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Die ZIV Marktdaten 2025: Gravel boomt und E-Bike-Preise fallen

Die aktuellen Zahlen der Verbände ZIV, Zukunft Fahrrad und VSF werfen ein spannendes Licht auf den Fahrradmarkt. Wir haben die Online-Präsentation und das offizielle PDF-Dokument zu den Marktdaten 2025 für euch analysiert. Hier sind zehn Punkte, die für die Branche und uns Radfahrer jetzt entscheidend sind.

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Die wirtschaftliche Situation der Fahrradbranche spiegelt die allgemeine Konsumzurückhaltung wider, auch wenn die Verbände von einer robusten Resilienz sprechen. Laut den durch den Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) präsentierten Daten wurden im Geschäftsjahr 2025 in Deutschland insgesamt rund 3,8 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Das entspricht einem leichten Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Umsatzseitig verzeichnet die Branche einen Rückgang von 7,7 Prozent auf 5,85 Milliarden Euro. Dennoch betonen die Branchenvertreter, dass man sich damit weiterhin auf einem Niveau bewege, das deutlich über den Vor-Corona-Jahren liege. Ein Treiber dieser Entwicklung bleibt das E-Bike, das mit 2,0 Millionen verkauften Einheiten und einem Anteil von fast 53 Prozent die wichtigste Säule des Marktes bildet.

Die Produktion in Deutschland hielt sich mit rund 1,94 Millionen Fahrzeugen nahezu stabil auf Vorjahresniveau. Während die Hersteller und der Fachhandel allmählich die übervollen Lager der vergangenen Jahre abbauen können, zeichnen sich neue Trends ab: Hochwertige, unmotorisierte Räder – allen voran Gravel-Bikes – gewinnen stark an Relevanz, und das Werkstattgeschäft floriert wie selten zuvor.

10 spannende Erkenntnisse der Marktdaten 2025

1. Bestand knackt die 90-Millionen-Marke

Deutschland hat laut ZIV mittlerweile einen Gesamtbestand von 90,6 Millionen Fahrrädern und E-Bikes erreicht. Allein in den vergangenen zehn Jahren ist die Flotte damit um über 25 Prozent gewachsen. Besonders bemerkenswert ist die Zahl der E-Bikes auf deutschen Straßen: Mit 17,2 Millionen Fahrzeugen stellen sie die mit Abstand größte Flotte an Elektromobilität in der Republik dar.

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2. E-Bike-Preise fallen, Bio-Bikes bleiben stabil

Die durchschnittlichen Verkaufspreise für E-Bikes sollen laut ZIV-Erhebung um 3,8 Prozent auf 2.550 Euro gesunken sein. Dies dürfte primär auf anhaltende Rabattaktionen zurückzuführen sein, mit denen der Handel die Lager leeren wollte. Interessanterweise blieben die Preise für klassische Fahrräder bei durchschnittlich 500 Euro exakt stabil. Den Grund dafür lieferte ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork im mündlichen Vortrag: Hochpreisige Renn- und Gravelräder fangen den Preisverfall in anderen Segmenten ab und stabilisieren so den Schnitt.

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3. Gravel-Bikes setzen sich im Ranking ab

Der Hype um Gravel-Bikes ist real und schlägt sich deutlich in den ZIV-Zahlen nieder. Betrachtet man isoliert die klassischen, unmotorisierten Fahrräder, haben Gravel-Bikes hier mittlerweile einen Verkaufsanteil von stolzen 10 Prozent erreicht. Damit haben sie Kategorien wie Jugendräder (7,5 Prozent) und unmotorisierte ATBs (6,5 Prozent) klar hinter sich gelassen. Sportliches Fahren rückt wieder merklich stärker in den Fokus.

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4. Massive Einbrüche in der Auslandsproduktion

Eine der bemerkenswertesten Zahlen aus dem ZIV-Datenblatt betrifft die sogenannte verlängerte Werkbank der Industrie: Die Produktion deutscher Unternehmen in eigenen ausländischen Betriebsstätten brach um 42 Prozent auf 280.000 Stück ein. Die Fabriken im Ausland sollen demnach deutlich weniger ausgelastet worden sein, während die innerdeutsche Produktion nur leicht sank.

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5. Dienstradleasing rettet das Hochpreis-Segment

Das Leasing-Geschäft wächst trotz wirtschaftlicher Flaute weiter. Die vom Verband Zukunft Fahrrad erhobenen Daten zeigen, dass die Flotte an geleasten Rädern auf 2,2 Millionen angestiegen ist. Besonders auffällig: Während der Durchschnittspreis im Gesamtmarkt bei E-Bikes sank, stieg er beim Leasing-E-Bike auf beachtliche 3.700 Euro an. Das Leasing fungiert somit als massiver Treiber für den Absatz hochwertiger Fahrräder im Fachhandel.

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6. Refurbishment wird zum Millionenmarkt – Angebot reicht kaum aus

Was passiert mit all den Leasing-Rückläufern? Sie befeuern einen rasant wachsenden Gebrauchtmarkt. Laut den Daten von Zukunft Fahrrad hat sich die Zahl der zurückgegebenen Räder auf rund 80.000 Stück erhöht. Die professionelle Aufbereitung (Refurbishment) verzeichnete seit 2023 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 68 Prozent. Wasilis von Rauch (Zukunft Fahrrad) ergänzte dazu in der Online-Präsentation ein wichtiges Detail, das so nicht im PDF steht: Die Nachfrage räume das Angebot derzeit komplett ab, gebrauchte Premium-Räder seien oft sofort vergriffen.

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7. Werkstätten als Rettungsanker: 13,5 Prozent Umsatzplus

Während der Verkauf von Neurädern im qualitätsorientierten Fachhandel laut VSF-Daten um 6,8 Prozent zurückging, boomte der Service. Die konkrete Zahl dazu lieferte Uwe Wöll (VSF) exklusiv während der Pressekonferenz: Die Werkstattumsätze in den befragten VSF-Betrieben stiegen 2025 um satte 13,5 Prozent! Der Bericht bestätigt diesen Trend, wonach 78 Prozent der VSF-Händler auch für 2026 eine weiterhin positive Entwicklung bei den Werkstattleistungen erwarten.

8. E-MTB bleibt an der Spitze, verliert aber minimal

Im Segment der E-Bikes bleibt das E-Mountainbike laut ZIV mit 38 Prozent Marktanteil unangefochten an der Spitze. Dennoch musste es leichte Anteilsverluste von zwei Prozentpunkten hinnehmen. Stabilität zeigen hingegen E-Trekkingräder (24 Prozent) und E-Cityräder (19 Prozent), die stark vom Alltags- und Pendlerverkehr profitieren.

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9. Das Ende der Lager-Schlacht ist in Sicht

Nach zwei Jahren voller Rabattschlachten entspannt sich die Lage in den Lagern der Händler langsam. Laut den Erhebungen des VSF gaben 20,9 Prozent der befragten Fachhändler an, dass sich ihre Bestände bereits normalisiert haben. Die Umschlagshäufigkeit liegt mit 1,7 zwar noch unter dem Zielwert von 2,7, eine allgemeine Normalisierung wird jedoch laut Ausblick bis Ende 2026 erwartet. Im Transkript der Konferenz wurde jedoch auch deutlich, dass der Abbau für viele Händler ein harter Weg bleibt.

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10. EU dominiert die Importe weiterhin

Statistisch gesehen stammt der Großteil der nach Deutschland importierten E-Bikes (73,1 Prozent) laut ZIV aus EU-Ländern. Tschechien führt die Liste mit 18 Prozent souverän an. Das PDF liefert dazu das passende Stichwort: „verlängerte Werkbanken“. Für Branchenkenner natürlich kein Geheimnis: Rahmen und Komponenten werden in Asien gefertigt und anschließend in Werken in Europa endmontiert. So gelten die fertigen Räder beim Grenzübertritt als EU-Import. Direkte Importe von Komplett-E-Bikes aus Asien liegen bei 25,1 Prozent – hier dämpfen laut ZIV vor allem die bestehenden Anti-Dumping-Maßnahmen gegenüber China den direkten Zustrom. (Anmerkung: Bei klassischen Fahrrädern ist das Verhältnis knapper, hier führt die EU mit 51,9 % vor Asien mit 42,2 %).

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ZIV Markdaten 2025 als PDF

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Was denkt ihr über die neuen Daten? Profitiert ihr von den gesunkenen E-Bike-Preisen oder zieht es euch angesichts des Trends ohnehin eher zum motorlosen Gravel-Bike?

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