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Weinheim: Sanierung des "Schweißtropfenbads" ist in trockenen Tüchern

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Von Günther Grosch

Weinheim. Erst Schwimmen im Hallenbad "HaWei", anschließend Nordic Walking durch den Exotenwald und zum Abschluss Kneippen in der Wassertret-Anlage am Weihertalbrunnen: Dem "Weinheimer Triathlon" steht demnächst nichts mehr im Wege. Dank einer vorbildhaften Zusammenarbeit der Verwaltung mit den Stadtwerken Weinheim (SWW) sowie des Engagements der Mitglieder des Kneippvereins Weinheim und Umgebung bleibt die Anlage nun doch erhalten.

"Die Kneipp-Anlage stellt ein Kleinod im Exotenwald dar. Sie ist von der Stadt her leicht zu erreichen und ein Gesundbrunnen mit Geschichte": OB Manuel Just unterstrich Mitte der Woche beim Ortstermin mit Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Krämer und dem Vorstandstrio des Kneippvereins, Karin Kling, Heide Engel und Monika Roth, noch einmal die Win-win-Situation.

Vor 50 Jahren erbaut, war die zuletzt kaum mehr nutzbare Anlage komplett trockengelegt worden. Erster Bürgermeister Torsten Fetzner erläuterte die Hintergründe: Wegen der trockenen Sommer der vergangenen Jahre hatte die Ergiebigkeit der natürlichen Quellwasserversorgung mehr und mehr nachgelassen. Der Wasserspiegel sank, das Wasser erwärmte sich in der Folge so sehr, dass es zu einer zunehmenden Veralgung kam. Mit der Konsequenz, dass die Stadtgesellschaft Sorge trug, die Anlage müsse ganz aufgegeben werden.

Die Verwaltung habe sich mit Blick auf ihre Verkehrssicherungspflicht schwergetan, eine Lösung zu finden, mit der die Anlage durch eine vertretbare Investition technisch wie wirtschaftlich sinnvoll weiterbetrieben werden kann. So schilderte OB Just die auch für die Stadt "wenig angenehme Situation". Die Kneippanlage stelle ein Schmuckstück unter den touristischen Angeboten der Stadt dar. "Zumal es in der näheren Umgebung nichts Vergleichbares gibt. Deshalb haben wir beschlossen, uns aktiv für ihren Erhalt einzusetzen", machte Peter Krämer schließlich Nägel mit Köpfen. Schon seit geraumer Zeit, so der SWW-Geschäftsführer, verwirklichen die Stadtwerke mit ihren Auszubildenden alljährlich Projekte, die der Stadtgesellschaft zugutekommen sollen.

So bekommt diesmal das Tretbecken mit seinem Gesamtvolumen von sechs Kubikmetern Wasser neue, frostsichere Fliesen und einen rutschfesten Bodenbelag. Darüber hinaus wollen die Stadtwerke mit einer zusätzlichen Leitung die zur Verfügung stehende Wassermenge der Quelle besser nutzen und gleichzeitig den Wasserdurchlauf im Tretbecken verbessern. Letzteres dient insbesondere der Vorbeugung weiterer Algenbildung. Weiteres Ziel ist es, für den "Storchengang" der Nutzer eine beständige Wassertiefe von 35 bis 40 Zentimetern und eine Wassertemperatur von 16 bis maximal 18 Grad zu gewährleisten. Sollten zusätzliche Maßnahmen zur Algenvermeidung notwendig werden, ist in einem weiteren Schritt der Zu- und Ablauf durch den Einbau eines Wasser-Umwälz-Systems vorgesehen. Der dafür erforderliche Strom könnte – trotz der die kleine Lichtung umgebenden Bäume – mit einem Solar-Paneel gewonnen werden.

Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme schätzt Krämer auf rund 20.000 Euro. Während die Kosten für die Sanierung des Beckenbodens von der Stadt getragen werden, übernehmen die Stadtwerke Kacheln und Leitung. Neben dem 85. Gründungsjubiläum des Kneippvereins und dem 50. Geburtstag der Kneippanlage feiert der Naturheilkundler, "Wasserdoktor" und "Kräuterpfarrer" Sebastian Kneipp ("Ernährung, Bewegung, Heilkräuter und Wasser sorgen für die Ordnung der Seele") in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag, so die Vereinsvorsitzende Karin Kling: Das "Wassertreten" als "Kaffee des kleinen Mannes", so Heide Engel, könne in Weinheim auf eine lange Tradition zurückblicken.

Als "Dritter im Bunde" werde sich deshalb auch der Verein ehrenamtlich mit Verschönerungsmaßnahmen an der Anlage einbringen. Neben der Pflanzung verschiedener Heilkräuter ist unter anderem die Einrichtung eines aus Steinen, Tannenzapfen, Gras und ähnlichem bestehenden "Barfuß-Parcours" angedacht. Dieser soll, wie das bereits vorhandene Armbecken, beim Darüber-Laufen die Blutzirkulation stimulieren.

Ende April oder Anfang Mai könnte das Tretbecken den "Kneippianern" wieder zur Verfügung stehen, so Bürgermeister Fetzner. Beim Stöbern nach alten Plänen war er gleich bei vier Ämtern im Rathaus fündig geworden: So geht die Errichtung des seinerzeit als "Schweißtropfenbad" titulierten Vorhabens als "eine Art Trimm-dich-Pfad" auf die Initiative der SPD zurück. Aus dem Pfad wurde bekanntlich nichts. "Stattdessen wurde aber die Kneippanlage realisiert, die für das Erleben der Natur eine wichtige Rolle spielt."

Info: Wer das Sanierungsprojekt und den Kneippgedanken in Weinheim fördern möchte, kann dafür auf das Konto des "Kneippvereins Weinheim und Umgebung" unter dem Stichwort "Erhalt Kneipp-Bad" spenden: IBAN DE04 6705 0505 0063 0198 60. Weitere Infos unter kneippverein-weinheim.jimdofree.com

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