Fahrradfahren
News melden
Nachrichten

Downhill World Cup 2026 – Südkorea: Syndicate-Premiere in Südkorea – Blog von Andi Kolb

0 10

Vom Automechaniker zum Santa Cruz Syndicate-Star: Unser Blogger Andi Kolb hat in den vergangenen Jahren einen mehr als rasanten Aufstieg hingelegt. Trotz zahlreicher Widrigkeiten war das Ergebnis in Südkorea für den Österreicher definitiv respektabel. Wie das Wochenende bei der Syndicate-Premiere für ihn gelaufen ist, erzählt er auch in dieser Saison in seinem Blog!

[toc]

World Cup-Premiere in Südkorea – das erste Mal fürs Syndicate

Endlich ist es so weit – oder war es so weit: World Cup Nummer 1 2026, erster World Cup mit dem Santa Cruz Syndicate, da habe ich mich schon brutal drauf gefreut. Die Off Season ist immer viel zu lange bei uns. Meine Vorbereitung war gut. Ich habe viel an meinen Schwächen vom letzten Jahr arbeiten können, speziell körperlich mit meinem Fuß, nachdem ich mir letztes Jahr den Knöchel gebrochen habe. Ich habe den Fokus darauf gelegt, dass der wieder brandneu wird.Dazu habe ich sehr gute Tage auf meinem Downhill-Bike verbracht, gemeinsam mit dem Team, mit meinem neuen Mechaniker, gemeinsam mit Jackson und so weiter und so fort. Für mich war es also eine wirklich solide Off Season – nichts Dramatisches passiert, alles gut gelaufen.

# Seit dieser Saison reckt unser Blogger Andi Kolb für das legendäre Santa Cruz Syndicate den Daumen in die Höhe – auch dieses Jahr berichtet er von seinen World Cup-Erlebnissen. Foto: Sven Martin
# Zum ersten Mal seit 25 Jahren hat der Downhill World Cup mal wieder einen Stopp in Asien eingelegt – für Südkorea war es insgesamt eine Premiere, was natürlich auch bei den Fahrerinnen und Fahrern für viel Vorfreude gesorgt hat. Foto: Sven Martin
Diashow: Downhill World Cup 2026 – Südkorea: Syndicate-Premiere in Südkorea – Blog von Andi Kolb
Diashow starten »

Track Walk: Das soll eine World Cup-Strecke sein!?

Südkorea ist schon mal ein sehr interessantes Land. Cool, dass wir da einen Weltcup fahren dürfen! Der Track Walk war dann aber eher so semi-erfreulich, muss ich ehrlich gestehen. Da Da haben wir ein bisschen mehr erwartet von der Strecke. Ich habe schon letztes Jahr ein paar Videos von der Strecke gesehen, aber ich habe geglaubt, es wird sicher noch mehr gearbeitet an der Strecke und gesäubert vor allem. Im Endeffekt haben wir aber eine ziemlich halbfertige Strecke serviert bekommen, meiner Meinung nach. Nach europäischem Standard wäre das nicht mal ansatzweise eine World Cup-Strecke. Aber andere Länder, andere Sitten … Es waren zwar ein paar Europäer drüben zum Bauen, aber ich glaube, dass es schwierig war, das rechtzeitig hinzubekommen.

Nach europäischem Standard wäre das nicht mal ansatzweise eine World Cup-Strecke. Aber andere Länder, andere Sitten …

# An sich war die Strecke in Südkorea sehr naturbelassen, was Andi ziemlich entgegengekommen ist – trotzdem war die frisch gebaute Abfahrt nicht auf dem Standard, den man von sonstigen World Cups gewohnt ist. Foto: Sven Martin

Auf der Strecke waren extrem viele lose Steine und alles war sehr verblockt gesteckt, obwohl da eigentlich schon Möglichkeiten gewesen wären. Dazu noch lose Steine auf der Ski-Piste überall und ein Sprung, der von der Richtung nicht gepasst hat und wo auch der Wind drinnen war. Wir haben also beim Track Walk schon einige Sachen gesehen, die dann im weiteren Verlauf des Wochenendes zu richtigen Problemen geführt haben.

Nichtsdestotrotz war ich aber eigentlich sehr positiv nach dem Track Walk eingestellt. Ich liebe im Endeffekt natürliche Strecken und sowas ist für mich eigentlich immer ein Vorteil. Normalerweise ist eine natürliche Strecke mit einem langsameren Speed dann doch meines. Von daher habe ich mich auf den ersten Trainingstag gefreut!

# Vorm Training wurde Andi nochmal von Fox vermessen, damit der Speed Suit absolut perfekt passt – oder wollte man doch eher ermitteln, wie viele Medaillen um diesen prächtigen Hals passen? Foto: Sven Martin
#
#

Training: Schwieriger Start, aber die Pace stimmt

Der erste Trainingstag hatte dann schon einen sehr schwierigen Start. Das Training hat wegen ein paar Komplikationen mit den Marshalls mit einer Stunde Verzögerung begonnen. Louise Ferguson ist auf dem Sprung, der beim Track Walk schon etwas suspekt ausgeschaut hat, schwer gestürzt. Erster Run, großer Sturz und nochmal Verzögerungen wegen den Einsatzkräften. Da hat es auch ziemliche Probleme mit der Rettungsaktion gegeben. Meiner Meinung nach hat das viel zu lange gedauert – zweieinhalb Stunden vom Sturz bis sie dann weg war. Wieder: Andere Länder … Da sieht man, wie gut wir es in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Co. haben.

# Vor dem ersten Training musste zunächst lang gewartet werden – durch organisatorische Schwierigkeiten und den heftigen Sturz von Lou Ferguson wurde das Training mit gut einer Stunde Verzögerung angepfiffen. Foto: Sven Martin

Das war schonmal ein schwieriger Start in den Tag. Auf dem Fahrrad hat’s für mich dann aber okay begonnen. Viele Fahrer haben ziemlich gestruggelt – ich bin aber gemütlich reingestartet und mein Plan für den ersten Tag war, dass ich einfach mal schaue, was ich Setup-technisch machen muss. Am wichtigsten war für mich sicher das Thema Reifen. Ich habe dann doch noch ein bisschen weniger Erfahrung mit Maxxis, in der Off Season schafft man immer wenig und ich habe mich drauf konzentriert, den richtigen Reifen zu finden.

# Die Pace bei Andi hat allerdings direkt gepasst – Platz 4 im Timed Training nach einem hektischen Tag. Foto: Sven Martin

Vormittags war ich auf einem DHR hinten und dem Assegai an der Front unterwegs. Im Timed Practice bin ich dann aber auf den neuen High Roller gewechselt und gleich eine gute Zeit gefahren, sodass ich am Ende auf Platz 4 gelandet bin. Ich habe mich ziemlich wohl gefühlt auf dem Reifen und dadurch eine ziemlich lose Wahl gemacht. So ein Intermediate-Reifen mit größeren Stollen passt perfekt in den Untergrund und ich bin in der Folge auf dem High Roller geblieben. Am Ende hat’s dann noch eine Sitzung gegeben mit Warner Brothers wegen der ganzen Themen, die aufgekommen sind. Das war insgesamt dann also ein ziemlich langer Tag.

Quali: Gemütlich auf Platz 14

Der Quali-Tag geht dann immer schnell: Man macht morgens zwei Runs und schon steht die Quali an. Die Strecke war besser beieinander als am Tag zuvor, weil sie ein bisschen gesäubert worden ist – aber noch immer sehr unberechenbar in einigen Sektionen. Ich habe gut pushen können, habe im zweiten Trainings-Run im oberen Teil überall gut gepusht. Leider bin ich aber unten falsch in den Rock Garden reingesprungen, war offline, habe die falsche Linie gewählt und bin frontal in einen Baum rein.

# Voller Fokus auf den Quali-Run: Nach einem heftigen Sturz im Training konnte Andi den Schalter rechtzeitig umlegen. Foto: Sven Martin

Kurz habe ich geglaubt, dass jetzt das Schlüsselbein oder die Rippen durch sind. Gott sei Dank war aber alles okay. Dann habe ich kurz hochgeschoben mit meinem Line Coach Steve Peat – größte Legende, darf jetzt mein Fahrrad schieben … das ist ziemlich lustig eigentlich! Ich habe es dann noch einmal ordentlich durchgesendet, es hat gut funktioniert und ich war ready für die Quali. Körperlich war ich zwar ein wenig angeschlagen durch Zwerchfell und Co., weil es ziemlich verengt war vom Sturz in den Baum. Aber das Adrenalin macht das dann schon.

Kurz habe ich geglaubt, dass jetzt das Schlüsselbein oder die Rippen durch sind. Gott sei Dank war aber alles okay.

# Sauschnell im oberen Teil, unten dann eher gemütlich – macht in der Summe Platz 14 in der Quali mit deutlich Luft nach oben. Foto: Sven Martin

Ich bin oben gut reingestartet in der Quali und oben die Bestzeit gefahren. Unten raus habe ich Zeit verloren, weil ich auf eine sichere Fahrt gegangen bin, da auch ein paar Kurven weggebrochen waren und ich schon Fotos hochgeschickt bekommen habe, dass da einige Fahrer stürzen. Sprich: Oben Gas gegeben, unten etwas zu safe gefahren, sodass ich mich gemütlich auf Platz 14 eingereiht habe. Das war für mich auch okay, weil es kein Vollgas-Run war, ich mich aber trotzdem gut qualifiziert habe. Das hat schon gut gepasst. Danach habe ich mir noch das Q2 gemütlich angeschaut – ich sage ziemlich oft „gemütlich“, sorry! Zum Abschluss habe ich noch ein paar Linien gesucht für den Finaltag, damit wir das Gap nach vorne schließen.

Finale: Gierig bleiben!

Am Finaltag habe ich noch ordentlich gepusht in der Früh, einige Linien ausprobiert und zeitlich ein paar Vergleiche mit dem Vortag – und um einiges schneller unterwegs gewesen, schon wie in der Quali. Es war also sehr vielversprechend. Ich habe außerdem reifentechnisch noch was geändert, weil die Strecke sauberer geworden ist und weniger loses Zeug rumlag. Deshalb bin ich zurück auf die Kombi aus Assegai und Minion DHR gewechselt. Das rollt besser und bietet mehr Grip auf den Steinen.

# Vorm Finale war die Stimmung bei Andi sehr gut – weil die Strecke sich immer besser eingefahren hat, ist er im Training zurück auf die Kombi aus Minion DHR und Assegai gewechselt. Foto: Sven Martin

Ansonsten habe ich am Fahrrad das ganze Wochenende eigentlich nichts verändert – dadurch, dass der Speed eh ziemlich langsam war und es keine extremen Bremsschläge gab, war fahrradtechnisch sowieso nix Grobes auszusetzen oder dass ich irgendwas vermisst hätte. Dann war auch schon Zeit fürs Warm-Up. Ich hab gut in mein Mindset reingefunden, gut visualisiert, mit meinem Mechaniker noch ein bisschen gespaßt am Start oben – und dann bin ich auch schon reingedroppt.

# Nach einigen Fehlern direkt zu Beginn musste Andi maximal pushen, was dann wieder zu Fehlern geführt hat – ein echter Teufelskreis. Bei der dritten Split war er auf Top 5-Kurs, bis es unten wieder fehlerhaft wurde. Foto: Sven Martin

Die obere Sektion war immer meine Stärke. Im Finale sehe ich aber plötzlich zwei lose Steine in der Linie, bin ganz schnell auf die innere Main Line gewechselt und habe dabei fast die Front verloren, weil die Linie einfach nicht perfekt war. Die nächsten beiden Kurven habe ich auch gleich mitversemmelt, was sehr schade war, aber weiter gepusht. Und kurz danach kam der nächste große Fehler.

Im Nachhinein ist es auch gut zu wissen, wo die Fehler passiert sind, warum, weshalb. So ist es definitiv besser, als dass die Pace einfach nicht passt.

Ich habe einen Schlag am Vorderrad bekommen, genau als ich das Vorderrad entlastet habe, aus einer Kurve raus. Dadurch habe ich einen Schlag hoch vom Lenker auf den Helm bekommen, reiß mir dabei selber die GoPro runter. Dabei hat’s mir die Brille hochgeschoben, fast bis in die Augen rein. Und dann war kurz der Frust dabei. Ich habe trotzdem weiter gepusht, weil ich wusste, dass ich jetzt nicht abdrehen darf. Leider ist das aber etwas nach hinten losgegangen – wahrscheinlich, weil ich doch etwas zu sehr über die Fehler nachgedacht habe.

#

Zwei Kurven später: Wieder ein Fehler, fast gestürzt, Vorderrad weggerutscht und den Fuß ausgeklickt – genau da, wo man den meisten Speed mitnehmen muss. Ich habe aber während der Fahrt mit mir selber gesprochen und mir eigentlich nur zugeflüstert, dass ich pushen und gierig bleiben muss, was ich dann auch gemacht habe. Die Zwischensektoren waren dann wieder sehr gut. Zwischenzeitlich lag ich sogar vorne in dem Moment, mit etwa einer Sekunde. Bis zum Ende war ich auf Platz 5 bei Split 3, also schon akzeptabel.

Leider habe ich aber unten raus wieder ordentlich Fehler gemacht an den wichtigsten Stellen. Im Endeffekt war ich, glaube ich, sogar fast Letzter an der Speed Trap, weil ich bei der Anfahrt auf den großen Drop einen riesen Fehler gemacht habe, wo auch mein Team-Kollege Jackson gestürzt ist. Und ja, dann war’s eigentlich auch schon gelaufen. Ich habe einfach zu viele große Fehler gemacht – vorm Ziel hatte ich nochmal einen schönen Drift, habe Speed verloren ins Ziel rein und am Ende ist es Platz 10 geworden.

# Selbst die letzte Kurve war nicht frei von Fehlern – ein kurzer Drift hat nochmal wertvolle Zehntel gekostet. So stand am Ende ein 10. Platz und die Gewissheit, dass wohl noch deutlich mehr dringewesen wäre. Foto: Sven Martin

Anfangs durfte ich noch ein bisschen auf dem Hot Seat sitzen, was natürlich schön war – aber Platz 10 ist nicht das, was ich erhofft hatte. Ich denke aber, dass es mit den ganzen Umständen, den vielen Fehlern und dem ganzen Drumherum okay war. Im Nachhinein ist es auch gut zu wissen, wo die Fehler passiert sind, warum, weshalb. So ist es definitiv besser, als dass die Pace einfach nicht passt.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die nächsten Strecken, wo es ein bisschen mehr zugehen wird und wo mein V10 zum Leben erweckt wird, wenn es wirklich rough wird. Jetzt steht erstmal noch ein gemütliches, kleines Rennen am Weißensee in Kärnten an – und danach geht’s schon nach Frankreich. Ich freue mich drauf und darf euch dann wieder berichten. Ciao, ciao!

# Trotzdem darf die World Cup-Premiere fürs Syndicate insgesamt als gelungen bezeichnet werden, denn ein Top 10-Ergebnis mit so einem fehlerhaften Race Run zeigt, dass die Pace definitiv stimmt – und wer weiß, ob Andi in dieser Saison nochmal Bekanntschaft mit dem weißen Trikot mit den Rainbow Stripes macht … Foto: Sven Martin

Top 10 trotz eines fehlerhaften Race Runs: Was sagst du zur Leistung von Andi in Südkorea?


Alle Artikel zum Downhill World Cup Südkorea 2026 | Alle Infos zum Downhill World Cup 2026

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

Frankfurter Allgemeine Zeitung
RV Radfahrverein Tempo 1921 Hirzweiler e.V.

Andere Sportarten

Sponsored