucht, ein kleines Stütchen in einen Anhänger zu verladen. „Es geht immer um Vertrauen und Respekt“, ruft der Mann und reißt am Knotenhalfter. Der Kamera zugewandt erklärt er der Besitzerin gestikulierend, wie er sich das vorstellt. Die Stute weicht einen Schritt vor dem großen, mit den Armen rudernden Mann zurück und zack, bekommt sie den nächsten heftigen Ruck verpasst. Am Ende der Folge reitet die Besitzerin ihr Pferd in einen fahrenden Anhänger, wobei mehrere Helfer das Tier antreiben müssen. Während ich noch darüber nachdenke, warum eine TV-Produktionsfirma so die Gesundheit von Reiterin und Pferd aufs Spiel setzt, schießt mir ein anderer Gedanke durch den Kopf: Wenn Uwe Weinzierl schon vor laufender Kamera so brutal ist, was macht der Mann dann erst hinter verschlossenen Türen?

Die Sache mit dem Strom

Als „Pferdetrainer“ war Uwe Weinzierl auch Thema einer NDR-Dokumentation. Und auch hier zeigte er, mit welchen Methoden er arbeitet: Nach dem Vorbild eines Pat Parelli aus den frühen 90er-Jahren – mit einem Stock bewaffnet und mit Kraft am Knotenhalfter ziehend. Die einzige „Systematik“, die ich in Weinzierls „Ausbildungskonzept“ erkennen kann, ist die immer wiederkehrende Grobheit im Umgang mit Pferden.

Wenig später stolpere ich über einen Artikel, den Uwe Weinzierl 2017 für die Zeitschrift „Horsemanship“ geschrieben hat: „Mein Pferd geht durch jeden E-Zaun“. Darin beschreibt er in vier Phasen, wie er Pferde, die den Elektrozaun ignorieren, weidesicher machen will. Phase 1: Elektrolitze auf den Boden legen, die das Pferd als Grenze akzeptieren soll. Phase 2: Elektrolitze auf Körperhöhe bringen und mit Strom verbinden. Phase 3: Das Fell des Pferdes mit Wasser besprühen (damit der Strom besser geleitet wird) und Phase 4: Das Pferd an Kopf, Hals und Bauch mit der Elektrolitze umwickeln und es, sobald es dem Zaun zu nahe kommt, unter Strom setzen (siehe Foto). Ich starre ungläubig auf das Bild – hat sich denn niemand bei Mina TV die Mühe gemacht, zu recherchieren, wen sie sich da ins Boot holen? Tatsächlich findet sich noch heute auf Facebook ein Posting des Chefredakteurs der Horsemanship aus dem Jahre 2017, in dem er sich gegenüber empörten Lesern zu rechtfertigen versucht, warum er eine solche tierschutzwidrige “Phase 4”-Empfehlung im Heft abgedruckt hat.

Einen Tag bevor die erste Folge der neuen Staffel „Die Pferdeprofis“ ausgestrahlt wird, veröffentliche ich einen Artikel über meine Rechercheergebnisse auf unserer Homepage und in den sozialen Medien. In diesem Zusammenhang stelle ich eine Presseanfrage an Mina TV: Nach welchen Kriterien werden die Pferdeprofis ausgewählt? Und frage, ob man dort weiß, mit welchen Methoden Uwe Weinzierl arbeitet.

Ich rufe Uwe Weinzierl an und erkundige mich, ob er diese Methode heute noch anwendet. „Nein“, antwortet er freimütig, „ich habe damals zwei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bekommen, das Veterinäramt war hier und ich musste eine Verpflichtung unterschreiben, diese Methode nicht mehr anzuwenden.“

Die Ankündigung zur Diskussion und das Verschieben

Wenige Tage später erhalte ich eine Antwort des Pressesprechers von Mina TV: Martin Rütter plane anlässlich der Debatte um die Pferdeprofis und Uwe Weinzierl eine Diskussion rund um den Pferdesport, die Anfang März stattfinden solle. Martin Rütter wolle selbst moderieren. Ob ich daran teilnehmen möchte? Ich sage zu.

Doch am Sonntag vor der geplanten Diskussion klingelt mein Handy. Ein gut gelaunter Martin Rütter erklärt mir 40 Minuten lang eloquent, warum er der Meinung ist, dass die Diskussion erst stattfinden sollte, wenn alle acht Folgen der neuen Pferdeprofi-Staffel ausgestrahlt worden sind: Damit alle auf dem gleichen Wissensstand seien und alles gesehen hätten. Und dann wäre diese Diskussion auch eine tolle Möglichkeit, etwas für den Pferdesport zu erreichen. Schließlich sei er dafür bekannt, sich für den Tierschutz einzusetzen.

Die Diskussion soll nun Ende April stattfinden – dann sind alle Episoden dem staunenden Publikum präsentiert worden. Ob es ein abwegiger Gedanke ist, dass die Verschiebung der Diskussion nur dafür sorgen soll, dass die Debatte weitergeht und die Einschaltquoten steigen? 

Phase 4 für nicht halfterführige Pferde: Am Traktor anbinden und hinterherziehen

Von zwei verschiedenen Quellen erhalte ich dann diese Informationen: Uwe Weinzierl und seine Frau Constanze bieten auf ihrer Anlage regelmäßig Camps an, bei denen Reiter und Pferde mehrere Tage am Stück trainieren können. Bei einem dieser Lehrgänge fiel ein Pferd auf, das sich partout nicht führen lassen wollte und immer wieder ausbrach. Doch Constanze Weinzierl hatte eine Lösung parat: „Uwe kann es am Traktor anbinden und dann mit ihm fahren.“ Mit dieser „Methode“ habe man gute Erfahrungen gemacht. Das Pferd sollte also mit einem Knotenhalfter an den Traktor gebunden werden und Uwe Weinzierl würde dann den Traktor fahren. Die Besitzerin des Pferdes lehnte dieses Vorgehen jedoch ab. Während die eine Hälfte der Teilnehmer entsetzt über diesen Vorschlag war, stimmte die andere Hälfte zu, denn „der Uwe kann das doch“. Eine Frau, die von Weinzierl einen Wallach als Schulpferd für den Aufenthalt zur Verfügung gestellt bekommen hat, erfährt, dass dieser auch mit dieser Methode vom Losreißen „kuriert“ worden sei.

Und ich dachte, viel hässlicher als Weinzierls Einsatz von Strom gegen Pferde kann es nicht mehr werden. Weit gefehlt – denn dass das Anbinden und Hinterherziehen eines Pferdes an einem Traktor tierschutzwidrig ist, liegt auf der Hand. Und es ist schlicht und einfach widerlich und hat mit der Ausbildung von Pferden nichts zu tun. Da Uwe Weinzierl ja auch beim Einsatz von Strom zu dem gestanden hat, was er getan hat, beschließe ich, ihn während der Diskussion öffentlich zu fragen, wie lange er denn Pferde am Traktor hinter sich herziehen muss, bis das Pferd seinen Widerstand aufgibt.

 

Die Diskussion und ihre Teilnehmer

An einem Donnerstag Ende April ist es soweit. Martin Rütter hat seine Fachleute eingeladen. Neben ihm sitzen Sandra Schneider, Pferdeprofi der ersten Stunde, und Uwe Weinzierl. Daneben hat Heinz Welz Platz genommen. Der 75-Jährige wird auf der Homepage von Uwe Weinzierl als „Partner“ geführt und ist öfters als Referent auf dessen Anlage zu Gast. Wie sich später herausstellen wird, nimmt er die Rolle von Weinzierls Verteidiger ein. Neben ihm sitzt die Kleintierärztin Kirsten Tönnies, die 2015 für Schlagzeilen sorgte, als sie einen offenen Brief an die FN schickte und darin die Zustände auf einem Bundeschampionat anprangerte. 

Links von Sandra Schneider sitzt Andrea Mihali. Sie ist die Pferdeexpertin des Deutschen Tierschutzbundes. Neben ihr Willa Bohnet, Biologin und Verhaltensforscherin von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die sich auf Pferde spezialisiert hat. Und schließlich, ganz außen, darf ich Platz nehmen. Auf dem Einladungsschreiben steht, dass die Podiumsdiskussion 90 Minuten dauern soll. Doch gleich zu Beginn sagt Martin Rütter, dass man sich so viel Zeit nehmen werde, wie nötig sei. Die Diskussion solle weitgehend ungeschnitten auf einem noch einzurichtenden Youtube-Kanal von Mina TV veröffentlicht werden. Wenn Martin Rütter sich daran hält – und es bleibt spannend – dann können Sie Ende Mai wohl eine fast dreistündige Diskussion verfolgen. Zu Beginn stimmen alle einem informellen „Du“ als Anrede zu.

 

Drei Phasen und Strom

Fast eine gute Stunde geht es um den Einsatz von Strom am Pferd und die vier Phasen, die Uwe Weinzierl eingesetzt hat. Immer wieder betont Martin Rütter, dass die ersten drei Phasen nicht tierschutzrelevant seien. „Claudia, hättest Du etwas gegen diese ersten drei Phasen einzuwenden?“ „Ich finde, man kann diese drei Phasen nicht isoliert betrachten…“ „Du meinst also, dass das Nassspritzen eines Pferdes, wie in Phase 3, tierschutzrelevant ist“, wirft Uwe Weinzierl von der Seite ein. „Nein, sage ich, aber …“ „Dann würdest Du diese drei Phasen mit mir durchlaufen?“, fragt Weinzierl. „Nein, mit Dir würde ich keine einzige Phase durchlaufen“, entgegne ich. „Warum bist Du dann überhaupt hier?“ Das ist in der Tat eine gute Frage, auf die ich zu diesem Zeitpunkt keine Antwort habe und die ich mir in den nächsten 180 Minuten noch öfter stellen werde.

Heinz Welz gibt zu Protokoll, dass der Einsatz von Strom als letztes Mittel vor dem Hintergrund eine Option sein könnte, dass damit letztlich Menschen geschützt werden könnten. Was wäre, wenn ein Pferd, das von der Weide ausgebrochen ist, einen Autounfall verursacht und Menschen sterben? Willa Bohnet stellt schließlich die entscheidende Frage: „Uwe, setzt Du keinen Strom mehr ein, weil Du überzeugt bist, dass das nicht pferdegerecht ist? Oder setzt Du keinen Strom mehr ein, weil Dir das Veterinäramt das vorgeschrieben hat?“ „Ich setze Strom nicht ein, weil ich es für sinnvoll halte, mich an vorgegebene Regeln zu halten.“ Von Einsicht keine Spur.

Uwe Weinzierl und die Traktor-Methode

Später melde ich mich zu Wort: „Uwe, Du hast ja auch eine Phase 4 für Pferde, die sich nicht führen lassen und bindest sie an einen Traktor. Wie lange brauchst Du dann, bis diese Pferde halfterführig sind?“ Während Uwe Weinzierl nickt, geht Martin Rütter energisch dazwischen: „Hier geht es jetzt nur um Strom!“ Wenig später mein zweiter Versuch, der aber genauso von Martin Rütter abgebügelt wird.

Das Messer im Rücken der Ex-Pferdeprofis

Auf einem Bildschirm wird eine Szene aus der ersten Folge der neuen „Pferdeprofis“ gezeigt, in der Uwe Weinzierl versucht, die Stute zu verladen, indem er immer wieder heftig am Knotenhalfter ruckt. Andrea Mihali attestiert Uwe Weinzierl in dieser Szene tierschutzwidriges Verhalten. Das veranlasst Uwe Weinzierl zu der Frage, warum sie das nicht angezeigt habe? Sandra Schneider erklärt präzise und sehr freundlich, warum solche Methoden eben nicht zu einem langfristigen Lernerfolg bei Pferden führen.

Drei weitere Ausschnitte aus den Pferdeprofis werden uns noch gezeigt. Zweimal ist Bernd Hackl zu sehen, der über zehn Jahre lang einer der Pferdeprofis war. Es ist wohl nicht abwegig zu vermuten, dass er als Trainer maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sich die Serie so lange halten konnte. Einmal ist Katja Schnabel in einer Szene zu sehen. Beide sind nicht eingeladen und können sich also nicht zu den Szenen äußern. Die Diskussionsteilnehmer erfahren auch nichts über den Kontext der gezeigten Filmausschnitte.

Im ersten Video mit Bernd Hackel sehen wir, wie er dem weglaufenden Pferd nicht nachgibt und so das Pferd reaktiv Halfterrucken ausgesetzt ist. In dem Moment wo das Pferd anhält, ist der Druck sofort weg und Bernd Hackel verpasst kein einziges Mal aktiv einen Ruck am Halfter. Beim zweiten Video ist das allerdings anders und Hackl ruckt aktiv am Halfter. Im dritten Video arbeitet eine Pferdebesitzerin unter der Anleitung von Katja Schnabel, auch das Pferd bekommt aktive Halfterrucke zu spüren. Nicht schön, aber bei beiden hatte ich nie den Eindruck, dass Ruppigkeit ein fester Teil des Trainingskonzepts ist.

Martin Rütter hingegen will jetzt ganz genau wissen, was wir davon halten. Dazu zieht er meinen ersten kritischen Artikel aus seinen Unterlagen und zitiert genüsslich diesen Absatz: „Dabei sollte doch Mina-TV, die Produktionsfirma der Serie, wissen, dass Horsemanship auch mit Sinn und Verstand angewendet werden kann: Schließlich hat das Weinzierls Vorgänger, Bernd Hackl, vorgemacht.“ Ob ich denn jetzt wohl immer noch der Meinung sei, fragt Rütter sinngemäß, dass Hackl einer der Guten sei?

Auch Andrea Mihali befragt er zum zweiten Filmausschnitt mit Bernd Hackl: „Siehst Du hier tierschutzwidriges Verhalten?“ Sie bejaht das und ich staune – nicht über Andrea Mihali, sondern über Martin Rütter. Sind wir gerade wirklich Zeuge, wie er zwei seiner alten Pferdeprofis „verbrennt“ und ihnen den Stempel des tierschutzwidrigen, schlechten Trainers aufdrückt? „Martin“, sage ich, „vielleicht sind die Pferdeprofis ja ein generelles Problem?“ Martin Rütter lächelt. „Und vielleicht bist Du ja nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems, Martin.“

 

Über Pferdehaltung und das Reiten: alles schlecht

Martin Rütter lehnt sich in seinem Stuhl zurück und holt zum Rundumschlag aus. Er sei in 150 (!) Ställen gewesen und überall habe sich ihm das gleiche Bild geboten: Schlechter Umgang mit den Pferden und die meisten Reiter könnten sowieso nicht reiten. War Martin Rütter nicht der Mann, der immer wieder betonte, kein Pferdeexperte zu sein? Wow, so schnell wird man plötzlich einer – bei Mina TV. Meinen Einwand, dass er damit tausenden Pferdebesitzern Unrecht tut, die täglich das Beste für ihr Pferd wollen, nimmt er irgendwie zur Kenntnis. Und ist Martin Rütter nicht auch der Mann, der seit nunmehr elf Jahren mit diesen Sendungen quasi auf dem Rücken der Pferde Geld verdient?

Nun folgt ein weiterer Einspieler zur Pferdehaltung. Per Drohnenflug werden die Weiden von Uwe Weinzierl gezeigt. Er habe 25 Hektar für 25 Pferde, sagt er, die alle in der Herde leben. Das ist schön, natürlich ist Herdenhaltung besser als Boxenhaltung. Aber ich sehe vor allem eine Grasnarbe des Grauens, also eine zu kurz abgefressene Weidefläche, die auch noch ziemlich ungepflegt aussieht. Martin Rütter hingegen verweist auf die insgesamt seiner Meinung nach schlechte Pferdehaltung, stellt die Leitlinien zur Pferdehaltung in Frage, weil er offenbar nicht verstehen will, dass die Mindestanforderungen das absolute Minimum und nicht das Optimum skizzieren. „Sein“ Pferdeprofi Uwe Weinzierl zeige dagegen eine gute Pferdehaltung, ist die unausgesprochene Schlussfolgerung.

Danach folgen geradezu kafkaeske Einlassungen Rütters: „Darf man Hunde reiten?“, fragt er Willa Bohnet und Andrea Mihali – gut, jetzt bin ich wirklich draußen und habe nach fast drei Stunden Diskussion eine Überdosis „Martin Rütter pur“ und Kopfschmerzen. Aber halt, was sagt er? Er lädt die schärfsten Kritikerinnen, nämlich Andrea Mihali, Willa Bohnet und mich ein, in der nächsten Staffel ein Pferd zu trainieren? Was? Soll ich ihm jetzt wirklich den Unterschied zwischen Journalisten und Trainern erklären? Ich seufze. Wenn er jetzt auch noch mit dem peinlichen „Ich habe sie eingeladen, aber sie kommen ja nicht“ punkten will, bitte.

Uwe Weinzierls Traktor-Methode und Martin Rütters Reaktion

Die Aufnahme ist beendet und ich stelle mich zu der Gruppe um Uwe Weinzierl, neben ihm Martin Rütter, Heinz Welz und Kirsten Tönnies im Gespräch. „Uwe, Du wolltest mir doch noch die Sache mit dem Traktor erklären.” Uwe Weinzierl antwortet sofort: „Ja, das habe ich nur einmal mit einer Stute gemacht. Das war wirklich eine lebensgefährliche Situation, die das Pferd für die Besitzer und andere Leute darstellte. Sie hat sich überall losgerissen…“ Ich schaue Martin Rütter an: „Martin, bindest Du jetzt auch nicht leinenführige Hunde an Anhängerkupplungen und fährst mit dem Auto los?“ Seine Augen werden groß: „Natürlich nicht“, sagt er und geht davon. Ich hefte mich an seine Fersen: „Martin“, flehe ich ihn förmlich an, „Du kannst doch nicht ernsthaft mit einem ‚Pferdeprofi‘ zusammenarbeiten, der solche Praktiken anwendet?“ Martin Rütters Augen verengen sich zu Schlitzen: „Ich bin der Meinung, dass das Reiten generell verboten gehört. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.“

Menschlich enttäuscht

Auf der Rückfahrt von Köln schwanke ich zwischen Fassungslosigkeit und Entsetzen. Ha, werden jetzt viele sagen, was hast Du Naivling denn erwartet? Dass Martin Rütter wegen Dir oder den anderen Kritikern seine „Pferdeprofis“ ändert? Ehrlich gesagt kann ich gar nicht genau sagen, was ich erwartet habe, nur eines vielleicht: Dass Martin Rütter zumindest schockiert ist, wenn er erfährt, dass Uwe Weinzierl es für eine Option gehalten hat, ein Pferd mit einem Traktor „halfterführig“ zu machen. Und dass Martin Rütters Tierliebe vielleicht doch stärker ist als sein Geschäftssinn. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. (Claudia Sanders)

 

 

 

 

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