7 Gravelbikes bis 2.000 Euro im Test: Testsieger, Kaufberatung und Tipps
Ein Test von Gravelbikes bis 2.000 Euro ist besonders spannend. Hier treten die Bestseller der Boom-Bikes gegeneinander an und die Erwartung an Preis-Leistung ist hoch. Unsere Kollegen von Rennrad-News.de haben 7 der beliebtesten Bikes aus Alu zwischen 1.400 Euro und knapp über 2.000 Euro getestet. Mit dabei: Bulls, Canyon, Giant, Radon, Rose, Stevens und Van Rysel. Viel Spaß beim Blick über den Tellerrand!
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Video: 7 Gravelbikes bis 2.000 Euro Test
Gravelbike bis 2.000 Euro – was kann man erwarten?
Gravelbikes, die bis 2.000 Euro kosten, sind gefragt. Das belegt nicht nur das große Angebot in der Preisklasse, auch die Nachfrage nach unserem Video über die Besten Gravel Bikes um 2.000 Euro bestätigt das. Es sind die Bestseller unter den Gravelbikes. Fast alle großen Hersteller haben in der Preisklasse ein Gravelbike zu bieten, manche selbsternannte Premium-Anbieter allerdings nicht. Was gibt es fürs Geld?
Alu-Rahmen und Carbongabel
Die allermeisten Hersteller bieten für sub 2.000 Euro Alurahmen, gepaart mit einer Carbongabel an. Carbonrahmen sind die Ausnahme. Allerdings gibt es auch Gravelbikes mit Carbonrahmen bereits für 2.000 Euro, zum Beispiel bei Cube, Bulls und Canyon aktuell. Wir haben uns auf Alu-Rahmen beschränkt. Dadurch sind die Modelle im Testfeld eher deutlich günstiger als die Preisgrenze. Und, fast noch wichtiger, es gibt meist auch ein noch günstigeres Modell als Alternative, für das die überwiegenden Feststellungen aus dem Test auch gelten. Ausnahme hier: Rose. Zugleich haben Alu-Modelle meist noch einen stärkeren Fokus auf einfache Handhabung im Alltag oder auf Touren. Sie sind also häufig vielseitiger aufgestellt.
Reifenfreiheit über 45 mm
Alle von uns getesteten Gravelbikes bis 2.000 Euro bieten Platz für Reifen bis 45 mm Breite. Gut so, denn damit lassen sich auch gröbere Wege noch komfortabel fahren – es erhöht einfach den Spielraum bei der Wegewahl. Allerdings sind nicht an allen Bikes auch direkt so breite Reifen dran.
Mechanische Schaltung
Eine mechanische Schaltung ist die Regel. Im Test ist ausschließlich die Shimano GRX Gravelgruppe vertreten. Das Spektrum ist dabei groß. GRX-Schaltungen von 2×10 Gängen auf GRX 400 Niveau bis 2×12 Gängen oder 1×12 Gängen auf GRX 820 Niveau sind vertreten. Dabei haben die teuersten Gravelbikes nicht einmal immer die teuerste Schaltung. Ist das Schaltungsniveau ein wichtiges Kaufargument? Unsere Meinung: Die Frage, ob 1-fach oder 2-fach oder nach dem passenden Einsatzbereich zur Schaltung ist viel wichtiger als das Niveau, auf dem der Hersteller (in dem Fall Shimano) die Schaltung einstuft.
Bikepacking und Alltag
Man kann teurere Gravelbikes kaufen, aber nicht viel universellere. Alle sieben Gravelbikes bis 2.000 Euro im Test sind für tagelange Bikepacking-Trips ebenso gut vorbereitet wie für wochenlange. Sie sind für Schutzbleche und Gepäckträger geeignet. Manche sind auch für interne Lichtkabel-Verlegung gerüstet und eins kann sogar eine Powerbank integrieren und hat ein Staufach an Bord (Rose Backroad).
Gewicht: unter 10 kg wird schwer
Leichtgewicht ist das, was man unter den Einsteiger Gravelbikes am wenigsten erwarten kann. Wir haben Modelle in vergleichbarer Größe bekommen und sie ohne Pedale gewogen. Zwischen 9,8 kg und 11,7 kg wiegen die Gravelbikes bis 2.000 Euro im Test, die meisten liegen in der Mitte zwischen 10 kg und 11 kg. Das Leichteste ist damit genauso leicht wie ein schweres Carbon Gravelbike. Das Schwerste hat auch die dicksten Reifen, was das stattliche Gewicht deutlich relativiert.
Überblick: alle Gravelbikes bis 2.000 Euro im Test
Die 7 Gravelbikes im Test liegen preislich zwischen 1.500 Euro und 2.039 Euro, mithin ein Spektrum von rund 500 Euro, also rund ein Viertel des Kaufpreises bei manchen der Bikes.
Mit Radon, Rose und Canyon sind 3 Direktanbieter vertreten. Diese Bikes müssen zuhause montiert werden, wenn man nicht in der Nähe eines der Shops der Marken wohnt. Die Montage verlangt jedoch keine Fachkenntnisse. Das Van Rysel ist sowohl bei Decathlon im Shop als auch direkt online zu kaufen. Giant, Stevens und Bulls sind Fachhandelsmarken, die Räder sind aber natürlich auch über diverse Online-Shops zu beziehen.
| Modell (Rahmenhöhe) | Preis | Gewicht gewogen | Schaltung | Übersetzung | Zulässiges Gesamtgewicht | Reifenfreiheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Van Rysel Gravel AF GRX | 1.699 Euro | 10,4 kg | Shimano GRX 820 2x12 | 46-30 / 11-36 | circa 120 kg (110 kg Zuladung) | bis 50 mm in 700c |
| Bulls Grinder 3 | 1.499 Euro | 11,7 kg | Shimano GRX 610 1x12 | 40 / 10-51 | 135 kg | Bis 45 mm in 700c |
| Canyon Grizl AL 7 RAW | 1.899 Euro | 10,6 kg | Shimano GRX 820 2x12 | 46-30 / 11-36 | 120 kg | vorne 54 mm / hinten 50 mm |
| Rose Backroad AL GRX 400 | 1.999 Euro | 10,7 kg | Shimano GRX 400 2x10 | 46-30 / 11-34 | 120 kg | 50 mm in 700c |
| Giant Revolt 0 | 1.999 Euro | 9,8 kg | Shimano GRX 610 2x12 | 46-30 / 11-34 | 150 kg | bis 53 mm im 700c |
| Radon Regard AL 10.0 | 1.999 Euro | 9,8 kg | Shimano GRX 820 1x12 | 40 / 10-51 | 115 kg | 45 mm in 700c |
| Stevens Gavere Com | 1.999 Euro | 10,6 kg | Shimano GRX 610 2x12 | 46-30 / 11-36 | 130 kg | 50 mm in 700c |
Van Rysel Gravel AF GRX
Das Van Rysel Gravel AF GRX ist ein sportlich ausgelegtes Einsteiger-Gravelbike, das mit 1.699 Euro im unteren Preisspektrum des Testfeldes rangiert. Dennoch bietet es eine wertige 2×12 GRX-Schaltung und ein auf den ersten Blick geringes Gewicht.
- Preis: 1.699 Euro
- Gewicht: 10,4 kg
- Schaltung: Shimano GRX 820 2×12
- Zulässiges Gesamtgewicht: 110 kg (Zuladung Fahrer und Gepäck)
- Reifenfreiheit: bis 50 mm in 700c
- Herstellerseite: www.decathlon.de
Bulls Grinder 3
Das Bulls Grinder 3 Jubiläumsmodell ist mit einem Preis von 1.499 Euro das günstigste Gravelbike unter 2.000 Euro im Test. Dennoch schafft es die ZEG-Marke, einen Shimano GRX 1×12 Antrieb mit großer Bandbreite ins Paket zu packen. Und auch die auffällige Lackierung wirkt wertiger, als es das Preisschild vermuten lässt. Interessant sind zudem die recht hohe Gewichtszulassung und die breitesten Reifen im Testfeld.
- Preis: 1.499 Euro
- Gewicht: 11,7 kg
- Schaltung: Shimano GRX 610 1×12
- Übersetzung: 40 / 10-51
- Zulässiges Gesamtgewicht: 135 kg
- Reifenfreiheit: bis 45 mm in 700c
- Herstellerseite: www.bulls.de
Canyon Grizl AL 7 RAW
Das Canyon Grizl AL 7 RAW trat als vielseitiges Adventure-Gravelbike mit GRX-820-Ausstattung und einem ebenfalls attraktivem Preisschild von 1.899 Euro an. Es war zum Testzeitpunkt ein verfügbares Sondermodell und ist inzwischen wieder durch das Grizl 7 abgelöst, das mit verschliffenen Schweißnähten aufwartet, aber ansonsten identisch ist – und sogar noch 100 Euro günstiger. Auf dem Papier hebt sich das Grizl 7 mit hoher Reifenfreiheit ab (am 1by Modell mit Cues sogar vorne und hinten) und konnte uns schon im Einzeltest überzeugen (Grizl 8 1by Ekar Test). Mit 3 Jahren Modell-Laufzeit ist es schon fast ein Klassiker unter den Bestseller Gravel Bikes.
- Preis: 1.799 Euro Grizl 7 (AL 7 RAW inzwischen abgelöst)
- Gewicht: 10,6 kg
- Schaltung: Shimano GRX 820 2×12
- Übersetzung: 46-30 / 11-36
- Zulässiges Gesamtgewicht: 120 kg
- Reifenfreiheit: vorne 54 mm / hinten 50 mm
- Herstellerseite: www.canyon.com
Rose Backroad AL GRX 400
Das Rose Backroad AL wechselte erst vor kurzem zusammen mit dem Backroad Carbon in die neue Modellgeneration und bekam viele Neuerungen mit auf den Weg, die es vor allem fürs Bikepacking noch besser aufstellen. Dazu zählt auch ein Staufach im Unterrohr. Einzigartig in der Preisklasse ist die Möglichkeit, eine Powerbank zu integrieren und an einen vorbereiteten Kabelbaum im Staufach anzuschließen, um am Cockpit Handy und Co. zu laden. Das Backroad AL GRX 400 ist für 1.999 Euro das Einstiegsmodell in die Baureihe.
- Preis: 1.999 Euro
- Gewicht: 10,7 kg
- Schaltung: Shimano GRX 400 2×10
- Übersetzung: 46-30 / 11-34
- Zulässiges Gesamtgewicht: 120 kg
- Reifenfreiheit: 50 mm in 700c
- Herstellerseite: www.rosebikes.de
Giant Revolt 0
Das Giant Revolt 0 zählt zu den sportlichen Bikes dieser Preisklasse und fällt auf den Blick mit sehr geringem Gewicht auf. Sein Rahmen bietet zudem eine hohe Reifenfreiheit und vielseitige Montagepunkte sowie eine 2×12 GRX-Schaltung. Das Revolt konnte uns in der noch günstigeren Version Revolt 1 bereits im Einzeltest mit viel Komfort beeindrucken (Giant Revolt 1 Test) – hier ist der direkte Vergleich spannend, in dem es sich als leichtes und dynamisches Gravelbike präsentierte und zugleich mit der höchsten Gewichtszulassung wertvolle Bikepackingpunkte holte.
- Preis: 1.999 Euro
- Gewicht: 9,8 kg
- Schaltung: Shimano GRX 610 2×12
- Übersetzung: 46-30 / 11-34
- Zulässiges Gesamtgewicht: 150 kg
- Reifenfreiheit: 53 mm in 700c
- Herstellerseite: www.giant-bicycles.com
Radon Regard AL 10.0
Das Radon Regard AL 10.0 ist eines der Modelle mit 1×12 GRX-Ausstattung. Es richtet sich damit eher an sportliche Gravel-Fahrer, die Wert auf geringes Gewicht legen. Typisch Radon ist das wertige Ausstattungspaket, das unter anderem DT Swiss-Laufräder beinhaltet. Besonders hervorzuheben ist die große Bandbreite durch das 10-51er Ritzel. Auch seine Leichtigkeit machte dem Gravelbike viele Freunde. Das Regard 10.0 war bei Testende zwar nicht im Shop gelistet, das 2026er Modell soll aber laut Radon bald wieder im Shop stehen – mit neuen Farben und ein paar Updates, aber unveränderter Basis.
- Preis: 1.999 Euro
- Gewicht: 9,75 kg
- Schaltung: Shimano GRX 820 1×12
- Übersetzung: 40 / 10-51
- Zulässiges Gesamtgewicht: 115 kg
- Reifenfreiheit: 45 mm in 700c
- Herstellerseite: www.radon-bikes.de
Stevens Gavere Com
Das Stevens Gavere Com kam ebenfalls erst im Herbst 2025 neu auf den Markt und bringt unter anderem einen neu entwickelten Alurahmen mit. Die Hamburger setzen auf eine cleane Optik mit semi-integrierten Leitungen und Zügen und liegen mit 50 mm Reifenfreiheit auf der Höhe der Zeit. Für 1.999 Euro bringt es eine gut übersetzte Shimano GRX 610 2×12 Schaltung mit und fuhr als tourenorientierter Allrounder nach Punkten auf das Podium des Tests.
- Preis: 1.999 Euro
- Gewicht: 10,6 kg
- Schaltung: Shimano GRX 610 2×12
- Übersetzung: 46-30 / 11-36
- Zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg
- Reifenfreiheit: 50 mm in 700c
- Herstellerseite: www.stevensbikes.de
Das ist uns aufgefallen
Was uns an den einzelnen Gravelbikes bis 2.000 Euro im Test positiv und negativ aufgefallen ist, liest du in den Einzeltests. Hier erfährst du, wie sie im Vergleich abschneiden, wo sie ihre Stärken haben und wo vielleicht ein anderes Modell besser aufgestellt ist. Und am Ende geht es natürlich darum, welches der sieben Testbikes in allen Testfragen zusammen am meisten Punkte holt.
Der Testsieger muss aber nicht für dich gleich das beste Rad sein. Ein Beispiel: Du willst vor allem mit Gravelausfahrten mit lokalen Gruppen machen, dein Fitnesstraining auf dem Rad absolvieren und vielleicht auch mal in der Rennradgruppe mitfahren? Dann sind das Canyon Grizl oder das Giant Revolt bessere Empfehlungen als das Rose Backroad, das insgesamt am meisten Punkte einsammelte. Oder: Du bist schwer und willst auf große Tour gehen, dann sind die Bikes mit hoher Gewichtszulassung für dich interessanter und viele Punkte unter Bikepacking interessanter. Das ist ganz besonders das Giant, aber auch das Stevens und das Bulls Grinder schneiden hier sehr gut ab.
Ausstattung – Schaltgruppe zuerst
Pro 1×12: In Sachen Ausstattung macht die Schaltung nach unseren Testfahrten den größten Unterschied. Du willst beim Schalten nicht lange nachdenken? Nimm eins der 1×12 Modelle – hier vertreten von Bulls und Radon.
Du wohnst im Mittelgebirge, willst auch über weniger gut befestigte Waldwege auf die Höhen fahren? Auch hier machen dir die 1×12 Schaltungen mit ihrer MTB-Kassette das Leben leichter, weil sie leichtere Gänge für steile Anstiege haben.
Pro 2-fach: Wenn du allerdings gelegentlich auch mal mit Rennradlern fahren willst und auch lange Strecken im Flachen oder einem leicht hügeligen Terrain auf dem Plan stehen, dann sind die Modelle mit 2×12- oder 2×10-GRX-Gruppen die passendere Wahl. Bei den 2×12-Schaltungen gibt es verschiedene Abstufungen. Vielseitiger sind jene mit 11-36 Kassette, die fast so gut für Berge sind wie die 1×12 Variante – zu finden am Stevens, am Canyon und Van Rysel.
Deutlich fühlbare, praxisrelevante Unterschiede zwischen der Performance der Schaltungen und Bremsen konnten wir zwischen den unterschiedlichen Niveaus GRX 400 und GRX 820 nicht ausmachen. Auch die Gangzahl 2×10 versus 2×12 hat in der Praxis eine geringere Bedeutung, als es die Zahl von 2 Gängen Unterschied nahelegt. Die höherwertigen Gruppen sparen aber Gewicht und versprechen mehr Langlebigkeit. Bei den Bremsen macht sich die große Scheibe mit 180 mm am Backroad klar mit mehr Bremskraft bemerkbar, Kudos dafür.
Reifengrößen – besser breit
Sofort erfahrbar sind auch die unterschiedlichen Reifengrößen und Profile. Klare Wertung unsererseits hier: größer ist besser. Größer bedeutet mehr Komfort auf Gravelwegen, mehr Griffigkeit beim Bremsen und mehr Kontrolle – bei entsprechendem Profil. Für Allrounder, wie es die Gravelbikes in dem Preisbereich sein sollen, finden wir stärker profilierte Reifen wie den Conti Terra Adventure oder den Schwalbe G-One RX die bessere Wahl. Denn sie geben einfach mehr Fahrsicherheit in Offroad-Kurven, egal wie das Wetter ist. Wer natürlich ganz überwiegend auf der Straße und ähnlich gut befestigten Wegen fährt, ist mit schmaleren Semi-Slicks hervorragend bedient.
Man beachte: Einen Satz Reifen nach dem Kauf zu tauschen, kann leicht 100 Euro kosten, insofern handelt es sich um ein wichtiges Kaufkriterium.
Reifenfreiheit – von 45 mm bis 53 mm
Ebenfalls wichtig: Wie breite Reifen passen überhaupt in den Rahmen, wenn man wechseln will, um etwa den Komfort weiter zu erhöhen? Bei Giant sind es bis 53 mm in 700c, bei Rose, Canyon und Van Rysel bis 50 mm. Die anderen Bikes sind mit 45 mm hier schlechter aufgestellt. Interessant auch: Bei Canyon und Van Rysel gibt es günstigere Modelle mit 1-fach Schaltung, die dann auch mehr Reifenfreiheit bieten.
Lenker – eine Frage der Form
Große Unterschiede gibt es ansonsten auch bei den Lenkerformen und der Qualität des Lenkerbands. Kaufentscheidend sind diese aber nicht – unsere Anmerkungen dazu findest du im Einzeltest. Dabei ist es gut zu wissen, dass bei allen Gravelbikes ein Tausch des Lenkers leicht möglich ist. Übrigens lassen sich durch andere Lenker auch längere und kürzere Sitzpositionen erzielen. Denn es gibt Modelle mit mehr oder weniger Reach (Abstand vom Oberlenker zur Krümmung).
Gewicht – Laufräder machen bis ein Kilo Unterschied
Spielt das Gewicht der Bestseller Gravelbikes eine Rolle? Immerhin satte 2 Kilo liegen zwischen dem schwersten Modell Bulls Grinder 3 und dem leichtesten, dem Radon Regard 10.0. Das ist so viel, dass man es auch beim Fahren spürt. Und: Die ganz leichten Räder, Giant Revolt 0 und Radon Regard, fühlen sich einfach einen Tick dynamischer und lebendiger an.
Aber: Das liegt auch daran, dass sie leichtere Reifen haben. Wie groß der Gewichtsunterschied ohne Räder und Reifen ist, siehst du in der Tabelle. Zwei Sachen fallen auf: Das Bulls Grinder ist nur wegen seiner Räder 1 kg schwerer. Nur das Radon und das Giant haben auch ohne Räder noch einen Gewichtsvorteil. Der fällt zwar mit rund 500 g gering aus, ist aber in dieser Preisklasse ein Performance-Vorteil. Im Zweifel würden wir uns aus oben genannten Gründen für das schwerere Rad mit breiteren Reifen entscheiden.
| Gewicht Laufräder mit Reifen und Co. | Reifengröße | Gewicht Rad ohne Räder | Gewicht Kompletttrad | |
|---|---|---|---|---|
| Rose Backroad GRX | 3,95 kg | 45 mm | 6,75 kg | 10,7 kg |
| Van Rysel GRVL AF | 3,8 kg | 40 mm | 6,60 kg | 10,4 kg |
| Radon Regard 10.0 | 3,9 kg | 40 mm | 5,85 kg | 9,75 kg |
| Stevens Gavere Com | 3,95 kg | 45 mm | 6,65 kg | 10,6 kg |
| Giant Revolt 0 | 3,8 kg | 40 mm | 6,00 kg | 9,8 kg |
| Canyon Grizl AL 7 RAW | 4,25 kg | 45 mm | 6,35 kg | 10,6 kg |
| Bulls Grinder 3 | 4,95 kg | 45 mm | 6,75 kg | 11,7 kg |
Ebenfalls aufschlussreich: Van Rysel spendiert dem GRVL AF anscheinend wertige Laufräder. Trotz der vorteilhaft breiten Felgen (27 mm innen) und vergleichbarer Reifen wiegen sie ähnlich wenig wie die sehr guten DT Swiss Laufräder am Radon.
Sitzposition und Fit – Probefahrt dringend empfohlen
Wie gut das Gravelbike der Wahl zu deinen Körpermaßen und der Sitzhaltung, die du länger bequem fahren kannst, passt, ist die entscheidende Frage. Probefahren ist dringend zu empfehlen, bei drei Testkandidaten aber ganz besonders:
- Beim Bulls Grinder ist die Auswahl an Rahmenhöhen sehr gering und gleichzeitig fällt die Sitzposition sehr kompakt und aufrecht aus. Ein Tipp für Genussradeln, aber für manchen vielleicht zu aufrecht.
- Das Van Rysel steht ebenfalls nur in einer sehr geringen Größenauswahl bereit. Zudem „wachsen“ die Rahmen mehr in der Höhe als in der Länge. Der Griff zu einer anderen Größe kann also einen anderen Sitzpositions-Charakter bringen – beim Testrad eher sportlich.
- Das Radon Regard baut lang wegen seines großen Lenker-Reaches, was aus der Geometrie nicht direkt hervorgeht.
Ein unbedingter Tipp für kleine Fahrerinnen und Fahrer ist das Canyon Grizl. Es steht in drei kleinen Größen mit 650b Laufrädern bereit, was sich vorteilhaft auf die Fahreigenschaften auswirkt. Hier bekommen Kleine das gleiche Erlebnis wie Große.
Wer gerne schnell und sportlich fährt, findet auf dem Canyon Grizl auch die passendste Grundhaltung. Aber auch das Radon Regard und das Van Rysel GRVL AF sind eher sportlich ausgelegt.
Legst du Wert auf eine komfortable Sitzhaltung, kommen dir das Stevens Gavere Com, das Bulls Grinder 3 und das Giant Revolt mehr entgegen. Hier findest du noch einmal alle Geometrien im direkten Vergleich und kannst auch andere Gravelbikes, die dich interessieren, hinzufügen:
Geometrievergleich Gravelbikes bis 2.000 Euro
Bewertet haben wir die Geometrie nur für 2 Unterpunkte: Erstens bringt eine aufrechte Sitzposition mehr Komfortpunkte. Zweitens haben wir für eine beruhigtere Fahrwerksauslegung mehr Punkte in Sachen Offroad/Gravelwege gegeben.
Gravel und Offroad
Ein längerer Radstand und ein flacherer Lenkwinkel erhöhen das Fahrsicherheitsgefühl auf schlechten Wegen und in Abfahrten besonders, was in die Bewertung einfloss. Ebenso wie das Reifenprofil oder die passende Übersetzung für Offroad-Bergauffahrten. Dabei sind Spitzenreiter hier das Bulls Grinder 3 und das Van Rysel GRVL AF.
Wer gesteigerten Wert auf Fahrspaß auf unbefestigten Wegen legt, ist mit dem Canyon Grizl, dem Giant Revolt und dem Rose Backroad hervorragend beraten, die eher wendig ausgelegt sind.
Straße und feste Wege
Wenn du mit deinem Gravelbike nur ab und zu groben Schotter oder Waldwege unter die Räder nehmen willst, sondern nur die Möglichkeiten erweitern und meist auf gut befestigten Wegen oder Straßen unterwegs bist, gibt es Kandidaten, die das von Anfang an einfacher machen. Wie? Mit passenden Reifen, um auch mal in einer Rennradgruppe mitzufahren und enger gestuften Gängen. Entsprechend sind das auch die Kriterien für unsere Road-Wertung.
Schau dir das Radon Regard, das Canyon Grizl und das Stevens Gavere genauer an, wenn das für dich ein wichtiges Kriterium ist.
Bikepacking und Alltag
Wieviel kannst du mitnehmen und welche Möglichkeiten bietet dir das Gravelbike, passende Halter, Taschen und Gepäckträger anzuschrauben? (Riemenbefestigung geht natürlich immer). Außerdem: Können Schutzbleche und Licht einfach nachgerüstet werden, um mit dem Rad Arbeitswege in der dunklen Jahreszeit zurückzulegen? Das haben wir in der Kategorie Bikepacking und Alltag bewertet. Hier fließt auch das zulässige Gesamtgewicht ein. Die einsame Spitze bildet dabei das Rose Backroad AL. Es punktet mit dem einzigen Staufach im Rahmen und sahnt dank der besten Lichtvorbereitung auch in der Alltagswertung ab. Einzigartig sind zudem der Lade-Anschluss und die Möglichkeit, eine Powerbank im Unterrohr unterzubringen. Aber auch das Bulls Grinder 3 kann stark punkten.
Das zulässige Gesamtgewicht spielt dann eine Rolle, wenn du besonders viel mitnehmen willst, wenn du groß oder schwer bist oder zum Beispiel einen Kinderanhänger mit dem Gravelbike ziehen willst. Denn das fließt komplett mit Ladung in das Gewicht ein (das Bulls Grinder ist übrigens sogar schon für eine Kupplung vorbereitet). In diesem Punkt gibt es riesige Unterschiede im Testfeld. Giant setzt die Grenze mit 150 kg am weitesten oben an. Sehr gut sind aber auch Stevens und Bulls mit Werten an oder über 130 kg.
Tops und Flops
Flop
- 40 mm Terra Speed Reifen am Regard – Speed-Spezialisten, aber für ein Allrounder Gravel Bikes bieten sie wenig Pannenschutz und Traktion.
- 34er Kassette an manchen 2-fach Antrieben – warum wird an dieser günstigen Komponente Bandbreite verschenkt, die mutmaßliche Käuferinnen und Käufer in dieser Preisklasse gut gebrauchen könnten.
- Kaum guter Rahmenschutz Meist muss eine Folie gegen Steinschlag und Co. reichen. Canyon macht vor, wie es richtig geht, auch Rose kann es.
- Sattel am Bulls Auch wenn passende Sattelformen persönlich unterschiedlich sind. So eine dicke, aber nachgiebig gepolsterte Sitzgelegenheit wie am Bulls ist ein klarer Tauschkandidat.
- Dünnes Lenkerband Noch so ein günstiges Teil, das einen Unterschied macht. Van Rysel bietet nur ein dünnes Ding, vorbildlich auch hier Rose und Canyon mit dicken griffigen Bändern, die tatsächlich die Dämpfung verbessern.
Top
- Carbon-Sattelstütze am Canyon Richtig gemacht, wie bei Canyon, flext Carbon mehr und bietet daher mehr Komfort.
- Shimano GRX 1×12 Einfacher zu schalten, große Bandbreite: die Shimano GRX 1×12 dürfte für viele die passende Gravel-Schaltung sein, so lange man nicht in Rennrad-Gruppen mitfahren will oder überwiegend im Flachen unterwegs ist.
- Breite Reifen wie der Schwalbe G-One RX oder Continental Terra Adventure Mehr Stoßdämpfung, mehr Traktion, mehr Seitenhalt in Kurven, auch wenn es mal feuchter Boden ist. Allrounder wie die beiden Reifen machen an einem Allround Gravelbike für uns am meisten Sinn. Das heißt nicht, dass für dich ein schneller Reifen wie der Terra Speed oder der G-One R nicht passender sein kann.
- Bequeme Lenker mit kompaktem Reach und Drop wie am Grizl und am Bulls Wer ein Gravelbike der Preisklasse fährt, braucht vermutlich keine ultrasportliche Sitzposition. Deshalb finden wir es positiv, wenn die alternativen Griffpositionen an den Hoods und im Unterlenker nicht so radikal unterschiedlich sind.
- Laufräder am Van Rysel Leicht, breit, universell, made in Europe. Mehr davon!
Bestseller Gravelbike 2026 Bewertung im Überblick
Hier findest du noch einmal alle Punkte in den verschiedenen „Testabteilungen“ im Überblick.
| Gewichtung | Bulls Grinder 3 | Van Rysel GRVL AF GRX | Canyon Grizl AL 7 RAW | Rose Backroad AL GRX | Stevens Gavere Com | Giant Revolt 0 | Radon Regard 10.0 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Preis (€) | 1499 | 1699 | 1899 | 1999 | 1999 | 1999 | 1999 | |
| Ausstattung (max. 35) | 20 % | 22 | 20 | 29 | 24 | 27 | 24 | 25 |
| Gewicht (max. 6) | 10 % | 2 | 4 | 4 | 4 | 4 | 6 | 6 |
| Rahmen und Verarbeitung (max. 12) | 5 % | 6 | 7 | 8 | 10 | 7 | 8 | 4 |
| Bikepacking (max. 15) | 15 % | 9 | 8 | 7 | 13 | 8 | 9 | 8 |
| Alltag (max. 8) | 10 % | 7 | 4 | 4 | 7 | 6 | 3 | 5 |
| Gravel Offroad (max. 8) | 15 % | 8 | 7 | 4 | 5 | 6 | 6 | 4 |
| Straße und Hardpack (max. 6) | 10 % | 2 | 3 | 4 | 2 | 6 | 2 | 4 |
| Komfort (max. 8) | 10 % | 2 | 6 | 6 | 8 | 6 | 4 | 4 |
| Service (max. 7) | 5 % | 5 | 5 | 8 | 7 | 6 | 6 | 4 |
| Gesamtpunkte gewichtet nach % | 14,2 | 9,05 | 8,55 | 10,05 | 10,10 | 9,85 | 9,4 | 9 |
| Punkte pro 1000 € | 6,04 | 5,03 | 5,24 | 5,05 | 4,83 | 4,7 | 4,5 |
Bestseller Gravelbike Test 2026 Test Fazit
Sieger nach Punkten in unserem Test von 7 Gravelbikes bis 2.000 Euro ist das Rose Backroad AL. Dass nach Punkten ein knapper Vorsprung vor dem Canyon Grizl AL RAW bleibt, sagt viel über die Gesamtperformance dieser beiden Bikes aus. Sie prägen also nicht ganz zu unrecht gefühlt das Bild auf den Gravelwegen in Deutschland. Wenig ist damit über ihren unterschiedlichen Charakter gesagt: Das Backroad AL ist mit den neuen Ausstattungs-Highlights wie Staufach und Ladevorbereitung und seiner ausgewogenen Auslegung der Sitzposition unser klarer Touren- und Bikepackingfavorit. Außerdem war es mit dem stimmigen Auftritt auch Sieger der Herzen.
Das Grizl kann auch vieles besser, aber es machte sich besonders viele Freunde mit seinem agilen und sportlichen Charakter, den es sonst nicht im Testfeld gibt. Dafür und für die Vorzüge bei den Größen- und Fittingoptionen erntet es den Tipp Sport. Diese beiden Bikes haben für Große und Schwere eine Schwäche beim zulässigen Gesamtgewicht. Diese hat das Stevens nicht, sammelt aber ansonsten genug Punkte fürs Podium.
Separat haben wir das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet. Sowohl das Radon Regard, als auch das Van Rysel GRVL und das Bulls Grinder wären der Papierform nach heiße Kandidaten für die Wertung gewesen. Bei 500 Euro Preisdifferenz, aber in vielen Punkten gleicher oder besserer Performance, geht jedoch in Sachen Preis/Leistung letztlich kein Weg am Bulls Grinder 3 vorbei und die Achillesferse Gewicht. Eine ehrenhafte Erwähnung verdient nicht zuletzt das Giant Revolt 0, das wie kein anderes geringes Gewicht und viele Möglichkeiten auch für Große und Schwere vereint und noch dazu die größte Reifenfreiheit mitbringt. Breitere Reifen und es wäre ebenfalls auf dem Podium gelandet.
Was sind eure Erfahrungen mit Gravelbikes in der Preisklasse, worauf sollte man achten?
So haben wir die Bestseller Alu Gravel Bikes getestet
Alle Gravelbikes im Vergleich wurden auf einer identischen, circa 10 km langen Teststrecke gefahren (Testrunde auf Komoot). Die Bewertung des Fahreindrucks erfolgte nach einem Punkteschema in den Kategorien: Kurven (schnell weit, eng langsam), Beschleunigen, passende Übersetzung für Gravelanstiege, Komforteindruck am Sattel und am Lenker.
Die Teststrecke beinhaltete Straßenanteile, Anstiege bis kurzzeitig 19 % auf Gravel und 12 % auf der Straße. Zu überwiegendem Anteil bestand die Teststrecke aus Gravel-Wegen, die auf der 50 Shades of Gravel Skala der Stufe 5 zuzuordnen wäre, sprich: überwiegend felsiger Untergrund mit losem Kies und nur selten großen Steinen.
Nach einem gewichteten Punkteschema bewerten wir außerdem die technischen Daten der Fahrräder: die Ausstattung nach Wertigkeit und Sinnhaftigkeit für den Einsatzbereich, die Verarbeitung nach Rahmenschutz, Aufwand bei Umbauten und Service. Außerdem flossen das Gewicht (weniger gleich mehr Punkte) und das zulässige Gesamtgewicht (mehr gleich mehr Punkte) in die Bewertung mit ein.
Die Testräder werden bei den Herstellern für den Test in der beschriebenen Kategorie angefragt. Neben den gezeigten Rädern können noch weit mehr Testräder angefragt worden sein, die zum Beispiel aus Gründen der Lieferfähigkeit nicht teilnehmen konnten. Die Hersteller stellen das Rad kostenlos in der Art und Weise zur Verfügung, wie es der Fachhandel erhält; bei Testrädern von Direktanbietern, wie sie der Endkunde erhält, d.h. vormontiert. Die Testräder wurden in der Redaktions-Werkstatt endmontiert. Für den Test wurden die Räder gewogen, die Sitzposition bei identischer Sattelhöhe (bezogen auf die Tretlagermitte) vermessen und die Reifen mit identischem Reifendruck befüllt. Die Gravel Bikes fuhren wir mit dem empfohlenen Reifendruck für das jeweilige Set-up aus dem SRAM Reifendruck-Rechner, z. B. vorne 1,9 bar und hinten 2,0 bar für Jan mit einem 45-mm-Reifen. Nach Testende erhalten die Hersteller die Testräder zurück.
| Körpergröße | 180 cm |
| Schrittlänge | 86 cm |
| Oberkörperlänge | 51 cm |
| Armlänge | 62 cm |
| Gewicht | 75 kg |
- Fahrvorlieben
- Lieber kurz und schnell als lang und erschöpfend
- Bevorzugtes Terrain
- Mittelgebirge, Flandern, kurvig, gerne auch mit Flatterband auf Wiesen
- Vorlieben bei der Sitzposition
- Kompromiss zwischen Endurance und Race
- Sprinter, Rouleur oder Kletterer?
- Am ehesten wohl Rouleur. Für den Sprinter fehlen die Ellenbogen und die Watt, für den Kletterer zu schwer
Wäre ein günstiges Gravelbike etwas für dich?

