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Gedächtnisfahrt nach Eppingen und zurück: Hügelländle statt Höllentour

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Von Christiane Barth

Sinsheim. Nein, eine Höllentour war es nicht. Die Tretro war keine "Tour de France", sondern eine Gedächtnistour für Rudi Altig, den im vergangenen Jahr verstorbenen Radrennfahrer, der im Jahr 1966 auf dem Nürburgrung Weltmeister wurde. Mit dabei: Sportlerlegenden wie Erik Zabel und Willi Altig. "Gemessen am Promi-Faktor ist die Tour völlig unter Wert verkauft", meint Joachim Faulhaber aus Kaiserslautern, Organisator der Veranstaltung.

Die dritte Tretro also mit einem bis unter die Pedalhaken motivierten Teilnehmerfeld: 145 Pedaleure, darunter 35 Profis, die alle irgendwann einmal von den Medien gefeiert wurden, der Rest Hobbyfahrer. Die Tour führt zum Elsenzer See (wo die nicht mehr ganz so Fitten bis zur Rückfahrt warten), weiter nach Eppingen und wieder retour.

Unter der Tupolev beim Auto- und Technikmuseum und beim Startschuss von Monique Altig, der Witwe des verstorbenen Rennfahrers, starteten die Pedaleure ins Kraichgauer Hügelländle statt von Paris in Richtung Norden bis nach Roubaix.

Der "familiär" (so Joachim Faulhaber, den alle kurz Jockel nennen) gehaltene Rundkurs war für die Rennradbegeisterten der Region und weit darüber hinaus eine gefeierte Gelegenheit, ihren Idolen ganz nah zu sein. Teilnehmer zwischen 18 und 87 stürzten sich zur "lockeren Ausfahrt" ohne Geschwindigkeitsmessung ins Feld. "Heute sind alle Sieger", betont Joachim Faulhaber.

Unter den Teilnehmern auch einige Sinsheimer, wie etwa Erwin Schaffer, Leiter des Vokalensembles und passionierter Hobbyrennradfahrer.

Die Strecke nach Eppingen habe man jetzt gewählt, weil es nach der ersten Tretro, die über den Steinsberg führte, zu Klagen wegen zu starker Anstiege gekommen sei. "Der Altersunterschied unter den Teilnehmern ist ja doch sehr groß."

Auch Frauen, wie etwa Hanka Kupfernagel, die als Deutschlands erfolgreichste Radsportlerin gilt, fahren mit. Zugelassen waren nur Rennräder, die nicht neuer waren als Baujahr 1985. Keine Mountainbikes. "Das ist nicht unsere Welt", so Joachim Faulhaber.

Eine permanent installierte Ausstellung im Museum zeichnet die Geschichte des Rennradsports mit Originalrädern und mehr als 1000 Exponaten, die Geschichte geschrieben haben, nach: von historischen Rennrädern mit Holzfelgen bis zum High-Tech-Carbon-Flitzer. Initiiert wurde die Schau von Joachim Faulhaber, der Rudi Altig einst sein Versprechen gegeben hat, sein Erbe zu verwalten.

Der mittlerweile 83-jährige Klaus Bugdahl, der als bisher erfolgreichster deutscher Fahrer bei Sechstagerennen gilt, bekommt glänzende Augen, als er sein altes Siegerrad in der Vitrine betrachtet. Was die Gedächtnistour, die Tretro, für ihn bedeute? "Erinnerungen werden wach!"

Ein flankierendes Rahmenprogramm rund ums Rad rückte den guten alten Drahtesel unter Museums-Flaggschiffen in Überschalljet-Format ins rechte Licht und tauchte ihn in nostalgiegetönte Nuancen. Retro-Räder vom Radfahrverein Rüsselsheim oder Stunts von Jens Schmitt, ehemaliger Kunstradweltmeister, gaben ihren Part dazu.

Bereits am Tretro-Vorabend wurde dem Rad gehuldigt bei einer "Legendenparty": Für die Teilnehmer der Ausfahrt ebenfalls eine Chance, ihren Idolen ganz nah zu sein. Auch "Höllentour", ein Dokumentarfilm, der die beiden Radprofis Erik Zabel und Rudi Altig beim Etappenrennen "Tour de France" zeigt, wurde dabei vorgeführt.

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