Fahrradfahren
News melden
Nachrichten

NS Bikes Synonym RC2 im Test: Downcountry par excellence?

0 26

NS Bikes Synonym RC2 im Test: Ist das die Definition von Downcountry? NS Bikes hat mit dem Synonym ein dermaßen langes XC-Bike im Sortiment, dass mancher Downhiller blass vor Neid wird, wenn er den Radstand des Boliden sieht. Wie fährt sich das? Das haben wir für euch ausprobiert!

Steckbrief: NS Bikes Synonym

EinsatzbereichCross Country, Trail
Federweg100 mm/100 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)11,9 kg
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: M)
Websitensbikes.com
Preis: 4.799 €

Downcountry ist ja 2020 ein Trend. Das Synonym gibt es aber schon länger als den Begriff und eigentlich ist es auch einfach „nur“ ein radikales XC-Bike – eben so radikal, dass es mit konventionellen XC-Bikes einfach nichts mehr zu tun hat. Das liegt an seiner Geometrie mit 500 mm Reach in Größe L, stabilen 67° Lenkwinkel und 1,22 m Radstand. Das alles gepaart mit süßen 100 mm Federweg und einem Mix aus DH und XC-Komponenten; das klingt schon verdammt nach Downcountry.

# Sieht schon im Stand schnell aus - das NS Bikes Synonym RC2 kostet 4.799 € und wiegt 11,9 kg.
Diashow: NS Bikes Synonym RC2 im Test: Downcountry par excellence?!
Diashow starten »

Im Detail

Wenn man erst einmal darüber hinweggekommen ist, wie lang das Fahrrad ist – eben genau so lang wie ein moderner 29″-Downhiller (kann man übrigens nicht auf dem Hinterrad durch eine Tür schieben, ohne leicht einzulenken) – kann man sich den Details des Bikes widmen. Der matte, kupfer-goldene Lack sieht schick aus. NS Bikes hat das Farbkonzept voll durchgezogen, diverse Anbauteile nehmen den Farbton wieder auf. Dann sind da ein paar ungewöhnliche, für XC-Bikes sogar undenkbare Details wie die Silikonringe auf den Naben; das kennt man nur vom BMX und zeigt den Slopestyle-Hintergrund der polnischen Firma. Beim Hochheben fällt auf: Das Bike ist leicht, aber nicht superleicht. Unsere Waage sagt 11,9 kg, angegeben ist es mit 11,4 kg, jeweils tubeless aufgebaut.

Am Hinterbau fehlt ein Gelenk, die Funktion übernehmen die leicht flexend gestalteten Carbon-Sitzstreben. Die Bremse sitzt hinten schön im Rahmendreieck versteckt, am Cockpit überrascht der ungewohnte Anblick von breitem Lenker mit negativem Rise und eher langem Vorbau. Der Dämpfer steht im Rahmen, so ist viel Platz für Trinkflaschen. Außerdem verfügt das Synonym über eine saubere, innenliegende Zugführung. Durch eine Lenkerfernbedienung kann das Fahrwerk aktiviert werden, da kommt dann wieder XC-Flair auf. Wer diesen Flair noch weiter runterdrehen will, kann sich übrigens auch die etwas Trail-mäßigere Variante mit 120 mm und noch flacherem Lenkwinkel anschauen – für mich ist das dann aber endgültig ein Trailbike und hat mit Downcountry nicht mehr viel gemein.

# Kein Drehpunkt am Heck - stattdessen sind die Sitzstreben ausreichend flexibel.
# Schöne Details, akzeptable Reifenfreiheit - für XC-Reifen braucht es nicht mehr, einen 2,4"-Schlappen mit ordentlich Stollen bringt man aber nur sehr knapp rein.
# Negativer Rise, 80 mm und die Möglichkeit, Spacer zu entfernen - hier zeigt sich, wie ernst NS Bikes das Thema XC nimmt.
# Schönes Farbkonzept: Schwarz und dunkles Gold, mehr braucht's nicht.

Geometrie

Die Geometrie des Synonym in einem Wort? Lang. Wenn es neben „normalen“ XC-Bikes steht, fällt sofort auf: zwischen Pedal und Vorderreifen kann man auch als mäßig trainierter Kicker einen Fußball durchschießen. Der Lenkwinkel klingt mit 67° nicht revolutionär, aber wir haben es hier schließlich mit einem XC-Bike zu tun. Ein neues Specialized Epic hat im Vergleich selbst in der Evo-Variante 68,5° im Angebot. Ansonsten gibt es viel Reach, an meinem Testbike in Größe M sind es 475 mm.  Der Stack liegt bei moderaten 592 mm, die Sitzrohre sind etwa wie an einem Enduro gehalten: Größe M wartet mit 440 mm Sitzrohrlänge auf.  Beim Sitzwinkel wird es dann nochmal etwas radikaler, hier zeigt die Sattelstütze mit 77° steil in den Himmel. Selbst in Größe M liegt der Radstand bei über 1,19 m – das ist einfach ausgewachsenes Enduro- oder normales Downhillbike-Niveau.

Rahmengröße S M L XL
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Federweg (hinten) 100 mm 100 mm 100 mm 100 mm
Federweg (vorn) 100 mm 100 mm 100 mm 100 mm
Sitzrohr 400 mm 440 mm 490 mm 540 mm
Überstandshöhe 742 mm 741 mm 742 mm 743 mm
Radstand 1.159 mm 1.193 mm 1.223 mm 1.251 mm
Lenkwinkel 67° 67° 67° 67°
Tretlagerhöhe 319 mm 319 mm 319 mm 319 mm
Tretlagerabsenkung 45 mm 45 mm 45 mm 45 mm
Sitzwinkel, effektiv 77° 77° 77° 77°
Kettenstreben 438 mm 438 mm 438 mm 438 mm
Oberrohr 579 mm 612 mm 640 mm 640 mm
Reach 445 mm 474 mm 500 mm 520 mm
Stack 583 mm 592 mm 606 mm 624 mm
# Auf den ersten Blick ein normales XC-Bike - dann sieht man den riesigen Abstand zwischen Vorderrad und Pedal und merkt: Dieses XC-Bike ist anders.

Ausstattung

  • Federgabel Fox 32 Performance Step Cast Float (100 mm)
  • Dämpfer Fox Float Elite DPS Evol (100 mm)
  • Antrieb SRAM NX / GX
  • Bremsen SRAM Level TL
  • Laufräder WTB ST Light i25 / NS Rotary Straight
  • Reifen Maxxis Icon 2.2 / Recon Race 2.25
  • Cockpit NS License Flat Lite (750 mm) / Synonym Race (80 mm)
  • Sattelstütze X-Fusion Manic (100 mm)

 Synonym RC2Synonym RC1
RahmenCarbon, 100 mm FederwegCarbon, 100 mm Federweg
FedergabelFox 32 Float Performance 32 Step CastFox Factory 32 Step Cast Float FIT4
VorbauSynonym Race 31.8 (S:60, M:70, L & XL:80mm), - 8°Synonym Race 31.8 (S:60, M:70, L & XL:80mm), - 8°
LenkerNS License Flat Lite 750 mmNS Licence Carbon Flat Lite 31.8, 750mm
BremsenSRAM Level TL 180/160SRAM Level TLM 180/160
SchaltwerkSRAM GX EagleShimano Deore M6100
SchalthebelSRAM NX EagleSRAM X01 Eagle
KetteSRAMSRAM
KurbelTruvativ Stylo 7KSRAM GX Eagle
FelgenWTB ST Light i25 TCSNS Enigma Lite 29", 28h
Nabe (vorne)NS Rotary Straight Pull 15x110NS Rotary Straight Pull 15
Nabe (hinten)NS Rotary Straight Pull 12x148NS Rotary Straight Pull Cassette 148x12
SpeichenStainlessStainless
Reifen (vorne)Maxxis Ikon 2.2 TRMaxxis Ikon 2.2 TR
Reifen (hinten)Recon Race 2.25 EXO/TRRecon Race 2.25 EXO/TR
SattelOctane One Crit, Ti-Alloy railsFizik Antares R3
SattelstützeX-Fusion Manic internal S, M, L: 100mm, XL: 125mmKS LEV Ci Carbon, S: 100mm, M, L. XL: 125mm
FarbenCopperAnthrazit
Preis4.799 €6.999 €

# Nur die Wippe ist aus Aluminium - der Rest des Rahmens besteht aus Carbon.
# Der Lenker erinnert ein wenig an ein Wasserrohr - mit 750 mm Breite bietet er aber viel Kontrolle.
# Hallo? - Ja, NS Bikes ist keine klassische XC-Firma. Da wird schon mal ein Silikonring auf die Nabe geschoben, bevor die Speichen reinkommen.
# Der SRAM-Antrieb funktioniert in Summe gut - abgesehen vom Schalthebel gibt es nichts zu beanstanden.
# Schnelle Reifen, schnelle Gabel, Tubeless-Aufbau - hier wird das Country im DownCountry groß geschrieben.

Auf dem Trail

Wie fährt sich diese interessante Mischung aus abfahrtsorientierter Geometrie und auffahrtsorientierten Anbauteilen? Beim ersten Aufsitzen wird deutlich, dass das Bike schon ganz schön lang ist – allerdings nicht so deutlich, wie man es vielleicht erwartet hätte. Grund hierfür ist der steile Sitzwinkel, der die Hüfte näher in Richtung Lenker rücken lässt. Durch den – verglichen mit Enduro- und Trailbikes – langen Vorbau ist die Haltung dann aber dennoch reichlich gestreckt. Dank wenig Federweg sitzt das Innenlager tief, weshalb die Sattelüberhöhung trotz negativem Rise am Vorbau gering ausfällt. Trotzdem ist klar: Hier sitzt es sich anders als auf einem Trailbike! Gestreckter, tiefer, sportlicher.

# Hier sieht man es deutlich - dank des steilen Sitzwinkels sitze ich mit 176 cm trotz langem Reach nicht zu gestreckt.

Der Tritt in die 170 mm kurzen Kurbeln (nur XL kriegt 175er) fühlt sich effizient an, das Synonym marschiert nach vorne. So weit, so wenig verwunderlich, die Reifen stammen aus dem XC-Regal und die Federung ist dank Push-To-Open von Haus aus erstmal ausgeschaltet. Also drücken wir mal den Zauberknopf und ziehen ein paar Trails hoch. Das geht nicht nur gut, das geht sehr gut. Insgesamt lassen sich mit dem Synonym auch sehr technische Anstiege erklimmen. Die Traktion stimmt, das Bike ist wohl balanciert und die Front steigt spät. Mit dem steilen Sitzwinkel bleibt man immer oben auf, hängt nie hinten vom Sattel runter.

Das Fahrwerk ist dabei ein wenig knifflig abzustimmen, was am geringen Federweg und der eher hohen Übersetzung liegt. Wir arbeiten hier mit schlanken 37,5 mm Hub, da macht sich jede Änderung deutlich bemerkbar. Irgendwann lässt sich ein Zwischending aus etwas Komfort und Durchschlagschutz finden, aber insgesamt ist das Bike keine Sänfte – da federt beispielsweise ein Orbea Oiz, ein Cube AMS 100 oder ein Scott Spark kommoder.

# Die Fox 32 Performance Elite Stepcast spart Gewicht - ist in Sachen Komfort und Schluckvermögen aber eher am unteren Ende der Federgabel-Nahrungskette einzusortieren.
# Das Sprintvermögen übersteigt das von Trailbikes deutlich - in Sachen Reserven zieht es allerdings leider das kürzere Stöckchen.
# Im Uphill kann man schon vom blockierten Fahrwerk profitieren - ich hätte die vielen Kabel dafür aber nicht gebraucht.

Für den spontanen Sprint können Laufräder natürlich nie leicht genug sein, doch auch der günstigste Aufbau von NS Bikes weiß dank der XC-Reifen beim Beschleunigen so ziemlich jedes Trailbike in die Schranken zu weisen. Der Gesamtaufbau ist leider nicht richtig leicht, hier müsste man alternativ noch etwas mehr investieren und sich die fast 1 kg leichtere RC1-Variante gönnen.

Kommen wir zum „Down“ in Downcountry – wie fährt das Rad bergab? Kurz gesagt knallt man darauf so ziemlich jedem mir vertrauten XC-Bike um die Ohren und muss nur noch überlegen, ob man nun links oder rechts überholt. Das liegt einfach an der Geometrie, die eine für diesen Federweg völlig neue Sicherheit gibt. So bewegt man das Synonym schneller und in anspruchsvollerem Terrain, eigentlich genau wie ein Trailbike oder sogar ein Enduro. Ich war mit dem Rad auf Strecken unterwegs, auf die ich mich mit solchen Reifen und Federelementen eigentlich nur ungern gewagt hätte – doch mit 1,20 m Radstand kommt man hier erstaunlich gut klar. Allerdings, und das sei deutlich gesagt: Nur so lange, bis Reifen oder Fahrwerk ans Limit kommen. Das passiert ehrlicherweise relativ häufig und dann höchst unangenehm, denn das Ende von 100 mm Federweg ohne ausgefuchste Dämpfung ist schnell erreicht und hart. Während du im einen Moment noch völlig selbstsicher ein Enduro jagst, merkst Du bei einem Fahrfehler, dass Du eben doch mit XC-Komponenten unterwegs bist; und dann heißt es: festhalten!

Das liegt jetzt nicht primär am NS Bikes Synonym, sondern inhärent am Downcountry-Konzept: Die leichten Komponenten bieten einfach wenig Reserven, egal wie viel Sicherheit die Geometrie vermitteln mag. Abhilfe schaffen würde hier eine 100 mm-Version einer Fox 36 oder einer Pike, aber dann wäre der Gewichtsvorteil dahin und man könnte gleich in etwas mehr Federweg inves

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Grüne Hölle-Freisen
RV Radfahrverein Tempo 1921 Hirzweiler e.V.

Andere Sportarten

Sponsored