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Weinheim: Alexander Skrobuszynski übernimmt 2023 Geschäftsführung der Stadtwerke

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Weinheim. (web) Der Neue ist einer von hier: Alexander Skrobuszynski ist in Leutershausen und Hohensachsen aufgewachsen, lebt in Ladenburg und leitet die Tischtennisabteilung des Turnvereins Germania Großsachsen. Auch andere Mitglieder der Familie Skrobuszynski kennt man an der Bergstraße. Aber das ist nicht der Grund, weshalb der Aufsichtsrat der Stadtwerke Weinheim dem 41-Jährigen zum 1. Januar 2023 die Geschäftsführung beim kommunalen Energie-, Wärme- und Wasserversorger überträgt. Skrobuszynski hat eine eigens ins Leben gerufene Findungskommission überzeugt, die sich von externen Fachleuten unterstützen ließ.

Denn bei der Besetzung dieses Postens wollten sich die Verantwortlichen keinen Fehler erlauben. Das ging aus den Ausführungen von OB Manuel Just hervor, der Skrobuszynski am Donnerstag den Medien vorstellte. Just ist qua Amt Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrats. Bevor er das Auswahlprozedere erläuterte, hob er die Qualitäten des bisherigen Geschäftsführers hervor. Peter Krämer verabschiedet sich Ende des Jahres in den Ruhestand. Der "Mann mit der Fliege" hat die Stadtwerke dann 16 Jahre lang geführt.

Der Wechsel sei von langer Hand vorbereitet worden, betonte Krämer. Er habe sich schon vor rund drei Jahren dazu entschlossen, bis Ende 2022 zu arbeiten. Skrobuszynski soll nun am 1. Oktober dazustoßen, um mit Krämer einen drei Monate andauernden Übergang zu gestalten. "Ich scheide altersbedingt aus, einen internen Wettbewerb um die Geschäftsführung gab es nicht", so Krämer. Er sehe sehr gute Startbedingungen für Skrobuszynski – gerade auch wegen vieler aktueller Herausforderungen: Diese böten die Chance, Position zu beziehen.

Bereits bevor die Suche mit einer Anzeige in der Branchenzeitung gestartet war, habe man sich die Dienste einer Beratung gesichert, erklärte OB Just das Prozedere. Dabei handelte es sich um keine x-beliebigen Headhunter, sondern um Spezialisten für die Energiebranche. Als Anforderungsprofil und Anzeige standen, meldeten sich 27 Interessenten. Die Findungskommission habe das Feld der Bewerber nach und nach auf fünf Köpfe eingegrenzt. Beim Vorstellungsgespräch hätten sich letztlich zwei Namen herauskristallisiert. Diese beiden sollten eigens konzipierte Aufgaben lösen, etwa Präsentationen und Sitzungsvorlagen zu Thematiken der Stadtwerke erstellen.

Skrobuszynski überzeugte die Findungskommission, deren Empfehlung sich der Aufsichtsrat am Dienstag angeschlossen hat. Der erfolgreiche Bewerber bringe trotz seines jungen Alters Führungserfahrung mit, betonte Just. Der Neue arbeitet seit 2005 beim Mannheimer Energieriesen MVV, zunächst als Produktmanager, seit 2011 in der Leitung des Regionalvertriebs. Parallel dazu war er von 2015 bis 2019 Vertriebsleiter und Geschäftsführer bei MVV-Tochterunternehmen. Er habe seine Entscheidung für die MVV nie bereut, so Skrobuszynski. Es sei für ihn ein Schritt "hin zu, nicht weg von". An der neuen Aufgabe reize ihn die große Bandbreite der Aufgaben, die ein Versorger wie die Stadtwerke Weinheim abdeckt. Es sei ein "Riesenschritt", hier die Gesamtverantwortung übernehmen zu dürfen. Auf der anderen Seite sehe er die Möglichkeit, eine eher familiäre Unternehmenskultur kennenzulernen und mitzuentwickeln – und in der Nähe der eigenen Familie zu bleiben, so der Sohn eines Elektromeisters, studierte Informationstechniker und zweifache Vater.

OB Just ließ keinen Zweifel daran, dass Skrobuszynski zu den Stadtwerken passt. "Wir haben jemanden mit Potenzial ausgewählt, der sich rasch in neue Sachverhalte einarbeiten kann. Sein bodenständiges Auftreten ist authentisch." Dass der designierte Geschäftsführer auch mal den Blick über den Tellerrand hinaus wagt, zeigt ein im letzten Jahrzehnt absolviertes Zweitstudium in Betriebswirtschaftslehre, Politikwissenschaft und Philosophie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Hier habe er in einem engen Kreis mit dem Philosophen und früheren Kulturpolitiker Julian Nida-Rümelin diskutieren dürfen, schilderte er eine prägende Erfahrung. Entspannung sucht er bei Tischtennis, Tauchen, Wandern und auf dem Motorrad.

Krämer sieht die Stadtwerke trotz Pandemie, Krieg und Krise um Strom-Discounter gut aufgestellt. Angesichts des zunehmend fordernden Auftretens von Politik und Öffentlichkeit gab er Skrobuszynski einen Rat mit auf den Weg: "Man braucht starke Nerven, einen klaren Kompass und ein hohes Maß an Unabhängigkeit." An der sympathischen Ausstrahlung des Neuen wird es nicht scheitern.

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