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Heidelberg Man: Schinderei als Alleinstellungsmerkmal

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Von Thorsten Eisenhofer

Heidelberg. Er ist eine der härtesten Kurzdistanz-Triathlons in Deutschland und bei den zu erwartenden heißen Temperaturen sicherlich eine ganz besondere Herausforderung: Der Heidelberg Man. "Wir sind stolz auf die schwere Strecke, sie ist unser Alleinstellungsmerkmal", sagt Peter Verclas, Rennleiter der Herausforderung, die am Sonntag um 9.30 Uhr am Hackteufel gestartet wird. Eben wegen des anspruchsvollen Kurses mit 1,6 Kilometern Schwimmen, 36 Kilometern Radfahren mit zwei Königstuhl-Passagen (rund 800 Höhenmetern) und dem abschließenden 10-Kilometer-Lauf auf dem Philosophenweg (160 Höhenmeter) kommen viele Athleten.

Und andere, die sich die Schinderei nicht antun wollen, starten eben nicht. 80 bis 90 Prozent der Teilnehmer, so erzählt Verclas, kommen aus der Region. "Aber viele von ihnen wissen nicht, dass die Strecke so heftig ist." Und das, obwohl der Veranstalter auf seiner Internetseite Videos des Kurses zeigt und im Vorfeld der Veranstaltung Radstreckenbesichtigungen angeboten werden.

Es gab in den vergangenen Jahren immer mal wieder Überlegungen, die Strecke zu vereinfachen. Zum Beispiel mit zwei ebenen Laufrunden am Neckar - anstatt dem anspruchsvollen Philosophenweg mit seinen Höhenmetern. "Aber dann würde der Wettkampf seinen Charakter, seinen Reiz und sein Alleinstellungsmerkmal verlieren", sagt Verclas. Mit rund 600 Einzelstartern und 180 Staffeln ist der Triathlon fast ausgebucht. Einige Nachmeldeplätze gibt es noch. Die können am Samstag zwischen 16 und 18 Uhr auf der Neckarwiese erstanden werden. Mehr als 800 Starter könnten die Veranstalter zwar zulassen (die Genehmigung dafür haben sie). Allerdings würde das vor allem auf der zweimal zu fahrenden Radrunde am Königstuhl schlichtweg nicht gehen. "Mehr als 800 Sportler auf einem 13 Kilometer langen Kurs. Das ist eine einfache Rechnung. Das geht nicht", sagt Verclas.

Favorit bei den Männern ist, nachdem der Ladenburg-Sieger vom vergangenen Wochenende Florian Angert (Weinheim) nicht startet, Markus Rolli. Der hatte im Vorjahr in Heidelberg vor Angert triumphiert. Schafft Rolli den erneuten Erfolg, wäre er erst der vierte Athlet in diesem Jahrtausend, dem eine Wiederholung seines Vorjahressieges gelingt. Unter seinen Vorgängern (Craig Cunningham 2004 und 2005, Sebastian Kienle 2008 und 2009, Patrick Lange 2013 und 2014) wären dann immerhin zwei Gewinner der Ironman-WM auf Hawaii. Rollis größte Konkurrenten in Heidelberg dürften Martin Diebold - jeweils Dritter bei den ersten beiden Stationen des BASF Triathlon-Cups Rhein-Neckar in Mußbach und Ladenburg - der in Heidelberg studierende Malte Plappert und Julian Erhardt sein.

Bei den Frauen starten mit Karoline Brüstle, Anne Reischmann und Jana Binninger die drei Athletinnen, die zuletzt in Ladenburg die Ränge eins, zwei und drei belegten. Eine Topfavoritin im Frauenfeld ist schwer auszumachen, da es viele Athletinnen gibt, die an einem guten Tag gewinnen können. Der klangvollste Name in der Meldeliste ist sicherlich Natascha Schmitt, die für den TuS Griesheim startet. Sie war 2016 Dritte bei den deutschen Meisterschaften über die Langdistanz und im Vorjahr verletzt. In diesem Jahr meldete die 32-Jährige sich mit Rang sechs beim Ironman 70.3 Kraichgau zurück. Abzuwarten bleibt aber, ob sie den Heidelberg Man nur als ein Vorbereitungsrennen sieht - oder ob sie top ausgeruht an den Start geht.

Der Heidelberg Man ist die dritte von vier Stationen des BASF Triathlon-Cups Rhein-Neckar. Letzter Wettkampf ist dann Ende August der Viernheimer Triathlon. In der Gesamtwertung könnten am Sonntag also schon erste Vorentscheidungen fallen. "Es wird sicherlich auch in Heidelberg wieder ein enger Wettbewerb um die wichtigen Punkte für die Gesamtwertung", sagt Jürgen Hilberath, Geschäftsführer des Triathlon-Cups.

Aus regionaler Sicht sind Laura Jansen (Skiclub Heidelberg) und Friederike Freimuth (Auto Peters Team Nikar Heidelberg), Fünfte und Sechste zuletzt in Ladenburg, bei ihrem Heimspiel Top-Ten-Platzierungen im Feld der Frauen zuzutrauen. Bei den Männern ist es eher unwahrscheinlich, dass sich ein Heidelberger Athlet so gut platzieren wird.

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