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MTB Frame Development – Episode 9: Fast 400 Geometrie-Feedbacks

Mit Project VHP X entwickelt Kavenz aktuell einen neuen High-Pivot-Enduro-Rahmen – offen dokumentiert und gemeinsam mit der Community. In der aktuellen Episode der Entwicklungsserie geht es nicht um finale Zahlen oder Testergebnisse, sondern um eine grundsätzliche Frage: Wie lassen sich fast 400 Geometrie-Rückmeldungen sinnvoll in ein stimmiges Rahmenkonzept übersetzen?

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Video: MTB Frame Development – Episode 9

Gaussian Sizing, Insertion Depth & What Modern Enduro Geo Really Needs | MTB Frame Develoment Ep. 9
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Fast 400 Datenpunkte – Geometrie aus der Praxis

Aus einer Umfrage und zahlreichen Direktnachrichten sind knapp 400 individuelle Geometrie-Datenpunkte zusammengekommen. Abgefragt wurden unter anderem:

  • bevorzugte Lenkwinkel
  • Sitzwinkel
  • Reach in Relation zur Körpergröße
  • Einschätzungen zu Stack und Steuerrohrlänge
  • Präferenzen bei der Kettenstrebenlänge
  • Wunsch nach verstellbarer Geometrie
  • Körpergröße und Einsatzzweck (Enduro, Bikepark, Rennen)

Auffällig: Neben klaren Tendenzen tauchten immer wieder dieselben Fragen auf – zu Sitzposition, Front-End-Höhe, Dropper-Kompatibilität und Fahrwerksbalance.

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Von Einzelmeinungen zur gaußschen Normalverteilung

Statt sich auf einzelne Extremmeinungen zu stützen, hat das Team die Antworten als Verteilungen ausgewertet. Ähnlich wie bei der Rahmengrößenwahl zeigt sich auch bei der Geometrie eine gaußsche Normalverteilung: Die Mehrheit der Fahrer:innen sammelt sich um einen klaren Mittelpunkt, während nur wenige an den Rändern liegen.

Dieser Ansatz bildet die Grundlage für die VHP-X-Geometrie: Ein definierter Neutral-Punkt für die meisten Fahrer:innen – ergänzt durch gezielte Verstellmöglichkeiten, um individuelle Vorlieben abzudecken, ohne die Plattform unnötig zu verkomplizieren.

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Geometrie funktioniert nur mit dem richtigen Packaging

Ein zentrales Ergebnis der Auswertung: Geometriewerte allein sagen wenig aus, wenn der Rahmen sie nicht nutzbar macht.

Beim VHP X wurde daher gezielt auf folgende Punkte geachtet:

  • sehr große Einstecktiefe der Sattelstütze
  • kurze, gerade Sitzrohre
  • maximale Freiheit für moderne Dropperstützen

Ziel ist nicht nur die Kompatibilität mit 200–210-mm-Droppern, sondern – abhängig von Rahmengröße und Setup – auch die Nutzung von Droppern bis 240 mm Hub.

Gerade die Einstecktiefe ist dabei entscheidend: Viele Fahrer:innen fühlen sich zwischen zwei Größen gefangen, nicht wegen Reach oder Stack, sondern weil die Sattelstütze nicht vollständig versenkbar ist.

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Mehr Stack – aber kontrolliert

Ein weiteres klares Signal aus den Kommentaren war der Wunsch nach mehr Stack und längeren Steuerrohren, insbesondere bei größeren Größen. Dieses Feedback wurde bewusst berücksichtigt – allerdings mit Augenmaß.

Gerade bei sehr großen Rahmengrößen möchte Kavenz die Kompatibilität mit Doppelbrückengabeln nicht verlieren. Zu lange Steuerrohre oder übertriebene Stack-Werte können hier schnell zum Ausschlusskriterium werden.

Der Ansatz beim VHP X:

  • mehr Stack dort, wo er fahrdynamisch Sinn ergibt
  • kontrollierte Steuerrohrlängen, auch in XXL- und darüber hinausgehenden Größen
  • Feinabstimmung über Cockpit, Spacer und Steuersatzlösungen statt extremer Rahmenwerte

So bleibt der Rahmen sowohl für klassische Enduro-Setups als auch für park- oder DH-nahe Builds interessant.

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Verstellbarkeit dort, wo sie wirklich Mehrwert bringt

Während sich Lenkwinkel-Präferenzen deutlich bündeln lassen, zeigt sich bei der Kettenstrebenlänge eine klare Spaltung: kurz und verspielt versus lang und stabil.

Der Ansatz beim VHP X: Verstellbarkeit gezielt dort einsetzen, wo die Daten es rechtfertigen. Gleichzeitig stellt das Team bewusst die Frage, ob sehr feine Abstufungen – etwa 5-mm-Schritte an den Ausfallenden – fahrdynamisch tatsächlich relevant sind, oder ob man sich bereits innerhalb des wirksamen Bereichs der Normalverteilung bewegt.

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Bonding & Korrosion – Ergebnisse folgen

Die ursprünglich geplanten Bonding-Testergebnisse werden erst in der nächsten Episode vorgestellt. Hintergrund ist der kürzlich fertiggestellte Temperofen sowie noch ausstehende Testcoupons – die Tests sollen bewusst nicht überhastet durchgeführt werden.

Parallel dazu laufen Versuche zur galvanischen Korrosion. Trotz gezielter Belastung und mehrmaliger Behandlung pro Tag zeigen sich bislang keine sichtbaren Korrosionserscheinungen. Ein abschließendes Urteil steht jedoch noch aus.

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Fazit

Episode 9 der VHP-X-Serie zeigt, dass moderne Enduro-Geometrie nicht aus Extremwerten besteht, sondern aus Verteilungen, sinnvoller Verstellbarkeit und durchdachtem Packaging.

Die Kombination aus gaußscher Normalverteilung, großer Einstecktiefe und kontrolliertem Stack soll sicherstellen, dass möglichst viele reale Fahrer:innen ohne unnötige Kompromisse auf dem Bike stehen.

Text und Bilder: Kavenz

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