4 Islands Epic in Kroatien: Deutsche Podestplätze, Defektpech & Tageserfolge – die Fotostory
Fünf Tage, vier Inseln, jede Menge Fels, Staub und technische Defekte: Das 4 Islands Epic 2026 in Kroatien ist auch in diesem Jahr wieder seinem Ruf als eines der außergewöhnlichsten Mountainbike-Etappenrennen Europas gerecht geworden. Die Hatz über die kroatischen Inseln Krk, Cres, Unije und Lošinj konnten bei den Herren der Belgier Wout Alleman und der Tscheche Martin Stošek vom Team Buff-BH für sich entscheiden, bei den Damen dominierten die Litauerin Katažina Sosna-Pinele und die Italienerin Giorgia Marchet vom Team Torpado Kenda FSA das Geschehen mit fünf Etappensiegen in fünf Tagen.
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Herren: Alleman / Stošek setzen sich mit Konstanz durch
5 Tage, 300 Kilometer, 6.000 Höhenmeter und – etwas außergewöhnlich – 4 Inseln: Das 4 Islands-Etappenrennen auf den kroatischen Inseln Krk, Cres, Unije und Lošinj hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im Rennkalender der MTB-Mehrtagesevents entwickelt und lockte auch in diesem Jahr eine Reihe der internationalen Top-Athletinnen und -Athleten der Langstrecke an.
In der Herrenkonkurrenz entwickelte sich über die gesamten fünf Tage ein enges Rennen um den Sieg in der Gesamtwertung, das letztendlich Wout Alleman und Martin Stošek für sich entscheiden konnten. Rang zwei ging in der Gesamtabrechnung an das deutsche Speed-Company-Racing-Duo Georg Egger / Lukas Baum, knapp vor dem Schweizer Marc Stutzmann und dem Italiener Samuele Porro.
Den besten Auftakt erwischten Wout Alleman und Martin Stošek vom Team Buff-BH, die sich auf der ersten Etappe auf Krk mit einem späten Angriff den Tagessieg sicherten. Auf den 68 Kilometern spielten die beiden ihre Rennintelligenz aus, hielten sich zu Beginn noch kontrolliert zurück und setzten auf dem letzten Anstieg die entscheidende Attacke. Dahinter folgten die beiden Italiener Daniele Braidot und Filippo Fontana sowie die beiden KTM-Singer-Fahrer Simon Stiebjahn und Martin Frey auf den Positionen zwei und drei.
Bereits am zweiten Tag wurde die Gesamtwertung dann mächtig durcheinandergewirbelt. Auf der 84,6 Kilometer langen Königsetappe schlugen Georg Egger und Lukas Baum vom Team Orbea Speed Company zurück, nachdem sie tags zuvor noch viel Zeit verloren hatten. Frühzeitig gingen Egger und Baum in die Offensive, fuhren trotz eines zwischenzeitlichen Plattens lange allein an der Spitze und retteten am Ende knappe 24 Sekunden Vorsprung auf die Tageszweiten Marc Stutzmann / Samuele Porro und die Tagesdritten Wout Alleman / Martin Stošek ins Ziel.
Der Erfolg an Tag zwei verschaffte den Cape Epic-Siegern aus dem Jahr 2022, Egger und Baum, Rückenwind und sorgte dafür, dass das Orbea Speed Company-Duo erneut früh aufs Gaspedal drückte. Bis zur letzten Steigung des Tages blieb der Kampf um den Tagessieg jedoch offen, die beiden Gesamtführenden Wout Alleman und Martin Stošek setzten schließlich eine entscheidende Attacke und holten sich vor Egger und Baum den zweiten Etappensieg der Woche.
Am vierten Tag stand mit einem 23 Kilometer langen Zeitfahren eine Premiere auf dem Programm. Das kürzeste Teilstück der Woche sollte schließlich keine allzu großen Veränderungen in der Gesamtwertung bringen, doch für Georg Egger und Lukas Baum eröffnete sich die Chance für einen zweiten Etappensieg. In 47:16 Minuten fuhren die beiden Deutschen zum Tagessieg, knapp vor dem Buff-BH-Duo Alleman und Stošek. Vor dem abschließenden fünften Renntag lagen somit Wout Alleman und Martin Stošek verhältnismäßig komfortabel in der Gesamtwertung vorn, dahinter bahnte sich jedoch ein packendes Duell zwischen den zu diesem Zeitpunkt zeitgleich platzierten KTM-Singer und Orbea Speed Company-Teams an.
Das Finale auf Lošinj hielt dann noch einmal eine dicke Portion Dramatik bereit: Das gesamtführende Buff-BH-Duo Alleman / Stošek geriet früh durch einen Vorderraddefekt unter Druck und musste dem Feld zunächst hinterherjagen. An der Spitze forcierte Orbea Speed Company indes das Tempo, ehe ein Plattfuß ihrerseits ihre Hoffnungen auf den nächsten Etappensieg ebenfalls zunichtemachte. Simon Stiebjahn und Martin Frey vom KTM-Singer-Team blieben ebenfalls vom Defektpech nicht verschont und verloren ihre Podiumschancen durch eine gerissene Kette. So nutzten schließlich Marc Stutzmann und Samuele Porro vom Klimatiza Orbea Team die Gunst der Stunde und fuhren auf der letzten Etappe zum Sieg. Das Buff-BH-Team konnte letztlich ihren Rückstand auf die Tagessieger auf ein Minimum von 24 Sekunden reduzieren, landete schließlich auf Tagesrang drei und machte damit den Gesamtsieg perfekt.
Gesamtergebnis
- Buff-BH: Wout Alleman, Martin Stošek – 11:43:37
- Orbea Speed Company: Georg Egger, Lukas Baum – 11:48:52 (+5:15)
- Klimatiza Orbea Team: Marc Stutzmann, Samuele Porro – 11:49:58 (+6:21)
- C.S. Carabinieri Olympia: Daniele Braidot, Filippo Fontana – 11:55:47 (+12:10)
- Singer KTM Racing: Simon Stiebjahn, Martin Frey – 11:58:19 (+14:41)
Damen: Sosna / Marchet fahren in eigener Liga
Noch klarer als bei den Herren verlief das Rennen in der Damenkonkurrenz. Die Litauerin Katažina Sosna-Pinele und die Italienerin Giorgia Marchet vom Team Torpado Kenda FSA drückten dem 4-Islands Epic 2026 von Beginn an ihren Stempel auf und gewannen alle fünf Etappen. Auf Gesamtrang zwei landeten Anna Weinbeer aus der Schweiz und Tanja Priller aus Deutschland, Dritte wurde das italienisch-schweizerische Duo Maria Zarantonello / Chrystelle Baumann.
Bereits auf der ersten Etappe auf Krk übernahm das später gesamt triumphierende Duo Katažina Sosna-Pinele / Giorgia Marchet die Kontrolle, fuhr fehlerfrei durch das technisch anspruchsvolle Gelände und setzte sich mit mehr als drei Minuten Vorsprung an die Spitze der Gesamtwertung. Auch auf der Königsetappe am zweiten Tag ließ das Duo keine Zweifel aufkommen und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus. Hinter ihnen etablierten sich Maria Zarantonello und Chrystelle Baumann als erste Verfolgerinnen, während die späteren Gesamtzweiten Anna Weinbeer und Tanja Priller an diesem Tag fast 20 Minuten und damit alle Hoffnungen auf den Gesamtsieg verloren.
Am dritten Tag offenbarte sich schließlich die Stärke von Anna Weinbeer und Tanja Priller, die nach ihrem schwarzen Tag auf der zweiten Etappe die beiden Gesamtführenden Katažina Sosna-Pinele und Giorgia Marchet unter Druck setzten. Letztendlich sicherte sich das litauische-italienische Duo im orangen Führungstrikot erneut den Tagessieg – im Zielsprint setzten sich die beiden schließlich gegen Weinbeer und Priller durch.
Die beiden verbliebenen Etappen brachten schließlich keine Veränderung des Gesamtbildes an der Spitze – zu stark und konstant zeigten sich Katažina Sosna-Pinele und Giorgia Marchet. Die vierte Etappe des 23 Kilometer langen Zeitfahrens auf Unije absolvierten die beiden in 58:17 Minuten und jubelten somit über den vierten Tagessieg in Folge, erneut vor Anna Weinbeer und Tanja Priller. Auf der abschließenden Etappe auf Lošinj machten Sosna und Marchet dann ihre makellose Woche schließlich perfekt: Wie schon an den Tagen zuvor kontrollierten sie das Rennen zunächst von vorn und setzten sich insbesondere auf den fahrtechnisch fordernden Passagen entscheidend ab. Dahinter belegten Weinbeer und Priller Rang zwei, Maria Zarantonello und Chrystelle Baumann wurden Dritte.
Gesamtergebnis
- Torpado Kenda FSA: Katazina Sosna-Pinele, Giorgia Marchet – 14:38:55
- KTM Spada Powered by Brenta Brakes Female: Anna Weinbeer, Tanja Priller – 15:05:48 (+26:52)
- Metallurgica Veneta Pro – Next Ride: Maria Zarantonello, Chrystelle Baumann – 15:14:09 (+35:13)
- Massi ISB Sport: Monica Calderon, Costanza Fasolis – 15:32:34 (+53:38)
- MAAP SRAM AUS: Ella Bloor, Holly Harris – 16:32:21 (+1:53:26)
Fotostory
1. Etappe
2. Etappe
3. Etappe
4. Etappe
5. Etappe
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