Crankworx Rotorua 2026: Nussbaumer deklassiert die Elite
Licht und Schatten beim zweiten Stopp der Slopestyle Super League (SSL) in Neuseeland: Während Johanna Nussbaumer bei ihrer Premiere auf dem Diamond-Level ein absolutes Traum-Debüt hinlegte und die Konkurrenz dominierte, endete der Contest für Erik Fedko nach einem schweren Sturz vorzeitig. Bei den Männern sicherte sich einmal mehr David Godziek den Thron.
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Windlotterie am McGazza-Booter
Der legendäre Kurs im Skyline Rotorua, benannt nach der viel zu früh verstorbenen Freeride-Ikone Kelly McGarry, verlangte den Ridern auch dieses Jahr alles ab. Besonders im ersten Durchgang der Frauen sorgten starke und unberechenbare Winde für extrem schwierige Bedingungen. Das massive Setup, gespickt mit dem berüchtigten McGazza Money Booter, duldete keine Fehler bei der Tempokontrolle.
Frauen-Finale: Nussbaumers historisches Trick-Feuerwerk
Dass Frauen auf dem Diamond-Level antreten, ist erst seit drei Jahren Realität – doch die fahrerische Progression ist enorm. Den eindrucksvollsten Beweis dafür lieferte die erst 17-jährige Deutsche Johanna Nussbaumer. Im ersten Durchgang startete sie noch grundsolide mit einem Barspin vom Start-Drop und einem extrem sauberen 360 am ersten Straight Jump, der von den Kommentatoren als einer der saubersten des Tages gefeiert wurde. Nach einem Tuck No-Hander fehlte ihr dann aber leider der nötige Speed für das Cannon-Feature, weshalb sie den Run vorzeitig abbrechen musste.
Doch im zweiten Run legte die amtierende Red Bull Rookie of the Year den Schalter komplett um und packte auf fast jedes Feature des Kurses einen Trick. Die Trickliste las sich wie aus dem Lehrbuch: Barspin am Start-Drop, direkt gefolgt von einer stylischen Barspin-to-X-Up-Kombi am Hip und einem blitzsauberen Truckdriver. Im Mittelteil zündete sie ein Feuerwerk aus 360 Barspin, Tuck No-Hander, No-Footed Can-Can und einem fetten Toboggan. Als wäre das nicht genug, ballerte sie einen Suicide No-Hander über die Spine und veredelte den Run mit einer massiven Backflip-Barspin-Kombination. Zwar geriet sie am finalen Sprung etwas zu kurz, konnte den Run aber sicher ins Ziel bringen.
Die Belohnung der Judges: Satte 92,50 Punkte und damit unangefochten Platz eins mit einem Vorsprung von mehr als zehn Punkten auf die Zweitplatzierte Robin Goomes (82,25 Pkt.). Da der Abstand auf die Verfolgerinnen so gewaltig ausfiel, war die Konkurrenz chancenlos und das neu eingeführte Shootout-Format bei den Frauen schlichtweg hinfällig. Shealen Reno komplettierte das Podium. Patricia Druwen, die eigentlich auf der Startliste stand, hatte ihre Teilnahme am Morgen kurzfristig wegen Krankheit abgesagt.
Männer-Finale: Godziek unantastbar, Fedko im Pech
Für Erik Fedko lief der Tag in Rotorua alles andere als nach Plan. Sein erster Run startete stark: Ein 360 Barspin zu Tailwhip und ein extrem sauberer Double Backflip ließen auf eine Top-Platzierung hoffen. Doch nach einem 360 Downside Tailwhip mit Indian-Air-Seatgrab kassierte er beim Versuch einer weiteren Variation ein hartes Ticket. Fedko griff am Sattel vorbei, verlor die Kontrolle und musste noch in der Luft vom Bike abspringen. Der Einschlag in der Landung war enorm; der Broadcast sprach von einem gewaltigen Impact, der rechte Schulter, Hüfte und das Handgelenk massiv belastet haben dürfte. An ein volles Risiko war im zweiten Run nicht mehr zu denken, Fedko beendete den Tag auf Rang 11 (56,25 Punkte).
An der Spitze entbrannte derweil ein Krimi, der erst im Shootout entschieden wurde, da sechs Fahrer innerhalb von nur zehn Punkten lagen. Den Sieg schnappte sich schließlich der polnische Überflieger David Godziek. Er sicherte sich mit einem perfekten Cashroll Whip am finalen Booter den ersten Platz und verwies Lucas Huppert und Nicholi Rogatkin auf die Plätze zwei und drei.
Ergebnisse
Crankworx Slopestyle in Memory of McGazza – Männer:
- 1. David Godziek (POL) – 97,67 Pkt.
- 2. Lucas Huppert (SUI) – 94,88 Pkt.
- 3. Nicholi Rogatkin (USA) – 94,10 Pkt.
- 4. Chance Moore (CAN) – 91,70 Pkt.
- 5. Paul Couderc (FRA) – 89,77 Pkt.
Crankworx Slopestyle in Memory of McGazza – Frauen:
- 1. Johanna Nussbaumer (GER) – 92,50 Pkt.
- 2. Robin Goomes (NZL) – 82,25 Pkt.
- 3. Shealen Reno (USA) – 73,25 Pkt.
- 4. Harriet Burbidge-Smith (AUS) – 65,75 Pkt.
- 5. Alma Wiggberg (SWE) – 28,75 Pkt.
Video: Replay 2026 Crankworx Slopestyle in Memory of McGazza Rotorua
Was für eine Ansage von Johanna Nussbaumer beim ersten Diamond-Event – was sagt ihr zum Sieg?

