HeidelbergMan 2017: Markus Rolli nicht zu bremsen
Von Thorsten Eisenhofer
Heidelberg. Markus Rolli (Team Dietrich) und Anne Haug (EJOT Team TV Buschhütten) haben den HeidelbergMan (1,6 km Schwimmen, 35 km Radfahren, 10 km Laufen) gewonnen. Lena Berlinger (Menges Triathleten) ist nach dem zweiten Platz erneut Gesamtsiegerin des Triathlon-Cups Rhein-Neckar, dessen vierten (von fünf) Stationen Heidelberg war.
Markus Dietrich kennt Sebastian Kienle, den Ironman-Weltmeister von 2014 und aktuellen Ironman-Europameister ziemlich gut. Beide haben in Lubos Bilek denselben Trainer, üben auch ab und zu zusammen, in der Saisonvorbereitung waren sie gemeinsam im Trainingslager auf Fuerteventura. Ein bisschen was von Kienle hatte dann auch der Siegesjubelsprung von Rolli ins Ziel an der Heidelberger Neckarwiese. Auch wenn dieser im Gegensatz zu Kienles Zielsprüngen, die er in der Vergangenheit auch oft genug bei seinen Siegen beim Triathlon-Cup Rhein-Neckar gezeigt hat, eher ein kleiner Hüpfer war.
Doch dass Markus Rolli das Potenzial hat, mehr als nur ein kleiner Hüpfer im Triathlon zu werden, das hat nicht nur in der Vergangenheit auch Kienle schon das eine oder andere Mal gesagt. Dass hat Rolli auch gestern in Heidelberg gezeigt
Der 26-Jährige übernahm auf den ersten Radkilometern die Führung von Florian Angert (Team Erdinger Alkoholfrei) und fuhr dem Sieger des Römerman in Ladenburg aus der Vorwoche auf und davon. Es rollte einfach bei Rolli. "Es lief einfach bombe", sagte der Sieger später, nachdem er bei den zwei Runden über den Königstuhl zwei Minuten herausgefahren und den Vorsprung auf der Laufstrecke verteidigt hatte.
Die Woche zuvor in Ladenburg hatte Rolli einen schlechten Tag erwischt. "Als ich aus dem Wasser kam hatte ich schwere Beine, da habe ich gemerkt, heute geht nichts", erzählte der Wirtschaftsinformatiker, der seit dieser Saison als Profi unterwegs ist. Somit reicht es in Ladenburg nur zu Rang fünf. Und dieser fünfte Rang mit großem Rückstand nimmt Rolli nun auch die Chance, im BASF Triathlon-Cup Rhein-Neckar die Gesamtwertung zu gewinnen - selbst wenn er in vier Wochen in Viernheim erfolgreich sollte.
Der Gesamtsieg wird zwischen Julian Erhardt, gestern auf Rang fünf, und Angert entschieden, wobei Angert in Viernheim nicht am Start sein wird und hoffen muss, dass Erhardt nicht gewinnt beziehungsweise mehr als nur ein paar Sekunden auf den Sieger Rückstand hat
"Ich habe das jetzt nicht mehr selbst in der Hand", sagt der Weinheimer: "Ich hoffe natürlich, zu gewinnen. Aber es wäre auch kein Weltuntergang, wenn ich nicht gewinne, da ich den Cup ja schon zwei Mal gewonnen habe." Gestern kam ihm nicht unbedingt zugute, dass der Neckar aufgrund des Hochwassers eine hohe Fließgeschwindigkeit hatte - ein Nachteil für ihn als besten Schwimmer im Feld. "Und Markus hatte dann einfach einen Tick mehr Punsch auf dem Rad."
Als bester Heidelberger belegte Elias Schipperges (Auto Peters Team Nikar Heidelberg) den achten Platz. Er war damit im Großen und Ganzen zufrieden, wäre aber gerne einen Tick weiter vorne gelandet - wie 2015 und 2016, als er jeweils Rang fünf belegte. "Aber das hängt natürlich auch immer davon ab, wie viele Profis am Start sind", sagte Schipperges: "Ich fand es schon mega geil, beim Radfahren vor dem einen oder anderen Profi gewesen zu sein."
Bei den Frauen gewann wie erwarte Anne Haug. Die Olympia-Teilnehmerin feierte somit bei ihrem Neustart ein gelungenes Comeback in ihrem ersten Triathlon seit Rio de Janeiro - dazwischen lag eine Phase, in der sie überlegen musste, ob sie ihre Karriere nach dem enttäuschenden Olympia-Abschneiden (Rang 36) überhaupt fortsetzt und eine Hüftverletzung. "Ich bin total zufrieden", lachte Haug im Zielbereich. Sie hatte nach dem Schwimmen im Neckar fast drei Minuten Vorsprung auf ihre härteste Rivalin Lena Berlinger und nach dem Radfahren immer noch 1:20 Minuten.
Berlinger hat mit dem zweiten Rang vorzeitig die Cup-Gesamtwertung mit den Stationen Mußbach, Maxdorf, Ladenburg, Heidelberg und Viernheim gewonnen - zum dritten Mal in Folge. "Das ist ein schöner Erfolg", sagte sie. Gestern verlor sie das Rennen schon in ihrer schwächsten Disziplin, dem Schwimmen. "Da habe ich mich falsch positioniert", sagte Berlinger. Hinter der Dritten Anne Reischmann (TG Bad Waldsee) und der Vierten Katharina Wolff (Tri-Team Heuchelberg) belegte Friederike Freimuth (Auto Peters Team Nikar Heidelberg) einen starken fünften Platz.

