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Radkulturtag in Heidelberg: Mit der Sonne und dem Fahrrad im Herzen (plus Fotogalerie)

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Von Marie Böhm

Heidelberg. "Das Fahrradfahren hat in Heidelberg Rückenwind! Wir tragen die Sonne und das Fahrrad im Herzen. Hoffentlich können wir das auch für die nächsten zwei Stunden so halten." Optimistisch eröffnete der Erste Bürgermeister Jürgen Odszuck am Samstagmittag die Radparade am Uniplatz. Lauter Beifall wurde von hunderten Fahrradklingeln unterstützt - und dann ging es auch schon los.

Zum Tag der Radkultur fuhren schon zum vierten Mal hunderte Teilnehmer aus der Region eine Strecke quer durch die Stadt. Die Tour verläuft jedes Jahr anders - dieses Mal war sogar ein Abschnitt der Bundesstraße mit dabei. "Und ausgerechnet da hat es dann am meisten geregnet", erzählt Michael Fröhlich, Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Er hat die Tour zusammen mit dem Studierendenrat, dem Radsportverein, der SPD und den Grünen organisiert.

Die Teilnehmer nahmen den Regen sportlich: "Das war sowieso nur ein 15-Minuten-Schauer", lacht Tabea Feucht. Die Studentin fuhr zusammen mit etwa 400 anderen Fahrradbegeisterten mit. "Wir fahren selbst jeden Tag bei jedem Wetter Fahrrad", erzählt ihr Begleiter Cedric Reif: "Für uns macht es Sinn, sich für bessere Bedingungen für Radfahrer einzusetzen. Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn Radfahrer mehr als aktive Verkehrsteilnehmer angesehen würden." Das findet auch Eberhard Klaas. Der 59-Jährige fährt so oft es geht mit dem Rad - im Jahr etwa 12.000 bis 15.000 Kilometer - und sagt: "Da habe ich schon so einige Unfälle gesehen. Radfahrer werden einfach übersehen oder ignoriert. Dabei sind wir genauso Verkehrsteilnehmer wie Autos."

Bei der Protestaktion nahmen auch Familien teil. "Vor allem, weil man dann Strecken fahren kann, die für Radfahrer normalerweise gesperrt sind. Das ist immer ganz schön", erzählt Annette Hügle, die mit ihrem Mann und den vier Kindern schon mehrmals mit radelte.

Knapp zwei Stunden brauchte die bunte Truppe für die 17 Kilometer lange Route. Wieder am Uniplatz angekommen, durfte sich dann jeder ein Stück der auch schon zur Tradition gewordenen "Radlertorte" abholen.

Die Tour ist das größte Highlight des Radkulturtags. Es gab aber noch viel mehr zu entdecken: So war neben verschiedenen Angeboten für Fahrradversicherungen, dem ADFC und dem Heidelberger Radsportverein auch der immer beliebte "Radcheck" dabei, bei dem vor Ort die Fahrräder auf Verkehrssicherheit kontrolliert und Kleinstreparaturen sofort ausgeführt werden können. Ein Zelt weiter bot die Kreisverkehrswacht einen Fahrradcodierservice an. Dort konnten die Räder mit einer Nummer registrieren werden, um es im Falle eines Diebstahls leichter zuordnen zu können. Außerdem war "Swapfiets" zum ersten Mal mit von der Partie. In dem Laden in der Unteren Straße können auf monatlicher Basis Fahrräder geliehen werden.

Ein weiteres Highlight war die BMX- Showtruppe "The Art of Biking". Daniel Rall ist einer von ihnen. Er betreute auch im Anschluss an die Show Kinder und Jugendliche, die selbst mal den Parkour ausprobieren wollten: "Es geht uns nicht nur um die Show, sondern um die Arbeit mit den Kindern. Die Kombination macht es eben aus. Wir machen hier so eine Art Coaching, bei dem die Kinder selbst mal Showfahren ausprobieren können. Dabei geht es darum, ein Vorbild zu sein. Wenn die Jungen und Mädchen solche coolen Stunts sehen, wollen sie das natürlich selbst mal ausprobieren. Natürlich statten wir sie vorher mit Tipps, Tricks und der richtigen Sicherheitsausrüstung aus." Selbst für die ganz Kleinen stand ein Laufrad bereit. "Die Begeisterung für das Radfahren ist uns wichtig. Wenn wir das weitergeben können, machen wir es richtig."

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