Greco Ringer feiern gelungene WM-Generalprobe
Greco Ringer feiern gelungene WM-Generalprobe
Der diesjährige Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland war gespickt mit Weltklasseathleten aus ganz Europa und Asien. Für viele Nationen diente der Grand Prix als letzte Standortbestimmung vor der Weltmeisterschaft in Kazachstan.
Vor allem die olympischen Gewichtsklassen waren gespickt mit internationalen Stars, gerade die russische Föderation stach mit zwei amtierenden Weltmeistern und dem zweifachen Olympiasieger Roman Vlasov hervor.
Der Deutsche Ringer Bund schickte selbstverständlich zahlreiche Sportler ins Rennen, am Sonntag zeigte sich Bundestrainer Michael Carl durchaus zufrieden. Gerade das hohe Niveau half vor dem anstehenden Lehrgang in Hennef dabei einige Defizite offen zu legen, an denen es bis zur Weltmeisterschaft nun zu arbeiten gilt. Mit zwei Bronzemedaillen, zweimal Silber und einer Goldmedaille holten sich die Grecos Rang 2 in der Länderwertung hinter Russland.
Ringer-Deutschland feiert Frank Stäbler
Seine Ausnahmestellung bewies ein weiteres Mal unser dreifacher Weltmeister Frank Stäbler. Unnachahmlich pflügte er bei seiner Rückkehr ins 67kg Limit (letzter Wettkampf in der damaligen 66kg Klasse waren die Olympischen Spiele in Rio) durch das Tableau und holte überzeugend die Goldmedaille. Ein ganz starkes Comeback feierte darüber hinaus Peter Öhler, der sich nach seiner schweren Verletzung aus der Bundesligasaison in starker Verfassung präsentierte. Der Südbadener musste sich erst im Finale dem amtierenden Europameister Evloev geschlagen geben und errang Silber. Ebenfalls auf Rang 2 landete Eduard Popp, die beiden Bronzemedaillen sicherten sich Fabian Schmitt und Etienne Kinsinger.
Die Wettkämpfe der Deutschen im Überblick:
55kg: Fabian Schmitt und Ibrahim Fallacara starten im nordischen Turnier. Das innerdeutsche Duell entschied Schmitt knapp mit 2:0 Punkten für sich, beide Sportler unterlagen dem Europameister Kabaloev (RUS) und dem Kirgisen Toktogul. Im letzten Duell hatte Schmitt dann wenig Probleme mit Gevorgizya (AUT) und sicherte sich somit Bronze.
60kg: Etienne Kinsinger und Chris Krämer liefern sich noch immer ein Duell um den Startplatz bei der Weltmeisterschaft in Kazachstan. Samstag lief es bei beiden DRB Athleten nicht wirklich rund, Krämer unterlag zum Auftakt Petravicius (LTU), Kinsinger zog gegen Semenov (RUS) den Kürzeren. Da sich diese Beiden im Halbfinale gegenüberstanden, ging es nur für Kinsinger in der Hoffnungsrunde um Bronze. Hier zeigte der Saarländer eine ganz starke Leistung gegen Petravicius und siegte vorzeitig mit 8:0.
63kg: Deniz Menekse beweist bei seinem ersten internationalem Turnier seit langem eine starke Form. Nach Siegen über Quamarov (TJK) und Bica (SWE) stand er am Abend im Halbfinale gegen den Russen Marat Garipov. Nach einer vorzeitigen Niederlage ging es dann am Sonntag erneut gegen den Schweden Bica um Bronze. Diesmal hatte der Skandinavier das bessere Ende auf seiner Seite und für Deniz blieb der undankbare 4. Platz.
67kg: Gespannt gingen die Blicke am heutigen Tag vor allem in Richtung Frank Stäbler. Die große Frage war, wie verkraftet der Weltmeister die Gewichtsreduktion, nachdem er erstmals seit den olympischen Spielen 2016 wieder ein Gewichtslimit tiefer an den Start geht. Der Eindruck macht durchaus Hoffnung für die anstehende WM, Stäbler siegte zweimal vorzeitig, doch im Halbfinale folgte mit dem Russen Kabaloev (Sieger der European Games) ein richtiger Gradmesser auf dem Weg zum Heimsieg. Doch in gut 4 Minuten fegte Stäbler den Russen von der Matte und sorgte erstmals für Partystimmung in der Halle. Im Finale am Sonntag folgte dann das Duell der Weltmeister. Surkov (RUS) holte 2018 den Titel bis 67kg, Stäbler bekanntermaßen bis 72kg. Erneut ließ Stäbler keinen Zweifel am Heimsieg aufkommen, auch der zweite Russe war an diesem Wochenende chancenlos. Mit 7:1 sicherte sich Frank hochverdient die Goldmedaille.
Auch ein zweiter Deutscher in diesem Limit, der Deutsche Meister Witalis Lazovski präsentierte sich stark, scheiterte jedoch knapp an jenem amtierenden Weltmeister Surkov (RUS). Nach einem Sieg im deutschen Duell gegen Andrej Ginc in der Hoffnungsrunde stand Witalis im kleinen Finale. Dort unterlag er Bjerrehus (DEN) und landete auf dem fünften Rang.
72kg: Auch hier war das Rennen um den WM Startplatz relativ offen, mit Timo Badusch, Maximillian Schwabe und Michael Widmayer werfen gleich drei Kontrahenten ihren Hut in den Ring. Widmayer startete stark mit einem Sieg gegen Vize-Weltmeister Zahdraev (KAZ), scheiterte jedoch im Viertelfinale unglücklich mit 5:6 an Europameister Mantsigov (RUS), welcher vorher bereits Timo Badusch aus dem Rennen geworfen hatte. Nach dem Finaleinzug des Russen, begegneten sich die beiden Deutschen am Sonntagmorgen in der Hoffnungsrunde. Widmayer behielt knapp die Oberhand, unterlag jedoch im kleinen Finale dann Robert Fritsch (HUN). In der Hoffnungsrunde landete auch Maximillian Schwabe, der zum Auftakt gegen Balint Korpasi (HUN) unterlag. Dort war jedoch gegen Dominik Etlinger nichts drin für den Deutschen.
77kg: Auch hier starten gleich drei DRB-Ringer. Für Pascal Eisele war das Turnier schneller beendet als gehofft. Trotz zwischenzeitlicher Führung musste er sich knapp gegen Tamas Lörincz (HUN) geschlagen geben, der völlig überraschend in der nächsten Runde scheiterte. Nach dem Finaleinzug des U23-Weltmeisters Levai (HUN) landeten die anderen beiden Deutschen hingegen in der Hoffnungsrunde. Neumaier unterlag dem Ungarn im Auftaktmatch, Schwarz später im Viertelfinale. Eine strittige Schiedsrichterentscheidung entschied dieses Hoffnungsrundenduell zu Gunsten von Neumaier. Doch Bronze blieb auch ihm verwehrt, nach einer knappen Niederlage beendet er das Turnier auf Platz 5.
82kg: Hier blieben Marius Braun und Hannes Wagner doch etwas hinter ihren Erwartungen zurück und scheiterten direkt im ersten Kampf. Freude bereitete hingegen der junge Lucas Lazogianis, der als Junior den amtierenden Europameister Rajbek Bisultanov (DEN) gehörig zu ärgern wusste und nach der knappen Niederlage in der Hoffnungsrunde landete. Dort fehlten dem jungen Lazogianis dann die Körner und er beendete das Turnier auf Rang 5.
87kg: Auch Mr. Zuverlässig, Denis Kudla, musste einem Russen die Daumen drücken. Nach einem lockeren Auftaktsieg gegen Nemsevicius (LTU) scheiterte Denis im Viertelfinale an Olympiasieger Chakvetadze, der Kudla im Boden zweimal drehen konnte und anschließend seinen Vorsprung derart geschickt verteidigte, dass er selbst nicht in die Unterlage musste. Tief enttäuscht verfolgte Denis anschließend, wie Chakvetadze sein Halbfinale verlor und er selbst somit ausgeschieden war.
97kg: Sein Comeback auf der internationalen Bühne gab Peter Öhler an diesem Wochenende und der Südbadener stieß gleich direkt ins Finale vor. Nach einem spannenden Punktsieg über Daniel Gastl (AUT), zwang Öhler im Viertelfinale den Tschechen Dadak in die Knie. Im Halbfinale traf er auf den starken Finnen Elias Kuosmanen. Kuosmanen besiegte am Morgen den zweiten Deutschen Ramsin Azizsir – Öhler machte es besser, wies Kuosmanen in die Schranken und warf Azizsir damit aus dem Turnier. Der Turniersieg blieb ihm jedoch, wie bereits eingangs erwähnt, gegen Evloev (RUS) verwehrt.
130kg: Bis 130kg hält erneut Eduard Popp die deutschen Fahnen hoch. Mit zwei Siegen gegen Tomas Lahti (FIN) und Mantas Knystautas (LTU) zog Edi ins Halbfinale ein. Dort wartete der Ungar Balint Lam, der den zweiten Deutschen, Jello Krahmer, aus dem Turnier befördert hat. Popp zeigte eine konzentrierte Leistung, mit zwei starken Rumreißern und feierte ungefährdet den Finaleinzug. Hier sorgte der junge Finne Mäenpää für die größte Überraschung des Turniers. Nachdem er im Vorfeld bereits Weltklassegegner bezwungen hatte, ließ er auch Edi im Endkampf keine Chance.

