Downhill World Cup 2019 – Fort William: Classic Rock – die Quali-Fotostory
Es gibt viele Arten von Rock: Stoner Rock, Deutschrock, Schmuserock … die meisten kommen und gehen, aber eine ist einfach immer angesagt: Classic Rock – zu bewundern hier in Fort William. Die Strecke steht bereits seit 17 Jahren auf dem World Cup-Programm und bietet vor allem eins: Steine! Dass das auch im Jahr 2019 noch eine ganz schöne Herausforderung ist, zeigen unter anderem die vielen prominenten Sturzopfer während des heutigen Quali-Tages.
Nach dem wohl verregnetsten Trainingstag in der jüngeren Geschichte des World Cups klarte der Himmel über den schottischen Highlands rechtzeitig zur Qualifikation erheblich auf. Während die Fahrer im Verlauf der morgendlichen Trainings-Session noch ab und an von kurzen Regenschauern geplagt wurden, sollte gegen Nachmittag sogar die Sonne mal einen seltenen, jedoch viel beachteten Auftritt hinlegen. Einiges an Beachtung wurde auch dem Wind geschenkt, denn der wütete auf den ungeschützten Hängen am Ben Nevis mit erheblicher Stärke und machte Fahrern, Streckenposten, Fans und Fotografen gleichermaßen das Leben schwer – immerhin faire Rennbedingungen für alle also!
Das Quali-Rennen wurde wie gewohnt von den Juniorinnen eröffnet – bei denen sich mal wieder Vali Höll mit deutlichem Vorsprung durchsetzte. Auch bei den Junioren ließ der Favorit Thibaut Daprela nichts anbrennen – dahinter folgten mit Luke Meier-Smith und Luke Mumfort jedoch zwei sehr unbekannte Namen. Das Frauen-Feld ist nach den Verletzungen von Tahnée Segrave, Myriam Nicole und Cecile Ravanel zur Zeit recht stark dezimiert, was aufgrund der aktuellen Leistungsdichte jedoch kaum auf Kosten der Spannung geht. Überraschenderweise konnte sich die Highspeed-Spezialistin Tracey Hannah den zweiten von bisher zwei Quali-Siegen in der Saison 2019 sichern. Dahinter folgte eine extrem schnell und motiviert wirkende Marine Cabirou sowie Rachel Atherton, die mit ganzen 10 Sekunden Rückstand allerdings ungewöhnlich weit abgeschlagen war. Nina Hoffmann ist aktuell ohne Frage auf einem aufsteigenden Ast und sicherte sich den vierten Rang – denkbar knapp hinter Rachel. Wir sind wirklich gespannt, was die junge Thüringerin uns am Sonntag zeigt!
Zum Schluss durften sich die Männer nochmal auf der mittlerweile durch unzählige Fahrten in DIMB-widriger Fahrweise sowie die freitäglichen Sturzbäche ordentlich ausgekofferten Strecke austoben. Am besten gelang das Loris Vergier, der in frischer Zebra-Optik an den Start ging. Eine schnelle Recherche ergab, dass Zebras zwar an sich nicht sehr schnell sind, dafür jedoch hervorragend im Zickzack laufen können, was auf der kurvigen Strecke von Fort William sicherlich ein grandioser Vorteil ist. Dicht dahinter platzierte sich Amaury Pierron, der seine Forums-Kritiker damit leider bestätigt – bisher ist der World Cup-Champion von 2018 nur halb so gut wie bei seinem Sieg vor einem Jahr. Das restliche Feld scheint auf den Speed der französischen Young Guns aktuell noch keine Antwort zu haben – Troy Brosnan und Reece Wilson fehlen ganze vier Sekunden aufs Top-Duo. Leider gab es auch wieder eine Vielzahl an Sturzopfern: Der World Cup-Führende Loïc Bruni, Kade Edwards, Adam Brayton, Gee Atherton, Thomas Estaque und Finn Iles waren die prominentesten Namen, die im Training oder Rennlauf Dreck – oder besser Schotter – fressen mussten. Alle scheinen jedoch mehr oder weniger wohlauf und bereit für das Finale am Sonntag zu sein. Nach einem Tag Pause soll sich dann übrigens auch der Regen wieder in alter Stärke wieder zurückmelden – wir freuen uns drauf!

