Wie vorausgesagt begann, verlief und endete der erste Trainingstag beim Downhill World Cup in Leogang regnerisch und matschig. Wir haben uns nicht abschrecken lassen und sind erneut unsere Kontrollrunde durch die Pits gegangen – viel Spaß mit der Boxengasse!
Durchgehender Regen bedeutete leider auch, dass wir diesmal in den Pits bleiben mussten. So haben wir uns bei unserem Rundgang auf die vielen spannenden Details und Custom-Lösungen konzentriert. Nach wie vor ist die Reifenwahl ein großes Thema – die meisten Mechaniker haben Laufradsätze mit Trockenreifen, Intermediate-Reifen und Schlammreifen vorbereitet. Auch der Reifencutter war ein beliebtes Werkzeug, in der Hoffnung, so den Spagat zwischen Rollwiderstand und Grip, der in Leogang unabdingbar ist, schaffen zu können. Natürlich sind auch Telemetrie-Systeme ein nützliches Werkzeug, um das Fahrwerk möglichst gut für die sehr unterschiedlichen Anforderungen der Strecke anpassen zu können. Selbst Privateers oder sehr kleine Teams kommen nicht mehr ohne die elektronischen Helferlein im Training aus.
Trek Factory Racing
# Das Trek-Team ist nach der Verletzung von Charlie Harrison und der Auszeit von Reece Wilson auf Loris Vergier und Kade Edwards reduziert - beide gehen jedoch mal wieder mit extrem schicken Custom-Rahmen an den Start.
# In Leogang gibt's eine schicke Marmor-Optik … # … die wirklich gelungen ist.
# Ein alter Trick - so soll Loris Vergier mehr Grip auf dem Sattel haben.
# Außerdem gibt es jeden Tag (!!!) neue Lager für den Franzosen.
# … und zack läufts wieder samtig weich.
# Im ersten sehr feuchten Training ist Vergier auf gecutteten Schlammreifen unterwegs gewesen.
Atherton Racing
# Rechtzeitig zum Heim-World Cup ist Andreas Kolb wieder fit geworden - sein Ellenbogen ist nach nicht einmal 4 Wochen Pause zusammengewachsen.
# Das Atherton-Bike nutzt einen 6-Gelenker-Hinterbau aus der Feder von Dave Weagle.
# Für Leogang hat man kleine Abdeckungen auf die Trickstuff-Bremsen geklebt - diese sollen verhindern, dass von oben Schlamm reinfällt.
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# 10 Gänge braucht im Downhill wirklich kein Mensch mehr.
# Es wäre keine Boxengasse ohne ein O-Chain-System.
# Schaumstoff in allen Öffnungen soll verhindern, dass sich diese mit Schlamm zusetzen. # Auch für Ruhe ist gesorgt.
# Eine solche Werkzeugkiste gehört heutzutage zum guten Ton in den Pits.
# Natürlich war auch bei Athertons die Reifenwahl ein großes Thema … # … die Wahl fiel schließlich auf den brandneuen Continental Hydrotal-Matschreifen.
Commencal Muc-Off
# Das Commencal Muc-Off-Team war letztes Jahr in Leogang das erste Mal auf dem 6-Gelenker-Prototyp unterwegs.
# Nicht nur das Rad, auch das Schaltwerk kann man so nicht kaufen.
# Es dürfte sich um einen recht produktionsnahen TRP-Prototyp handeln. - die Form mit waagrechtem Parallelogramm erinnert sehr stark an SRAM-Schaltwerke. # Das Hall-Lock, das die Rotation um die Aufhängung verhindert, scheint wieder am Start zu sein.
# Verschiedene Einsätze können die Steifigkeit des Hinterbaus beeinflussen.
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# Nein, so etwas braucht eigentlich kein Mensch - es ist aber trotzdem ziemlich cool und wir wollen es!!!
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# Das einzige, was noch wichtiger als die korrekte Reifenwahl ist, ist ein Helmtrockner!
Frameworks
# Dieses Jahr ist Neko Mulally mit seinem eigenen Projekt auf selbst konstruierten Rahmen unterwegs - der Prototyp setzt auf einen Viergelenker-Hinterbau mit eher hohem Drehpunkt und sehr großer Schwinge.
# Bei der Konstruktion haben die Experten von Cascade mitgeholfen.
# Für mehr Steifigkeit ließe sich eine Brücke in die Mitte einsetzen. # Die Schrauben hat Neko allesamt von Transition übernommen.
# Der komplett unbehandelte Rahmen glänzt mit seinen Schweißnähten.
# Neko setzt auf einen hohen Drehpunkt, verzichtet jedoch auf eine Kettenumlenkung - stattdessen soll ein 38-Zähne-Kettenblatt und das O-Chain-System den Pedalrückschlag in Grenzen halten. Man beachte auch die abenteuerlich wirkende Kurbel von 5Dev.
# Neko Mulally kombiniert TRP-Bremshebel … # … mit Shimano-Sätteln …
# … und Galfer-Bremsscheiben.
# Morgens hatte Neko vorn einen Maxxis Shorty und hinten sogar einen Maxxis Minion DHR2 montiert - wir vermuten, dass er im Laufe des Tages auf Matschreifen gewechselt ist.
Gamux Racing Team
# Die Schweizer Firma Gamux bietet ein komplett CNC-gefrästes Downhill-Bike mit Pinion-6-Gang-Getriebe an.
# Die ersten Rahmen wurden bereits in einer Kleinserie verkauft. - es sind zwei Größen erhältlich, der Rahmen kostet 4.500 SFR ohne Getriebe.
# Ein Downhill-Bike mit 6-Gang-Getriebe … # … hat man in World Cup lange nicht mehr gesehen.
# Diese Kette hat auch keinen leichten Weg zurückzulegen. - Es handelt sich um einen abgestützen Eingelenker-HInterbau mit hohem Drehpunkt und Kettenumlenkung.
# Am Heck arbeitet ein Manitou-Luftdämpfer … # … dessen Funktion natürlich mit einem Telemetriesystem überprüft wird.
# Auch hier stehen die Schlammreifen schon bereit.
# Bei einigen wurde der Seitenschneider angesetzt.
# Hayes Dominion-Bremsen sind auch kein häufiger Anblick. # Hinten braucht's natürlich keine Kassette mehr.
# Auch hier sind Flipchips am Rahmen vorgesehen.
Cube Factory Team
# Das Cube-Team war vor dem ersten Training fleißig dabei, die Telemetrie-System anzubauen.
# Auch Max Hartenstern kann nicht mehr ohne Datenerfassung.
# Telemetrie ist natürlich eigentlich der falsche Begriff und wäre auch von der UCI verboten. # Die Daten werden nicht live übertragen, sondern aufgeschrieben und später am Computer ausgewertet.
Canyon Collective
# Die Canyon Factory-Teamfahrer waren auf der neuen TLD-Sonderedition des Senders unterwegs.
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# Auch hier waren verschiedenste Reifen-Kombinationen zu finden … # … laut Team hat man mehr als genug Reifen vorrätig und kann alles durchprobieren.
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# Am Rad von Luca Shaw war der neue RockShox Super Deluxe montiert … # … mit der passenden, aber noch nicht veröffentlichten Blackbox-Boxxer.
# Der Teufel steckt wie so oft im Detail.
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Intense Factory Racing
# Beim Intense-Team kann man langsam den Überblick verlieren, der wievielte Prototyp genau mittlerweile genutzt wird. - das Team ist immer noch auf Bikes mit einem Viergelenker-Hinterbau mit Kettenumlenkung und hohem Drehpunkt unterwegs.
# Die Auswölbung im Unterrohr ist so voluminös geraten, dass man sie auch gut als Lasagne-Form nutzen könnte.
# Natürlich kann das Rad über allerlei Flipchips beeinflusst werden … # … auch die Kettenstrebenlänge hat 3 verschiedene Settings.
# Zudem sind verschiedene Links im Umlauf - Seth Sherlock setzt auf die lineare Version.
# Während Aaron Gwin den Lenker fast maximal tief fährt, hat Dakotah Norton einen mächtigen Spacerturm am Start.
# Auch bei Aaron Gwin ist das TRP-Prototyp-Schaltwerk zu finden.
# Dazu gibt's Prototyp-Scheiben, die nicht im Handel erhältlich sind.
# Morgens hatten die Fahrer zwar noch Trockenreifen drauf, Schlammreifen standen allerdings bereits parat.
# Die Qual der Wahl - welches Modell nimmst du für die Strecke in Leogang?
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