Olympia 2026: Experte Habert kritisiert deutsches Biathlon-Training
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Vor den nächsten Winterspielen hat Deutschland einen Rückstand von 18 Jahren wettzumachen. Das findet ein ehemaliger Weltcup-Athlet. Der frühere Biathlet Loïs Habert hat versucht, einen Grund für die Misere des deutschen Biathlon-Teams bei den Olympischen Winterspielen zu finden. Im Interview mit Eurosport erklärte der Franzose: Es gebe Teams, die "noch wie 2012" trainieren – und Deutschland sei eines davon. "Ich habe ein Hotel im Vercors und vor kurzem hatten wir die Deutschen und die Italiener zu Gast. Ich hatte den Eindruck, dass sie genauso trainieren wie ich 2012", sagte Habert. Was er damit meint: Die Athleten trainieren stundenlang Krafttraining. Dabei sei eben das französische Team auch ohne dieses "extrem gut in der körperlichen Vorbereitung, in allen Trainingsmethoden und in Bezug auf die Entwicklungen", so Habert. Das liege vor allem an der Auswertung der Blutwerte und Sauerstoffsättigung. Inzwischen sei das Training "viel präziser" zu kalibrieren als noch vor sechs Jahren. "Ich glaube, das hat die Athleten weitergebracht." Fest steht: Das deutsche Biathlon-Team hat bei den Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo gerade mal eine Bronzemedaille in der Mixed-Staffel geholt. Auch DSV-Sportdirektor Felix Bitterling räumte ein: "Eine Medaille ist nicht unser Anspruch." Frankreich dagegen holte sechs von elf Goldmedaillen. Habert zufolge, "waren die Biathleten bei diesen Olympischen Spielen nicht in Form" – abgesehen von den Franzosen und Norwegern. Die französischen Athleten würden alles aus sich herausholen, andere seien "im vorigen Jahrhundert, im vorigen Jahrzehnt stehen geblieben", befand der Ehemann von Olympiasiegerin Marie Dorin-Habert.

