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Banyoles, Tankwa Trek & Co: Wer glänzt mit Frühform? Die ersten Ergebnisse der Saison

Die Rennsaison 2026 steckt noch in den Kinderschuhen – und doch geht es schon mächtig zur Sache. Die ersten Wettkämpfe im Cross-Country- und Marathon-Zirkus gehören bereits der Vergangenheit an und ermöglichen einen ersten Ausblick auf die potenziellen Protagonistinnen und Protagonisten bei den großen Highlights der Saison. Und besonders erfreulich aus deutscher Sicht: Mit mehreren Erfolgen unterschiedlicher Fahrer scheinen die deutschen Cross-Country- und Marathon-Asse bestens gewappnet zu sein für die anstehenden Herausforderungen.

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Shimano Supercup Massi Banyoles – Koller & Koretzky siegen beim Mini-Weltcup

Nicht erst seit diesem Jahr markiert das Cross-Country-Rennen im spanischen Banyoles, welches vom Radsportweltverband UCI in der höchsten unterhalb der Weltcupserie angesiedelten Rennkategorie „Hors Categorie“ eingeordnet ist, das erste große Aufeinandertreffen eines Großteils der internationalen Weltelite. Auch in diesem Jahr versammelten sich einmal mehr viele derjenigen Fahrerinnen und Fahrer an der Startlinie ein, die auch bei den ab dem 1. Mai beginnenden Weltcuprennen an vorderster Front zu erwarten sind.

# Jahr für Jahr markiert das HC-Rennen in Banyoles die erste große Standortbestimmung im Cross-Country-Rennkalender dar. – Foto / Archiv: Shimano Super Cup Massi Banyoles

In diesem Jahr sicherten sich in Banyoles bei den Damen die Schweizerin Nicole Koller und bei den Herren der Franzose Victor Koretzky den Sieg. Koller triumphierte in einem hart umkämpften Damenrennen vor der Italienerin Valentina Corvi und der US-Amerikanerin Kelsey Urban, bei den Herren jubelte Koretzky vor dem Schweizer Dario Lillo und dem deutschen Meister Luca Schwarzbauer.

Die Rennen in Banyoles sind mangels eines selektiven Anstiegs zumeist von sehr engen Positionskämpfen geprägt und so setzten sich sowohl Koller als auch Koretzky in beiden Rennen erst in der letzten Runde aus größeren Spitzengruppen ab. Bei den Herren versuchte erst Luca Schwarzbauer an einem Anstieg in der letzten Runde eine Vorentscheidung zu seinen Gunsten zu erzwingen, doch der spätere Sieger Koretzky und auch Dario Lillo konterten. Weitere deutsche Fahrerinnen und Fahrer im Spitzenfeld in Banyoles: David List und Paul Schehl belegten bei den Herren die Positionen sieben und neun, Lia Schrievers und Sina van Thiel landeten bei den Damen auf den Positionen acht und zehn.

Chelva Internationals – Schwarzbauer & Terpstra oben auf

Während in Banyoles die Angriffsversuche von Luca Schwarzbauer nach einem erfolgreichen Rennen an der Spitze der Konkurrenz nicht gänzlich von Erfolg gekrönt waren, sicherte sich der amtierende deutsche Cross-Country-Meister noch eine Woche zuvor beim außerhalb einer Rennserie stattfindendend, aber auch in der „Hors Categorie“ gelisteten Rennen im spanischen Chelva den Sieg vor einem nicht minder renommierten Herrenfeld.

Schwarzbauer siegte in Chelva in einem engen Rennen im Zielsprint vor dem Franzosen Luca Martin, der im Vorjahr im Weltcup mit zwei Weltcupsiegen für ordentlich Furore sorgte. Knapp hinter Schwarzbauer folgten der Südafrikaner Luke Moir, der Brite Charlie Aldridge und der Däne Sebastian Fini Juul. Max Brandl, eine Woche zuvor noch in La Nucia erfolgreich (siehe unten), belegte den 13. Rang.

Bei den Damen sicherte sich indes Anne Terpstra ihren ersten Sieg in einem Cross-Country-Rennen nach langer Leidenszeit aufgrund einer verengten Arterie im rechten Bein. Terpstra setzte sich gemeinsam mit der Britin Evie Richards zur Rennhälfte der Damenkonkurrenz aus einer vierköpfigen Spitzengruppe ab und setzte sich am Ende deutlich gegen Richards durch. Rang drei ging an eine der beiden frühen Begleiterinnen von Terpstra und Richards in der Spitzengruppe, Gwendalyn Gibson. Vierte wurde die Österreicherin Mona Mitterwallner. Das vierte Mitglied der früheren Spitzengruppe, Kelsey Urban, fiel im Verlauf des Rennens weit zurück und landete schließlich auf dem neunten Rang. Bestplatzierte deutsche Fahrerin in Chelva war Lia Schrievers auf dem zehnten Rang, knapp vor Nina Graf auf Position elf.

Shimano Super Cup Massi La Nucia – Brandl fährt sich Frust von der Seele

Den ersten deutschen Saisonerfolg im Cross-Country-Zirkus gab es sogar noch eine Woche zuvor zu vermelden – und dieser ist ein ganz besonderer: Max Brandl, ehemaliger deutscher Meister und der bereits Bronze bei den Short Track-Weltmeisterschaften 2021 einfahren konnte, muss in diesem Jahr ohne die Unterstützung eines professionellen Teams auskommen und eröffnete seine Rennsaison trotz der Umstände einer ungewissen Zukunft mit einem Paukenschlag: Beim ersten Rennen der spanischen Shimano Super Cup Massi-Serie präsentierte sich Brandl in bestechender Form und sicherte sich den Sieg vor namhafter Konkurrenz. Brandl stürmte knapp vor dem Dänen Sebastian Fini und dem US-amerikanischen Meister Riley Amos ins Ziel, zudem folgten weitere namhafte Fahrer wie der spanische Top-Fahrer Jofre Cullel auf den folgenden Plätzen.

# Ohne Team im Jahr 2026 unterwegs und dennoch in bestechender Form – Max Brandl triumphierte beim ersten Lauf der Shimano Super Cup Massi-Serie in La Nucia.

Bei den Damen sicherte sich beim spanischen Saisonauftakt die Australierin Rebecca Henderson den Sieg, knapp vor den beiden US-Amerikanerinnen Kelsey Urban und Gwendalyn Gibson. Henderson kämpfte sich dabei nach einem frühen Ausreißversuch von Urban und Gibson zurück an die Spitze und setzte sich zur Rennmitte zum Gegenangriff an. Dieser sollte sich als erfolgreich erweisen, was Henderson den ersten Saisonsieg auf europäischem Boden bescherte. Nina Graf belegte als einzige deutsche Starterin den achten Rang.

UCI Hero Marathon World Cup – Costa Blanca: Alleman & Weinbeer schlüpfen ins Führungstrikot

In der Cross-Country-Disziplin müssen sich alle Fans der Szene noch bis Anfang Mai gedulden, ehe es in Südkorea zum ersten Mal in dieser Saison um begehrte Weltcuppunkte geht. Auf der Langstrecke hingegen liegt das erste Weltcuphighlight bereits in der Vergangenheit. An der Costa Blanca, genauer genommen in Calpe, ging am vergangenen Woche der erste Lauf der 2025 erstmals durchgeführten Hero Marathon-Weltcupserie über die Bühne.

Auf 82 Kilometern galt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 2.700 Höhenmeter zu bewältigen – ein erster dicker Gradmesser der Saison 2026. Am besten kletterten in Calpe bei den Damen die Marathon-Vizeweltmeisterin Anna Weinbeer aus der Schweiz und bei den Herren der Belgier Wout Alleman. Alleman profitierte bei seinem ersten Sieg im Jahr 2026 vom Defektpech zweier deutscher Langstrecken-Asse: Zu Beginn des Rennens stürmte Lukas Baum, gemeinsam mit Georg Egger Cape Epic-Sieger im Jahr 2022, an die Spitze des Feldes und lag bereits mit respektablem Vorsprung in Führung. Das Schaltwerk Baums stellte aber im Verlauf des Rennens immer mehr seine Arbeit ein, sodass der Deutsche nach und nach an Boden verlor und letztendlich bis auf den fünften Rang zurückfiel.

An der Spitze übernahm nach Baums Defekt Landsmann Andreas Seewald das Zepter und schien bis kurz vor dem Ende des Rennens auf bestem Wege zu sein, den ersten Weltcupsieg der Saison davontragen zu können. Doch auch er kam nicht ohne Materialschaden aus, ein Reifendefekt wenige Kilometer vor dem Ziel zerstörte alle Sieghoffnungen Seewalds und ebnete dem Belgier Wout Alleman den Weg zum Sieg. Alleman triumphierte schließlich mit einem Vorsprung von 1:46 Minuten vor Seewald, auf Position drei folgte der Spanier David Valero.

Im Feld der Damen blies die Schweizerin Anna Weinbeer – ähnlich wie Lukas Baum – zur frühen Attacke und hielt sich im Gegensatz zu ihrem männlichen Pendant aber schadlos. 3:37 Minuten konnte die Vizeweltmeisterin des vergangenen Jahres letztlich gegenüber der Zweitplatzierten Natalia Fischer herausfahren, auf Position drei folgte die Niederländerin Rosa van Doorn.

Scott Mediterranean Epic – Heimsiege für Natalia Fischer & David Valero

Der Drittplatzierte des ersten Hero Marathon-Weltcuprennens der Saison, David Valero, sicherte sich zwei Wochen vor dem Rennen an der Costa Blanca beim ersten großen Etappenrennen der Saison, dem Mediterranean Epic, den Sieg – genauso wie seine spanische Landsfrau Natalia Fischer bei den Damen.

Valero triumphierte nach vier Renntagen vor dem Sieger des ersten Weltcuprennens in Calpe, Wout Alleman, und dem etatmäßigen Cross-Country-Spezialisten Luca Martin aus Frankreich, der das Rennen in der Provinz Castelló als Teil der Saisonvorbereitung bestritt. Valero siegte zum Auftakt des Etappenrennens beim 27 Kilometer langen Prolog und ließ sich dann in den weiteren Tagen das Führungstrikot nicht mehr entreißen. Die weiteren Tagessiege sicherten sich indes Wout Alleman (Etappe 1 und 2) sowie Charlie Aldridge aus Großbritannien (Etappe 3).

# David Valero klettert am schnellsten an der spanischen Mittelmeerküste – Der Lokalmatador siegte auf der Königsetappe des Mediterranean Epic und verteidigte anschließend souverän seine Gesamtführung. Foto: Mediterranean Epic
# Der Belgier Wout Alleman kam letztlich Valero am nächsten – Zwei Etappensiege sollten aber schließlich nicht genügen, um Valero den Sieg streitig zu machen. Foto: Mediterranean Epic

Bei den Damen übernahm Natalia Fischer nach der ersten regulären Etappe das Führungstrikot von Rosa van Doorn, die den Prolog für sich entscheiden konnte. Fischer reichte schließlich der eine Etappensieg auf jener Etappe, um sich am Ende durchzusetzen, alle weiteren Tageserfolge gingen schließlich an Rosa van Doorn.

# Die Spanierin Natalia Fischer auf dem Weg zum Heimsieg beim Mediterranean Epic. – Foto: Mediterranean Epic
# Drei der vier Etappensiege in der Damenklasse gingen zwar an die Niederländerin Roosa van Doorn (vorne), doch ein schlechter Tag bei der Niederländerin genügte, um die Chancen auf den Gesamtsieg zu verlieren. – Foto: Mediterranean Epic

Tankwa Trek: Singer KTM Racing mit perfektem Saisoneinstand

Das deutsche Singer KTM Racing Team um Jakob Hartmann und Andreas Seewald hat in Südafrika eines der großen Vorbereitungsrennen des bevorstehenden Cape Epic für sich entschieden. Besonders bemerkenswert: Für Jakob Hartmann war der Auftritt beim Tankwa Trek eine erste ernstzunehmende Belastungsprobe nach einer fast einjährigen Auszeit infolge einer Lungenembolie.

# Das Cape Epic kann kommen! – Mit einer beeindruckenden Vorstellung konnten sich Andreas Seewald (vorne) und Jakob Hartmann (hinten) den Sieg beim Tankwa Trek-Etappenrennen in Südafrika sichern. Foto: Tankwa Trek

Das deutsche Duo übernahm auf der zweiten von vier zu fahrenden Etappen mit einem Tagessieg das Führungstrikot der beiden Auftaktsieger Tristan Nortje und Marco Joubert aus Südafrika. An den beiden verbleibenden Tagen verteidigten Seewald und Hartmann ihre Führung schließlich souverän, trotz mehrerer Defekte auf der finalen letzten Etappe.

Bei den Damen sicherten sich indes die beiden Italienerinnen Greta Seiwald und Sara Cortinovis den Sieg: An allen vier Renntagen waren die beiden eine Klasse für sich und brachten in der Endabrechnung 7:15 Minuten zwischen sich und das zweitplatzierte Duo Vera Looser und Samantha Sanders.

# Das auf der Langstrecke bis dato unerfahrene italienische Duo Greta Seiwald / Sara Cortinovis sicherte sich den Sieg beim Tankwa Trek in der Damenklasse. – Foto: Tankwa Trek
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Was sagt ihr zu den ersten Ergebnissen der Saison? Gibt es euerer Meinung nach Überraschungen?

Die fünf aktuellsten Beiträge aus unserer Reihe XC-News findest du hier:

Alle weiteren Berichte aus der Rubrik „XC-News“ findest du hier auf dieser Übersichtsseite.

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