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Heidelberg Man: Das ist "kein 08/15-Triathlon"

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Von Thorsten Eisenhofer

Heidelberg. Mit Anne Haug ist am Sonntag beim Heidelberg Man die derzeit bekannteste deutsche Triathletin am Start. Das vierte (von fünf) Rennen des BASF Triathlon-Cups Rhein-Neckar gilt als eine der härtesten Kurzdistanzen in Deutschland. Bei den Männern ist der Weinheimer Florian Angert der Favorit.

900 Höhenmeter auf dem Rad, 160 beim abschließenden Lauf. Es gibt gewiss einfachere Ausdauer-Dreikämpfe über die Kurzdistanz. "Das ist kein 08/15-Triathlon, wir sind halt nicht in der norddeutschen Tiefebene", sagt Rennleiter Peter Beck. Und Peter Verclas, sein Rennleiter-Kollege, fügt hinzu: "Für die kurze Strecke ist es einer der härtesten Triathlons in Deutschland." Und die Heidelberger, sie sind stolz auf ihre Strecke - und natürlich auch auf ihr Standing in der Szene. Es gibt zwar den einen oder anderen Triathleten, der nach seiner zweiten Teilnahme in Heidelberg eine andere sprich einfachere Herausforderung sucht. Aber gleichzeitig auch viele, die es nach Heidelberg treibt, weil sie gehört und gelesen haben, welche Anstrengung da in der Neckarstadt auf sie wartet - und diese gerne meistern wollen. Verclas jedenfalls sagt über die Strecke: "Es soll hier ja schließlich nicht die Lokalprominenz zum Winken mitmachen."

Dafür dauert es auch jedes Jahr ein bisschen länger als bei den anderen Rennen des BASF Triathlon-Cups Rhein-Neckar, dessen vierte Station Heidelberg ist, bis alle Startplätze weg sind. Am Ende aber ist Heidelberg dann zumeist auch ausgebucht. 600 Einzelstarter plus 200 Staffeln werden sich am Sonntagmorgen ab 9.30 Uhr auf die Strecke machen: 1600 Meter Schwimmen im Neckar, 35 Kilometer Radfahren, wobei es zweimal den Königsstuhl hinauf geht, und 10 Kilometer Laufen zum Abschluss auf dem Philosophenweg. Das ist die harte Heidelberger Höhenjagd. Einige wenige Startplätze gibt es derzeit noch. Kurzentschlossene können am Samstag von 16 bis 18 Uhr im Zielbereich an der Neckarwiese noch melden.

Geändert hat sich in diesem Jahr der Schwimmeinstieg. Weil der Schlossbergtunnel wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist, kann die B 37 südlich des Neckars nicht für den Schwimmstart genutzt werden. Stattdessen geht es von der nördlichen Neckarseite ins Wasser. Die Schwimmstrecke verlängert sich dadurch um etwa 50 bis 100 Meter. Auch weil aufgrund der derzeit hohen Fließgeschwindigkeit des Neckars vom Rand aus gestartet werden muss. "Da können die Sportler noch stehen, ansonsten müssten sie die ganze Zeit gegen die Strömung ankämpfen, um nicht abgetrieben zu werden", sagt Beck. Dass der Neckar "voll ohne Ende ist" (Verclas) ist, kommt den weniger guten Schwimmern zu Gute. "Die Topschwimmer können so ihre technischen Vorteile weniger gut ausspielen", sagt Verclas.

Für Verkehrssicherungsmaßnahmen müssen die Macher von sportlichen Großveranstaltungen in Heidelberg seit diesem Jahr höhere Kosten tragen. Für den Heidelberg Man belaufen sich diese auf rund 10.000 bis 15.000 Euro. Das Organisations-Team ist darauf schon bei der Nachbesprechung der 24. Austragung im Vorjahr hingewiesen worden, trotzdem ist das viel Geld für eine Veranstaltung wie den Heidelberg Man. "Das hat schon demotiviert", gibt Verclas zu. Man wird sehen, wie die Veranstalter damit in Zukunft umgehen.

Doch erst einmal zählt die Gegenwart. Und die hat eine Überraschung parat: Anne Haug, seit Jahren die beste deutsche Triathletin, gibt in Heidelberg ihr Comeback nach einem alles andere als guten 36. Platz bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr. Die 34-Jährige hatte sich nach Olympia aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, hatte nur noch den Frankfurt-Marathon absolviert und kehrt nun am Sonntag auf die Wettkampf-Bühne zurück. "Sie hat sich von sich aus bei uns gemeldet, das hat uns natürlich erfreut", sagt Beck. Haug wird sich nun ein spannendes Duell mit Vorjahressiegerin Lena Berlinger liefern, die wohl erneut den BASF Triathlon-Cup Rhein-Neckar gewinnen wird. Sie siegte bei der Auftaktveranstaltung in Mußbach und vergangene Woche in Ladenburg.

"So einfach wird sie es diesmal nicht haben", prophezeit Verclas. Haug dürfte deutlich schneller schwimmen, Berlinger ist eine Top-Radfahrerin. Nicht realisieren ließ sich der Start der gebürtigen Lobbacherin Laura Philipp. Die 30-Jährige, die dieses Jahr drei Ironman-70.3.-Rennen gewonnen hat und wieder nach Heidelberg gezogen ist, ist schon im Trainingslager für die zweite Saisonhälfte.

Bei den Männern ist Vorjahressieger Patrick Lange, der Dritte der Ironman-WM, nicht am Start. "Wirtschaftlich ist das eine Hausnummer zu groß für uns", sagt Beck. Der Weinheimer Florian Angert, der Zweite des Vorjahres und Sieger von 2015, ist so der große Favorit. Seine Herausforderer heißen Markus Rolli, Julian Erhardt, Julian Beuchert (Mosbach) oder Marc Dülsen, dieses Jahr Dritter beim Ironman 70.3 Kraichgau. Noch offen ist der Start des Eberbachers Timo Bracht.

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