Nachruf auf Heinz Ostermann
Nachruf auf Heinz Ostermann
Mit schwerem Herzen nehmen wir Abschied von Heinz Ostermann, der im Alter von 85 Jahren in der Nacht vom 26. auf den 27. August 2025 verstorben ist. Heinz wuchs im Saarland auf, in einer Familie, in der das Ringen nicht nur Sport, sondern eine Lebenseinstellung war. Von seinem Vater, Fritz Ostermann sen., einem deutschen Meister und Olympiakandidaten, erlernte er nicht nur die Techniken des Ringens, sondern auch die Werte von Disziplin, Respekt und Hingabe.
Heinz begann bereits im Alter von neun Jahren, beim KSV Köllerbach zu ringen, und entwickelte sich schnell zu einem talentierten Athleten. Doch seine größte Bestimmung fand er als Bundestrainer des Deutschen Ringer-Bundes, eine Rolle, die er über 25 Jahre lang mit Leidenschaft und Hingabe ausfüllte. Unter seiner Anleitung holten seine Schützlinge insgesamt 9 Olympiamedaillen, 32 WM-Medaillen und 60 EM-Medaillen. Besonders hervorzuheben ist seine enge Beziehung zu Pasquale Passarelli, der 1984 Olympiasieger wurde und später sein Schwiegersohn wurde. Diese Verbindung war nicht nur familiär, sondern auch von tiefem Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt.
Ich erinnere mich an die unzähligen Gespräche mit Heinz, besonders an die Stunden, die ich in der Hotel-Lobby in Leipzig mit ihm verbracht habe. Er erzählte mir, wie er damals Bundestrainer wurde, und diese Geschichte werde ich nie vergessen. Es war faszinierend, wie er mich in sein Ringerleben mitnahm, bis zu dem Tag, an dem er als Trainer des Deutschen Ringer-Bundes entlassen wurde. Für all das, was er erreicht hat und die Integrität, mit der er sich stets für seine Überzeugungen einsetzte, gebührt ihm unser größter Respekt.
Die letzte offizielle Begegnung fand bei der Hall of Fame in Neuss statt, wo er trotz gesundheitlicher Herausforderungen mit seinen Schützlingen plauderte und Erfahrungen austauschte. Diese Momente werden mir für immer in Erinnerung bleiben.
Die Ringerfamilie hielt in den letzten Monaten besonders zusammen, um Heinz zu unterstützen. Ich möchte dabei nicht nur auf Pasquale Passarelli hinweisen, sondern auch auf unseren Vizepräsidenten Ingo Breuer und den Freundeskreis um Heinz, die sich intensiv um ihn kümmerten. Es zeigt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft ist und wie sehr wir alle Heinz schätzten.
Heinz Ostermann war nicht nur ein Trainer, sondern auch ein Freund und Mentor. Seine Wärme, sein Lächeln und seine unermüdliche Unterstützung werden uns allen fehlen. Der Verlust von Heinz hinterlässt eine riesige Lücke im deutschen Ringersport und in unseren Herzen. Wir werden ihn schmerzlich vermissen, aber sein Erbe wird weiterleben. Sein unermüdlicher Einsatz, seine Leidenschaft und die Liebe zu seinen Schützlingen werden nie vergessen werden.
Der Deutsche Ringerbund wird ihm ein ehrendes Gedenken erweisen, und wir werden in Dankbarkeit an ihn zurückdenken. In tiefster Trauer und voller Respekt,
Jens Nettekoven
Präsident des Deutschen Ringerbundes