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7 Trail-Federgabeln im Vergleichstest: Test-Fazit und Zusammenfassung

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Sieben Türchen stehen offen, sieben Federgabeln sind getestet und die Testberichte veröffentlicht. Zeit, ein Fazit zu ziehen und zusammenzufassen. Zu Beginn haben wir uns gefragt: Was müssen Federgabeln in diesem Sektor leisten, welche Schlüsselfaktoren sollte man beachten und wo liegen die Grenzen zu einer waschechten Enduro-Federgabel? Und wir haben Antworten gefunden. Türchen auf für unser Fazit zum Suspension-Adventskalender.

Trail-Federgabeln im Test

Braucht man für die meisten Hometrails überhaupt viel Federweg? Reicht vielleicht auch mal etwas weniger? Nach etlichen Stunden Fahrzeit mit den Trail-Federgabeln aus unserem Test können wir das sehr deutlich mit einem JA! beantworten. Wir waren sowohl auf entspannten Singletrails unterwegs und auch auf Strecken auf denen sich in der Vergangenheit schon diverse Enduro-Racebikes beweisen mussten. Die Trail-Federgabeln schlugen sich auch dort noch erstaunlich gut und wenn man bereit ist, es etwas weniger direkt durch das Wurzel- oder Steinfeld anzugehen, dann vermisst man selten die größere Enduro-Gabel.

Primär liegt das an der fortgeschrittenen Technik – insbesondere aber am Innenleben. Federkennlinien und Dämpfungen sind deutlich leistungsfähiger geworden in den letzten Jahren. Und das auch im gerne von Enduristen belächelten 140 mm Sektor. Auch wenn die Struktureinheiten kleiner und leichter ausfallen, muss man selten über eine im Federweg reduzierte Enduro-Gabel im Trail-Bike nachdenken. Eine sehr brauchbare Abfahrtsperformance bekommt man schon im kleineren und leichteren Paket.

# Das Trail-Bike sollte noch besser bergauf gehen als ein Enduro - neben dem Gewicht war für uns auch eine entscheidende Frage: Braucht es ein Lockout? Wie sensibel sind die Gabeln auf kleine Schläge?
# 90 % der Zeit bewegt man sein Trail-Bike voraussichtlich über entspannte Singletrails - auch hier muss das Fahrwerk aber ordentlich arbeiten. Komfort, Kontrolle, Sicherheitsempfinden – nichts ist unwichtig!
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Unser Testfeld umfasste diverse Ansätze und Interpretationen einer modernen Trail-Federgabel. Schwächen leistet sich diese Produktgruppe nur noch wenige. Das ist auch gut so, denn an der aktuellen Evolutionsstufe des Trail-Bikes – modern, flache Winkel, längere Geometrien – wird die Front auch stärker beansprucht als noch vor ein paar Jahren. Fahrspaß bergab ist ebenso garantiert wie eine sinnvolle Abstimmung und Gewichtsregionen, bei denen auch auch die Leute glücklich werden, denen Leichtbau am Trailbike wichtig ist.

Spannend war einmal mehr die Varianz im Testfeld: Je nach Konzept sowie Auslegung der Dämpfung und Feder fällt der Charakter unterschiedlich aus – einmal mehr haben wir davon sieben verschiedene. Als Endkunde kann man sich ziemlich genau herauspicken, was man will. In unserem Abschlussbericht gehen wir aber nicht nur auf die Unterschiede ein. Wir vergleichen jede Gabel mit derjenigen, die preislich sowie mit der, die vom Gewicht her am nächsten liegt. Doch damit nicht genug. Es wird ausführlich beschrieben, in welchem Bereich sich eine Gabel am wohlsten fühlt und für welchen Einsatz wir sie empfehlen. Als Sahnehäubchen kommt noch das ganz persönliche Ranking der Haupttester obendrauf.

# Moderne Trail-Bikes rücken immer näher an Enduro-Räder heran - wo verschmelzen die Grenzen zwischen den Einsatzbereichen und wie verhalten sich die „kleinen“ Gabeln, wenn es mal wilder wird?
# Härtetest um Grenzen auszuloten - was ist wirklich drin mit der Trail-Gabel, wie weit kann man gehen, wo muss man die Handbremse ziehen?

Wer im Intro aufgepasst hat, wird den fehlenden Überraschungsgast bemerken. Der kommt nächste Woche – und zwar sehr ausführlich!

Die Grundsatzfragen

Gewicht vs. Performance

Hier spaltet sich das MTB-Lager fast immer. Während die einen ihr Bike in Excel planen und von jedem Teil genau wissen, wie viel es auf die Waage bringt, gibt es auch Fahrer, die nicht mal wissen, wie schwer ihr gesamtes Bike ist. Das Prinzip „leicht, stabil, günstig“ lässt sich für hier um den Punkt „gute Performance“ erweitern. Kann eine leichte Federgabel alle notwendige Technik sowie Präzision und Sicherheitsgefühl bei der Abfahrt in sich vereinen? Hier sind die Entwickler der verschiedenen Firmen gefragt und wie sie ihr Produkt ausrichten. Diese Ausrichtungen konnten wir herausfahren: Es gab Produkte, die sich eher in gemäßigtem Gelände und bei entspannter Fahrweise wohl fühlten. Im Umkehrschluss zeigten sich andere Vertreter fast schon unwillig in der Mitarbeit auf diesem Terrain. Sie fingen erst bei einer schnellen Fahrweise und der direkten Linienwahl durchs Grobe an, ideal zu arbeiten.

# Die Trailfedergabeln in der Gewichtsübersicht

Die Achsfrage

Etwas erstaunt waren wir über die Wahl der Achsen an unseren Test-Federgabeln. Von sieben Federgabeln kann die Achse nur an dreien Werkzeug-frei montiert werden. Marzocchi und Fox setzen auf die bekannte Quick-Release-Option, an der DT Swiss F535 gibt es immerhin einen eingesteckten Hebel. RockShox’ Pike kann mit einer Quick-Release-Achse nachgerüstet werden und auch DVO hat eine QR-Achse in Angebot.

Was ist hier die bessere Entscheidung? Komfort bei der Demontage des Vorderrades versus Gewicht – an sich eine Glaubensfrage. Sollte man dem einen oder anderen Systeme einen nennenswerten Performance-Vorteil zugestehen? Wir finden nicht. Dennoch: Gewichtsfetischisten können durch einige Nachrüst-Optionen nochmals ein paar Gramm einsparen. Werkzeug herauskramen zum Radausbau nervt euch? An fast allen Gabeln können Schnellspann-Achsen nachgerüstet werden.

# Quick-Release-Achse - anwenderfreundlich, da ohne Werkzeug zu bedienen, aber etwas schwerer. Vor allem praktisch, wenn die Räder öfter zum Transport demontiert werden.
# Schraubachse mit Hebel - auch hier kann Werkzeug-frei bedient werden, alternativ zieht man den Hebel bei der DT Swiss einfach ab. Andere Hersteller wie zum Beispiel Fox bieten Nachrüstoptionen an. Standard ist die Version mit Schnellspanner.
# Klassische Schraubachse - die Schraubachse lässt sich ohne Werkzeug nicht öffnen, ist dafür aber am leichtesten, weil kein Spannmechanismus integriert werden muss. Wir haben immer ein Multitool an Bord – also für uns eigentlich kein Nachteil.

Welches Achssystem findet ihr bei einer Trail-Federgabel passender?

Die Lockoutfrage

Braucht es ein Lockout? Wer auf das letzte Quäntchen Leistungsabgabe aus ist, wird diese Frage mit einem eifrigen Nicken beantworten. Über ein Lockout verfügen DVO Sapphire, Fox 34, Manitou Mattoc und Marzocchi Z2. Bei DT Swiss und RockShox gibt es ein optionales Lockout. Bei der Pike Ultimate muss man dafür allerdings die gesamte Kartusche tauschen, an der F535 gibt es einen dreistufigen Hebel oder eine Lenker-Fernbedienung.

Vorlieben für beide Varianten wurden auch von den Testern abgedeckt. So spalten sich unsere Meinungen: Während sich Chris gerne mal stehend im Sprint mit Cross Country-Racern misst, nimmt Jens bergauf lieber als Möglichkeit wahr, entspannt seine Mitfahrer mit Geometrie- und Suspension-Gelaber vollzutexten.

Als Abfahrts-affine Mountainbiker und Suspension-Nerds spielen wir aber auch gerne mit den Möglichkeiten, die eine Gabel zu bieten hat. Was uns beschäftigte: Schränkt mich ein Lockout in der Abfahrt ein? Opfere ich Verstellmöglichkeiten zugunsten des Extra-Modus? Hier wird man vor die Wahl gestellt: Die Bewegung voll und ganz kontrollieren oder komplett abstellen? An der Fox 34, der Manitou Mattoc, der Marzocchi Z2 und der DVO schränkt der Lockout nicht die Feinjustage ein. Der 34 fehlt allerdings der HSC-Regler. Beim Rest bekommt man aber volle Kontrolle über die Dämpfung.

# Volle Einstellbarkeit - an der Pike Ultimate kann man auch die RCT3-Dämpfung fahren, dann wiederum bekommt man nicht die volle Einstellbarkeit. Welcher Kompromiss ist der bessere? Das ist abhängig von den individuellen Anforderungen.
# Lockout & Lowspeed-Regler für den offenen Modus - anwenderfreundlich und trotzdem kann man die Druckstufendämpfung unabhängig vom Lockout-Hebel erhöhen oder senken. Dafür fehlt die Möglichkeit der Highspeed-Verstellung.
# Lockout über den Lowspeed-Regler - so bekommt man ein Lockout, muss aber immer wieder zur vorherigen Lowspeed-Position zurückfinden. Gut, dass es die Möglichkeit gibt, die Gabel zu sperren, aber weniger anwenderfreundlich als ein RCT3- oder Fit4-Hebel.

Braucht eine Trail-Federgabel eurer Meinung nach einen Lockout oder ähnliches?

Reifenfreiheit

Aufgrund ihrer Bauweise steckt die Intend Hero natürlich das komplette restliche Feld in die Tasche. Grenzen sind nur zu den Seiten gesetzt – und da gibt es genug Platz, selbst mit dicken 2,5″ WideTrail-Reifen auf 30 mm Maulweite. Dahinter reihen sich Z2 und Pike ein, die beide vor allem nach oben ordentlich Luft haben. Zu den Seiten hat die Pike etwas mehr Freiheit als die Marzocchi. Ähnliche Seiten-Freiheit gibt es an der Fox 34 und der DT F535. Am engsten sind DVO und Manitou.

Wer seine Saison in den Winter erweitert, wird gegebenenfalls etwas mit der Reifenfreiheit zu tun haben. DVO und Manitou sind als amerikanische Hersteller möglicherweise nicht so oft mit solchen Bedingungen konfrontiert, wie wir Mitteleuropäer. Italien (hier wurde das Casting der Z2 entwickelt) und Deutschland hatten das eher im Lastenheft stehen. Auch bei RockShox in Colorado kann es matschig werden – dass die Pike ausreichend Platz bietet, ist absolut nachvollziehbar. Für die Schweizer scheint die Winter-Saison hingegen eher mit Wintersport belegt zu sein.

# Die Reifenfreiheit im Vergleich - grenzenlos bei Intend, üppig bei Marzocchi und Rockshox, Fox und DT teilen sich das Mittelfeld, knapper geht es bei DVO und Manitou zu.

Unsere Hauptempfehlungen

Tipp Trail: Fox 34

# Fox 34 Factory – Tipp Trail - Mit der 34 bietet Fox ein recht teures, aber sehr leichtes und breit abstimmbares Produkt an. Den Anforderungen an den Trail-Bereich erfüllt diese Federgabel am besten. Geringes Gewicht, exzellente, unkomplizierte Setup-Empfehlung, feinfühlige Dämpfung und ein Lockout für Bergsprints. Für das Trail-Bike greift die 34 damit die meisten Punkte ab.

Wir machen kein großes Geheimnis draus: Wir waren nicht immer Fans der Fox 34. Bereits in der Vergangenheit wurde die Gabel an Trail-Bikes verbaut, die man sehr schnell bewegen konnte – dadurch kam man allerdings schnell an ihre Grenzen der Dämpfung und wünschte sich dann eher eine Fox 36. Fox hat die Kritik erhört und nachgebessert. Mit der aktuellen Evolutionsstufe liegt ein sehr ausgereifteres Produkt vor. Zwar ist die 34 Factory die teuerste Gabel in Massenproduktion aus dem Testfeld – dafür liefert sie aber auf dem Trail ab. Bergauf hilft der Lockout, wenn man wirklich Gas geben will, bergab steht die Gabel stabil im Federweg und zeigte sich sogar auf schnellen, ruppigen Trails von einer sehr souveränen Seite. Kombiniert mit dem geringen Gewicht, dem gelungenen Basis-Setup und der schicken Optik erfüllt sie das Lastenheft zu beiden Seiten des Spektrums sehr gut. In Summe passt die Fox 34 Factory aus dem Testfeld am besten zum Einsatz in modernen Trail-Bikes.

Fox 34 Factory im Test: Der Platzfuchs auf dem Trail

In den letzten Jahren hat die Fox 34 sehr viele Detailverbesserungen erfahren und wurde konstant weiterentwickelt. Das zeigt sich auch deutlich im Fahreindruck: Gewicht, Dämpfung, Fahrgefühl und Verstellbarkeit liegen auf allerhöchstem Level. Wer bereit ist, den aufgerufenen Preis zu zahlen, erhält eine der aktuell leichtesten und besten Gabeln am Markt im Trailbike-Sektor.

Pro
  • Feinfühlige und kontrollierte Performance
  • Komfortabel, ohne unsportlich zu sein
  • Potenziell leichteste Gabel im Testfeld
  • Funktionelle und einfache Setup-Empfehlung
Contra
  • Hoher Preis

Tipp der Redaktion: DVO Sapphire

# DVO Sapphire 34 D1 – Editors Choice - DVOs Trail-Federgabel knüpft bei der Leistung da an, wo die Diamond für den Enduro-Einsatz aufgehört hat. Bei der Performance erzielte sie Bestnoten. Das etwas höhere Gewicht nehmen Chris und Jens für diese Performance zum vergleichsweise guten Preis gerne in Kauf!

Aufsitzen, wohlfühlen. Nicht immer konnte DVO durch Fehlerfreiheit glänzen und verpasste so im letzten Enduro-Federgabeltest den Testsieg. Nicht so an der Sapphire 34. Sie ist sicher nicht die leichteste Gabel im Testfeld, wartet dafür mit einem sehr fairen Preis auf. Für sein Geld bekommt man auch sehr viel geboten. Bei der Abfahrtsperformance ist sie noch ein Quäntchen besser als die Fox und fühlt sich in grobem Gelände aufgrund der höheren Steifigkeit wohler. Wer also sein Trail-Bike gerne etwas breiter einsetzen und dazu noch Geld sparen möchte, sollte sich die DVO Sapphire genauer anschauen. Beide Haupttester schätzten trotz sehr unterschiedlicher Gewichtsklassen die gute Dämpfung und wären zum aufgerufenen Preis gerne bereit, das etwas höhere Gewicht in Kauf zu nehmen.

DVO Sapphire 34 D1 im Test: Trail-Federgabel im Enduro-Gewand?

Eine unkomplizierte und sehr gut nutzbare Einstellbarkeit überzeugten uns an der DVO Sapphire ebenso wie ihre angenehm gewählte Steifigkeit. Somit generiert sie mehr Fahrperformance auch an kurzhubigeren Bikes. Fordert man die Gabel in heftigerem Gelände heraus, um ihre Limits zu finden, zeigt sie keinerlei Schwächen. Was die DVO Sapphire an Leistung bietet, würde selbst einer Enduro-Gabel gut zu Gesicht stehen – so hilft sie, Bikes mit weniger Federweg noch breiter einzusetzen. Nicht umsonst ist die DVO Sapphire der Liebling der Tester.

Pro
  • Feinfühlig und effizient
  • Preis-/Leistungsverhältnis
  • Simpel trotz vieler Verstellmöglichkeiten
Contra
  • Nichts für Grammfuchser
  • Highspeed-Druckstufe etwas schwergängig verstellbar

Tipp Preis-Leistung: Marzocchi Z2

# Marzocchi Z2 – Tipp Preis-Leistung - Die günstigste Gabel im Test ist nicht bis ins letzte Detail ausgereift, wie die Top-Performer, liefert aber auf dem Trail grundsolide Leistung. Einfach und schnell abgestimmt, ist die Z2 nicht die feinfühligste Gabel, kommt dafür mit einer stimmigen Feder und solider Grunddämpfung.

Marzocchi ist zurück und platziert sich dank fairem Preis und zuverlässiger Funktion ganz weit vorne, wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht. Zurück zu den Wurzeln geht es mit offenem Ölbad und charakteristischer M-Gabelbrücke. Aber auch Fox-Technologie wird weiter verwendet: Der Druckstufen-Dämpfungs-Aufbau der Grip- sowie der Rail-Dämpfung gleichen sich funktionell und auch die Evol-Luftfeder wird von Fox entliehen. Auf dem Trail kann die Z2 zwar nicht mit der feinfühligsten Arbeitsweise glänzen – bei viel Tempo und Nachdruck macht die Gabel ihren Job aber sehr gut und war vor allem für schnelle und schwere Tester ein Segen. Abgerundet wird die zuverlässige Performance durch einen sehr einfachen Setup-Prozess, bei dem man nur wenig falsch machen kann.

Marzocchi Z2 im Test: Simpel, solide, super?

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