Downhill-WM 2019 – Mont-Sainte-Anne: Downhill Domination – die Fotostory vom Finale
Zum achten Mal in dieser Saison ging es am Sonntag für die Top-Downhill-Fahrer dieser Welt um die Wurst. Doch in Mont-Sainte-Anne ging es nicht um einen weiteren World Cup-Sieg – es sollte das an Prestige nicht zu überbietende Weltmeister-Trikot vergeben werden. Bei besten Bedingungen und bejubelt von Scharen begeisterter Fans gingen die Profis ans absolute Limit – und nicht selten auch drüber. Viel Spaß mit unserer umfangreichen Fotostory!
Der World Cup ist die höchste Serie im Downhill-Sport und wird mit entsprechendem Ehrgeiz betrieben – nur wenigen ist es vergönnt, jemals ganz oben auf dem Podium zu stehen. Doch wer sich für immer in die Downhill-Geschichtsbücher eintragen möchte, der muss sich das nur einmal im Jahr neuvergebene Regenbogen-Trikot sichern. Während man aufgrund der aktuell extremen Leistungsdichte also schon 100 % für einen World Cup-Sieg geben muss, heißt es bei der Weltmeisterschaft, ein weiteres Prozentchen aus sich, seinem Arbeitsgerät und der Strecke herauszuquetschen! Am besten gelang das am Sonntag wieder einmal Loïc Bruni. Der junge Franzose fuhr die ganze Woche etwas unter dem Radar, zeigte jedoch wieder einmal eindrucksvoll, dass er, wenn es drauf an kommt, auf dem Punkt in Topform sein kann. Knapp hinter ihm landete Troy Brosnan mit einem mehr als starken Lauf, der zunächst fast unschlagbar schien. Bronze sicherte sich der französische Überflieger Amaury Pierron, der für viele wohl als einer der ganz großen Favoriten ins Rennen gegangen und im Ziel entsprechend gedämpfter Stimmung war. Loïc Bruni konnte sich hingegen zum dritten Mal hintereinander den Weltmeister-Titel sichern. Dieser Hattrick ist zuvor mit Nico Vouilloz nur einem ganz Großen des Downhill-Sports gelungen.
Das Frauen-Rennen war im Vorfeld so spannend wie noch nie zuvor! Mit Rachel Atherton und Nina Hoffmann fehlten zwei der Top-Fahrerinnen verletzungsbedingt – dafür standen jedoch Myriam Nicole und Tahnée Seagrave nach langer Pause wieder am Start. Am Ende machte die sehr früh gestartete Französin Nicole den Sack zu und brannte einen Lauf in den kanadischen Wald, an dem sich die restlichen Konkurrentinnen die Zähne ausbissen. Am nächsten kam ihr Tahnée Seagrave, die sich über ihre Silbermedaille ähnlich freute wie die Commençal-Fahrerin über den Titel. Marine Cabirou konnte zwar die letzten zwei World Cup-Rennen gewinnen, musste sich in Mont-Sainte-Anne jedoch ihren wieder genesenen Konkurrentinnen beugen und mit Bronze zufriedengeben. Tracey Hannah war zwar eine der großen Favoritinnen auf den Sieg, kam jedoch einfach nicht in ihren Lauf rein und wurde nur vierte.
Für Thibaut Daprela ging es am Sonntag um einiges: Der Franzose dominiert die Junioren-Klasse bereits seit zwei Jahren und wäre jetzt schon in der Elite weit vorne, konnte sich jedoch noch keinen WM-Titel sichern. Doch auch seine letzte Chance vor dem Wechsel zu den Männern ließ er ungenutzt, war im Ziel sichtlich frustriert und ließ seinem Ärger freien Lauf. Deutlich besser lief es für Kye A’Hern, der nach einer eher durchwachsenen Saison einen super Lauf hatte und kommende Woche beim letzten World Cup der Saison bereits im Weltmeister-Trikot an den Start gehen darf. Dicht dahinter landete mit Antoine Vidal ein Enduro-Experte, gefolgt vom Neuseeländer Tuhoto-Ariki Pene. Besser als Daprela machte es Vali Höll, deren Juniorinnen-Karriere bisher beinahe perfekt lief und die sich am Sonntag relativ ungefährdet ihren zweiten WM-Titel sicherte. Silber ging an Mille Johnset, die als einzige Fahrerin des sonst so großen Atherton-Teams vor Ort war, Dritte wurde Anna Newkirk von den SRAM Young Guns.
Nach dem großen WM-Showdown in Mont-Sainte-Anne geht es für den World Cup-Zirkus nun weiter in die USA. Dort steht am kommenden Wochenende das finale Rennen des Jahres auf dem Programm – eine ungewöhnliche Konstellation, weil normalerweise die WM gleichzeitig der Abschluss der Saison ist. Vor dem World Cup-Finale ist das Rennen um den Gesamttitel noch recht offen: Bei den Frauen ist Tracey Hannah die Favoritin, bei den Männern werden sich Loïc Bruni und Amaury Pierron wohl ein Duell um die Nummer 1 liefern. In Snowshoe werden Loïc Bruni, Myriam Nicole, Kye A’Hearn und Vali Höll dann schon ihren frisch gewonnenen weißen Trikots mit den legendären Regenbogen-Streifen an den Start gehen – das World Cup-Finale verspricht schon jetzt enorm viel Spannung!
Juniorinnen
1 – Vali Höll – 5:01.033 min
2 – Mille Johnset – 5:13.961 min
3 – Anna Newkirk – 5:22.263 min
Junioren
1 – Kye A’Hern – 4:17.776 min
2 – Antoine Vidal – 4:18.920 min
3 – Tuhoto-Ariki Pene – 4:19.070 min

