XC World Cup 2023 – Leogang: Ergebnisse der XC-Rennen
Ab geht die Kletterpartie in Leogang! In der Cross-Country-Disziplin ging es für die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer der Elite- und U23-Klassen auf der steilen und anspruchsvollen Strecke in Leogang zur Sache. Hier gibt’s die Ergebnisse.
Herren: Schwarzbauer muss nur Forster den Vortritt lassen
Lars Forster hat das Eliterennen der Herren in Leogang für sich entschieden: Mit einer starken Schlussrunde gelang es dem Schweizer, die beiden späteren Zweit- und Drittplatzierten Luca Schwarzbauer und Ondrej Cink abzuschütteln und den zweiten Weltcuperfolg in seiner Karriere einzufahren. Unser MTB-News-Blogger Luca Schwarzbauer feierte indes sein wohl bis dato größten Karriereerfolg als Zweitplatzierter und kletterte erstmalig in einem Cross-Country-Rennen im Weltcup aufs Podest.
Wohl kaum einer hätte den Rennverlauf im Feld der Herren in dieser Form erwartet: Die steile und kletterlastige Strecke am Fuße des Bikeparks in Leogang ließ vor allem leichte Fahrer mit großen Kletterfähigkeiten ins Feld der Favoriten rücken. Insbesondere Fahrern wie Luca Schwarzbauer, die mit einem kraftvollen Fahrstil daherkommen, wurden im Vorfeld des Rennens kaum Chancen zugerechnet. Dass derartige Vorhersagen jedoch stets kritisch zu betrachten sind, bewies jener Luca Schwarzbauer nun in Leogang in beeindruckender Manier.
Vom Start weg domiminierte Schwarzbauer das Rennen und fuhr immer wieder an der Spitze des Feldes. Stück für Stück fiel die Spitzengruppe, die anfangs noch circa zehn Fahrer umfasste, auseinander. Auch eine Tempoverschärfung vom stark auffahrenden Mathias Flückiger zur Rennmitte konnte Schwarzbauer zunächst als einziger Fahrer folgen. Als dann wenige Meter später Flückiger mit einem Hinterradplattfuß zurückfiel, schien Schwarzbauer auf dem besten Wege zu sein, den ersten deutschen Weltcupsieg in der Cross-Country-Disziplin seit 1990 einfahren zu können.
Dieser Traum wurde leider nicht Realität, denn die Konkurrenz hatte etwas gegen die Pläne von Schwarzbauer: Zunächst der Tscheche Ondrej Cink und eine Runde später der Schweizer Lars Forster, schafften den Anschluss an Schwarzbauer – ein packender Dreikampf um den Sieg entwickelte sich. Diesen Dreikampf entschied letztlich recht eindeutig Lars Forster für sich, mit einer frühen Attacke in der letzten Runde des Rennens. Am ersten langen Anstieg der finalen Runde brachte er knapp 20 Sekunden zwischen sich und Schwarzbauer. Ondrej Cink verlor noch mehr Distanz zur Spitze und lag weitere zehn Sekunden zurück. Diese Konstellation blieb dann auch bis zum Zieleinlauf identisch: Forster jubelte knapp vor Schwarzbauer und Cink über seinen zweiten Weltcuperfolg nach dem Sieg im amerikanischen Snowshoe 2019.
Dahinter endete die Verfolgungsjagd von Mathias Flückiger nach seinem Defekt auf dem fünften Rang. In der letzten Runde konnte er den über lange Zeit auf Position vier liegenden Alan Hatherly passieren, doch der Südafrikaner bewies einmal mehr, dass er einer der besten Fahrer auf der Schlussrunde ist. Am letzten Anstieg fuhr er nochmals auf Flückiger auf und schob sich zurück auf den vierten Rang. Der noch vor einer Woche umjubelte Sieger aus Lenzerheide, Nino Schurter, erwischte einen schwarzen Tag und landete lediglich auf dem 21. Rang. Die Gesamtweltcupführung musste er deswegen an Jordan Sarrou abgeben, der Tageselfter wurde.
Ergebnisse Herren
leog_xco_me_results_yWeltcupgesamtstand Herren
leog_xco_me_standingsDamen: Puck Pieterse klettert souverän zum Sieg
Puck Pieterse fährt in einer eigenen Liga und die Lokalmatorinnen sorgen für Fan-Ekstase – das sind die zwei Geschichten, die es vom Cross-Country-Rennen der Damen in Leogang zu erzählen gibt. Die Niederländerin Pieterse sicherte sich nach ihrem Erfolg in Nove Mesto den zweiten Weltcuperfolg in dieser Saison und jubelte vor den beiden Österreicherinnen Mona Mitterwallner und Laura Stigger. Bestplatzierte deutsche Fahrerin war Ronja Eibl auf dem 24. Rang.
Es dürfte vermutlich etwas einsam gewesen sein für Puck Pieterse im Verlauf des Rennens der Damen, so dominant war sie an der Spitze unterwegs. Nach der Startrunde setzte sich die Niederländerin an die Front des Damenfeldes und fuhr auf und davon. Runde um Runde zementierte Pieterse die schnellste Rennrunde in die Wälder von Leogang, der souveräne Sieg letztlich nur eine logische Konsequenz. In den letzten beiden Runden ließ es die etatmäßige Cyclocross-Spezialistin etwas ruhiger angehen, sodass am Ende 38 Sekunden Vorsprung vor der Zweiplatzierten Mona Mitterwallner auf der Anzeigetafel im Ziel aufblinkte.
Abseits dieser bemerkenswerten Solo-Vorstellung an der Spitze spielte sich ein spannender Kampf um die weiteren Positionen auf dem Podium ab – mittendrin die beiden Lokalheldinnen Mona Mitterwallner und Laura Stigger. Stigger setzte sich schon früh im Rennen auf der zweiten Position fest, erhielt dort aber Begleitung von der Schwedin Jenny Rissveds. Die beiden schienen auf dem besten Wege, den Kampf um Position zwei und drei unter sich auszumachen, hatten aber die Rechnung ohne Mona Mitterwallner gemacht.
Die kleine, kletterstarke Österreicherin hatte sich bereits am vergangenen Freitag im Short Track mit Rang sieben in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht und nutzte diese nun gekonnt. Typisch für Mitterwallner verlief der Start nicht ideal, doch im Gegensatz zu vielen anderen Rennen fiel Mitterwallner nur bis auf den 14. Rang nach der Startrunde zurück und startete von dort an ihre Aufholjagd. In der drittletzten Runde fuhr sie schließlich auf Stigger und Rissveds auf und unmittelbar vorbei. Mit den zwei schnellsten Runden am Ende des Rennens ließ sie den beiden Kontrahentinnen auch nicht den Hauch einer Chance zu folgen, das beste Weltcupresultat ihrer Karriere somit die Folge. Laura Stigger löste sich im vorletzten Umlauf entscheidend von Jenny Rissveds ab und komplettierte somit das doppelte österreichische Podium: Die Freude unter den Fans vor Ort nach dem Doppelerfolg im Downhill tags zuvor war somit auf dem Höhepunkt angekommen.
Jenny Rissveds auf dem vierten Rang und die Französin Loana Lecomte auf dem fünften Rang komplettierten das erweiterte Podium des besten fünf Fahrerinnen. Die deutschen Fahrerinnen kämpften im Feld der vielen Verfolgerinnen um die bestmöglichen Platzierungen, mit mehr oder weniger Erfolg. Ronja Eibl schob sich von Startposition 46 auf Rang 24 vor, Nina Benz wurde 32. Knapp dahinter folgten Lia Schrievers und Leonie Daubermann auf den Rängen 34 und 35.
Ergebnis Damen
leog_xco_we_resultsWeltcupgesamtstand Damen
leog_xco_we_standingsU23-Herren: Boichis feiert Leogang-Double
Der Franzose Adrien Boichis hat nach seinem Erfolg im Short Track am vergangenen Freitag auch das Cross-Country-Rennen der U23-Klasse in Leogang für sich entschieden. Er setzte sich vor den beiden Schweizer Dario Lillo und Luke Wiedmann durch. Bestplatzierter deutscher Fahrer war Ex-Juniorenweltmeister Lennart Krayer auf Position 16.
Das Rennen der U23-Herren in Leogang spitze sich zu einem packenden Duell an der Spitze in der letzten Runde zu. Nach und nach vielen Fahrer aus einer anfangs recht großen Spitzengruppe zurück, am Ende blieben nur noch die beiden erstplatzierten Fahrer Boichis und Lillo übrig. In der letzten Runde konnte sich schließlich der Short Track-Sieger Boichis entscheidend absetzen und seinen Kontrahent Lillo nachhaltig distanzieren. Mit 12 Sekunden Vorsprung rollte er vor Lillo über den Zielstrich und feierte damit den ersten Weltcuperfolg seiner Karriere in der Cross-Country-Disziplin. Dahinter bewies Lillos Landsmann Wiedermann Stehvermögen, indem er auf der letzten Runde den Niederländer Tom Schekellens von Position drei auf den vierten Rang verdrängte.
Ergebnis U23-Herren
leog_xco_mu_resultsWeltcupgesamtstand U23-Herren
leog_xco_mu_standings_xU23-Damen: Pedersen macht den Hattrick voll
Drittes Rennen, dritter Sieg: Was die Schweizerin Ronja Blöchlinger im Short Track vorgemacht, lässt die Dänin Sofie Pedersen zwei Tage später in der Cross-Country-Disziplin folgen. Pedersen triumphierte in der U23-Klasse der Damen in Leogang abermals dominant, mit 1:08 Minuten Vorsprung vor der Konkurrenz rollte sie über den Zielstrich. Die Konkurrenz, das war in diesem Fall die Neuseeländerin Samara Maxwell, die sich ziemlich überraschend, den zweiten Rang sichern konnte. In einem packenden Zweikampf mit der Schweizerin Ginia Caluori behielt Maxwell die Oberhand: Nur zwei Sekunden trennten die beiden Fahrerinnen am Ende im Ziel.
Mit etwas Abstand dahinter fuhr die Schweizerin Noelle Buri auf Position vier ins Ziel und wenig später folgte bereits die schnellste deutsche Fahrerin: Sina van Thiel fuhr ein sehr starkes Rennen, dass sie erstmalig im Kreis der besten fünf Fahrerinnen beenden konnte. Zwischenzeitlich schien sogar mehr im Bereich des Möglichen: Ein Sturz auf der zweiten Position liegend warf van Thiel zur Rennhälfte etwas zurück. Kira Böhm belegte indes als zweitbeste deutsche Fahrerin den 13. Rang, Luisa Daubermann wurde 15.
Ergebnis U23-Damen
leog_xco_wu_resultsWeltcupgesamtstand U23-Damen
leog_xco_wu_standingsWas sprecht ihr zu den Ergebnissen?
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