Craft Bike Days 2022: Last Asco: Kohlefaser durchgespielt
Im Gegensatz zum Metall Aluminium ist Carbon kein homogener Werkstoff, sondern eine ziemlich komplizierte Kombination aus leichten, zugfesten Kohlefasern, eingebettet in Kunstharz. Will man so etwas optimal fertigen, steckt eine Armee von Teufeln im Detail. Die zur Jahrtausendwende in Dortmund gegründete Edel-MTB-Manufaktur Last lässt ihre Fahrradrahmen nicht nur in Deutschland fertigen – man ist auch angetreten, sich um besonders schöne, besonders leichte und trotzdem besonders haltbare Rahmen verdient zu machen. Über einen solchen verfügt das Trail Bike Last Asco.
Video: Last Asco
Last Asco: Infos und Details
Das 2022 vorgestellte Trail Bike Asco und sein Down Country-Zwilling Celos teilen sich einen nur knapp 1,8 kg leichten Rahmen. Diesen kann man im hauseigenen Web-Konfigurator jeweils in den Optionen „Featherlight“ und „Super Duty“ bestellen. Der Unterschied sind 300 Gramm Mehrgewicht, ein Staufach im Unterrohr, ein um 20 kg höheres zulässiges Gesamtgewicht (100 kg beim Featherlight, 120 kg beim Super Duty) – und unter der Haube die Verwendung unterschiedlicher Carbonfasern in einer anderen Konfiguration. Beide Fliegengewichte verfügen über eine Zulassung nach EN-Kategorie (ASTM) 4.
Die leichtesten Bauteile sind ja bekanntlich solche, die man einfach weglässt. Das Fehlen eines Horst Links am Hinterbau des Asco löst man bei Lasts Carbonrahmen über flexible Sitzstreben – Flexpivot genannt. Der mit 34 % recht progressiv arbeitende Hinterbau mit seinen bis zu 130 mm Federweg soll sich gleichermaßen für Coil- und Luft-Dämpfer eignen.
Für die Craft Bike Days 2022 hat uns Gründer Jochen Forstmann ein Asco Super Duty mit einem Gesamtgewicht von nur 12 kg aufgebaut. Es kommt mit einer RockShox Pike mit 140 mm Federweg, einem Deluxe Ultimate Dämpfer mit 130 mm, SRAM XX1 AXS Schaltung und der nur 177 Gramm schweren Trickstuff Piccola Carbon-Bremsanlage. Laufräder von DT Swiss runden das Paket ab.
Über Last
Eigentlich wollte der Downhill-Fan Jochen Forstmann sich im Jahr 2000 lediglich ein neues Dirtbike basteln. Heraus kamen ein Bike namens Rufus, Nachfrage – und eine Geschäftsidee. Der Legende nach traf Jochen seinen Kompagnon Jörg auf den Hometrails im Ruhrpott. Nachdem man zunächst mit großem Erfolg schöne Räder aus Aluminium gebaut hatte, war 2020 die Zeit reif, mit dem Tarvo ein erstes (Enduro-)Bike mit Kohlefaser-Rahmen aus deutscher Fertigung aufzulegen. Eine Premiere, die es in sich hatte: Leichtester Enduro Rahmen der Welt (2,08 kg), hochgelobt in so ziemlich allen maßgeblichen MTB-Fachpublikationen – und schön anzusehen sind die Teile obendrein. Heute arbeiten bei Last, der Marke „mit Ecken und Kanten“ in Dortmund 12 Personen, lediglich zwei davon in Vollzeit.
Jochen, was würdet ihr selber als euren Markenkern bezeichnen? Warum kaufen die Leute eure Bikes und keine anderen?
Weil Sie gut fahren, lange halten und so viel Fahrspaß bringen. Nebenbei sourcen wir sehr verantwortungsvoll und kümmern uns mit Herzblut um die Entwicklung. Innovation in Funktion und Leichtbau sind ebenso Themen, die wir pushen. Und das gilt für unser ganzes Portfolio von Alu bis Carbon. Mit unserer Präsenz in Dortmund, der Möglichkeit von Testrides und dem Konfigurator sind wir sehr kundennah.
Wofür steht das Bike, das ihr zu den Craft Bike Days 2022 mitgebracht habt, im Besonderen?
Für unsere Interpretation eines superleichten Trailbikes. Der Rahmen wir in Handarbeit in Deutschland produziert.
Das Mountainbike von 2025 hat …
Immer noch runde Laufräder …
Ein guter Fahrradrahmen entsteht …
… im Kopf.
Mehr Informationen zum Last Asco und der Firma gibt es hier: www.last-bikes.com
Raw oder Farbe? Wie wäre dein Lieblings-Last?
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