Bike des Jahres – Gewinnübergabe: Bram präsentiert sein Essar F5 Selbstbau-Enduro
Aus der Schweiz nach Würselen: Gewinner Bram, alias IBC-Mitglied Zojdson, reiste für die Übergabe seines Gutscheins und eine große Führung durch die heiligen Hallen von bike-components am vergangenen Mittwoch ans Dreiländereck – und verzückte gleich mehrere Mitarbeiter mit seinem selbstgebauten Gewinnerbike. Hier ist die Story vom Tag bei bc.
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Preisübergabe und Führung bei bike-components
Ein selbstgebautes Bike aus Stahl mit 170 mm vorn und 145 mm hinten, dazu ein selbstkonstruierter Hinterbau mit Flex-Streben und allerlei Feinheiten: Das Essar F5 von Bram ist definitiv ein würdiges Gewinnerbike des letztjährigen Bike des Jahres-Votings!
Gestartet wurde der Tag zur perfekten Knoppers-Zeit – morgens, halb zehn in Deutschland, an einem verregneten Tag in Würselen. Mit einem Kaffee und einer intensiven Begutachtung von Brams Stahlboliden verbrachten wir den Vormittag: Warum diese Streben? Was fährst du damit? Und warum wird es bald eine SL-Variante des Bikes geben? Nach Beantwortung aller Fragen ging es für uns alle durch die einzelnen Bereiche von bike-components.
Die großen Lager- und Zwischenlagerbereiche, den Wareneingang, Warenausgang, Fotostudio, Werkstatt-Studio, Montage, Büros – zwei Etagen können ganz schön weitläufig sein. Und dann gab es ja noch die Parts, die sich Bram direkt vor Ort selbst packen konnte … hier ist die Fotostory zur Führung!
Interview: Das Gewinnerbike Essar F5
Hallo Bram, schön, dass du hier bist! Spulen wir zunächst mal kurz zurück. Dein Bike ist ja im vergangenen Mai „Bike der Woche“ geworden. Wie hast du dich überhaupt beworben? Hast du einfach gedacht: Ich lade die Bilder hoch und schaue mal, ob es klappt?
Ja, genau. Ich habe einfach die Bilder hochgeladen, so wie viele Leute das machen. Und dann ist es tatsächlich „Bike der Woche“ geworden. Das war ziemlich cool. Ich habe gar nicht erwartet, dass es am Ende sogar „Bike des Jahres“ wird. Fühlt sich gut an! Die Konkurrenz war auch richtig stark. Cool, dass die Leute mich gewählt haben!
Was hast du gedacht, als die Nachricht kam, dass du gewonnen hast – mit Gutschein und Einladung und so weiter?
Ja, das war natürlich super! Zuerst habe ich es eigentlich gar nicht erwartet, weil es noch ein paar andere richtig coole Bikes gab, umso mehr habe ich mich gefreut. Und der Gutschein dazu – das macht natürlich richtig Spaß.
Kommen wir noch einmal zu deinem Fahrrad. Du hast es zwar schon ausführlich beschrieben (Bike der Woche: Essar F5), aber gib uns noch einmal einen Überblick: Federweg, Art des Bikes, wofür du es nutzt und was die Besonderheiten sind.
Vom Federweg her hat es 145 mm hinten und 170 mm vorn, also eher Richtung leichtes Enduro, obwohl ich das Bike ziemlich hart fahre. Das Besondere ist, dass es komplett selbst gebaut ist. Außerdem hat es ein einzigartiges Hinterbausystem, bei dem ich zwei Lagerpunkte einspare und stattdessen Flexstreben nutze. Das funktioniert richtig gut. Mit der Geometrie bin ich inzwischen auch sehr zufrieden.
Ich habe schon ein paar Räder gebaut und es ist immer eine Suche nach der optimalen Geometrie. Ich denke, dass ich jetzt ziemlich nah dran bin, vielleicht noch ein bisschen höher. Momentan habe ich noch ein paar Spacer unter dem Lenker, aber die würde ich beim nächsten Bike direkt im Steuerrohr berücksichtigen. Dann habe ich es, glaube ich, gefunden.
Hast du ein paar Geometriedaten für uns?
Ja, der Reach liegt bei 494 mm. Der Stack dürfte bei etwa 650 oder sogar 660 mm liegen. Der Lenkwinkel beträgt 63°, der Sitzrohrwinkel 78°. Ich fahre einen Lenker mit 30 mm Rise. Grundsätzlich bin ich bei jedem Bike ein bisschen höher gegangen und es fühlt sich immer besser an. Irgendwann wird das wahrscheinlich mal aufhören. Die Kettenstreben liegen bei 445 mm. Der BB-Drop lag am Anfang bei -35 mm, das war mir aber etwas zu tief für technische Uphills. Den habe ich dann etwas verändert, weil die Dämpferaufnahmen mit zusätzlichen Plättchen konstruiert sind. Dadurch konnte ich das anpassen.
Was wiegt das Rad?
So wie es jetzt dasteht, mit Pedalen und allem – Coil-Dämpfer hinten und Coil-Gabel vorn – wiegt es 15,9 kg.
Und dein Haupteinsatzgebiet ist Enduro?
Ja, hauptsächlich Enduro.
Wo genau wohnst du in der Schweiz?
Im Wallis. Von hier aus kann man über 1.000 Höhenmeter am Stück runterfahren, das Bike hält das problemlos aus.
Das Bike sieht ja wirklich nicht so aus, als wäre es mal eben zusammengebaut worden, sondern ziemlich hochwertig. Woher hast du das gelernt? Machst du das beruflich oder wie kommt man dazu, einfach eigene Räder zu bauen?
Schon seit ich jung war, habe ich immer Dinge selbst gebaut. Ich habe ein Moped gebaut und restauriert, einen Land Rover aufgebaut und restauriert. Das meiste habe ich von meinem Vater gelernt. Beruflich arbeite ich im Motorradbereich als Konstrukteur. Irgendwann meinte ein Freund zu mir: „Hey, kannst du dein Bike nicht einfach selbst bauen?“ Vorher hatte ich darüber eigentlich nie nachgedacht. Dann haben wir angefangen und irgendwie ist es zu einer kleinen Obsession geworden. Aber es macht Spaß.
Hast du alles zum Schweißen bei dir zu Hause oder arbeitest du in einer Werkstatt?
Ich habe mir die Rohre gekauft, dazu eine Flasche Propan, eine Flasche Sauerstoff und einen Brenner. Dann habe ich einfach angefangen. Ich glaube, ich habe ein oder zwei Prüfnähte gemacht. Das war ziemlich langweilig, also habe ich direkt am Bike weitergemacht – und es hält bis heute zusammen.
Gibt es einen Testprozess oder bist du selbst der Tester deiner Bikes?
Im Grunde beides. Die Bikes entstehen zuerst als 3D-Konstruktion. Dabei mache ich auch Berechnungen dazu. Aber grundsätzlich kann man mit Stahl nicht so viel falsch machen … die Rohrsätze gibt es schon seit vielen Jahren und haben sich bewährt. Es geht eher darum, ob das Ganze den Belastungen im Mountainbike-Bereich standhält. Aber das kann man berechnen. Und die Schweißnähte beziehungsweise Lötnähte sind sehr stabil.
Was hast du dir alles für deinen Gutschein ausgesucht?
Ausgesucht habe ich mir einen Lenker, einen Vorbau, Bremsscheiben für das Rennrad, Tubolito-Schläuche für das Rennrad und noch ein Kettenblatt für das Mountainbike. Und ein paar Kleinigkeiten.
Dann wünsche ich dir viel Spaß mit deinen neuen Teilen. Ich hoffe, es hat dir hier gefallen!
Ja, danke. Es war richtig cool. Es ist spannend, bike-components einmal zu sehen und das Ganze mitzuerleben. Danke auch an MTB-News, dass ihr das Ganze organisiert. Ich schaue mir die „Bikes der Woche“ immer gerne an. Es ist ziemlich cool, jetzt selbst einmal auf der anderen Seite zu stehen.
Alles klar, vielen Dank und dir eine gute Reise nach Hause!
Danke schön!
Wie gefällt dir das Bike des Jahres?
Über das Bike der Woche
Ihr habt auch ein Bike, das sich bestens in die ehrenhafte Riege der „Bikes der Woche“ einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Die Regeln: So wird dein Bike „Bike der Woche powered by bike-components“
Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.
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