Schwetzingen: Stadt zeichnet 73 erfolgreiche Sportler aus
Von Jennifer Reutter
Schwetzingen. Strahlend standen sie dem Publikum im Palais Hirsch gegenüber: Insgesamt 73 Athleten wurden im Rahmen der Sportlerehrung der Stadt Schwetzingen für ihre Leistungen ausgezeichnet. Jedem von ihnen überreichte Bürgermeister Matthias Steffan eine Urkunde und ein blaues Kästchen.
Unter den Geehrten war auch die 80- jährige Tischtennisspielerin Lore Eichhorn. Die erste Auszeichnung für ihr sportliches Engagement hatte sie bereits 1954 erhalten. "Sport verbindet Menschen. Als Teil eines Vereins ist man nie allein", antwortete die Seniorin auf die Frage, wie sie es schafft, so aktiv zu bleiben. Nur zweimal habe sie für jeweils sechs Wochen pausiert: Zum einen wegen der Geburt ihres Sohnes, zum anderen aufgrund einer Operation.
Bei der Sportlerehrung im Palais Hirsch erhielt sie unter anderem die Ehrenurkunde für besondere Leistungen für drei erste Plätze bei den badischen Seniorenmeisterschaften. Als sie ihre Urkunde in den Händen hielt, ergriff Einhorn das Wort, um den jungen Menschen etwas mit auf den Weg zu geben: "Habt Freude an Bewegung und macht Sport, solange Ihr Spaß daran habt."
Die 15-jährige Deaf-Golfspielerin Amelie Paloma Gonzalez Podbicanin wird Deutschland bei den Deaflympics, den Olympischen Spielen für Gehörlose, 2021 in Tokio vertreten. Bei der Ehrung in Schwetzingen konnte sie aber nicht anwesend sein. Ihre Mutter Olga Gonzalez-Perez nahm die Sportlerplakette in Silber für die gehörlose Athletin entgegen.
"Es ist schön, dass meine Tochter trotz ihrer Einschränkung eine solche Bestätigung erfährt", sagte sie gegenüber der RNZ. Die Idee, Golfen zu lernen hatte Amelie im Alter von gerade einmal fünf Jahren. Schon damals habe ihre Tochter gewusst, dass sie genau diesen Sport lernen wolle, erzählte die Mutter.
Aufgrund ihrer Gehörlosigkeit verfüge Amelie über einen geschärften Sehsinn. "Und das kommt ihr beim Golfen zugute", erzählte Gonzalez Perez. Für Menschen mit Einschränkungen sei Sport wichtig, um gesellschaftlich akzeptiert zu werden. "Dort wird Inklusion möglich, die im Alltag nicht unbedingt gegeben ist", betonte Amelies Mutter. Bei der Sportlerehrung wurden aber nicht nur Einzelleistungen gewürdigt.
Auch ganze Mannschaften erhielten eine Urkunde, zum Beispiel die Handball A-Jugend des HG Oftersheim. Sie sind Badischer Meister geworden und haben sich zudem für die A-Jugend Bundesliga Mitte qualifiziert. Nun müssen sich die Oftersheimer Handballer zwar auf längere Busreisen - etwa nach Leipzig - einstellen. Aber sie freuen sich auch auf die Begegnungen mit anderen Spielern. Bereits an diesem Wochenende tritt die HG im Heimspiel gegen den VFL Gummersbach an.
"Sport ist Emotion", betonte Matthias Steffan. Das erlebe man auch als Zuschauer. Schade fand er, dass gerade im kommerziellen Leistungssport oft nur die ersten Plätze Beachtung fänden. Am Ende der Veranstaltung erklärte Steffan gegenüber der RNZ, warum Sport in der Spargelstadt einen so hohen Stellenwert habe: "Schwetzingen war schon immer eine aktive und mobile Stadt", so der Bürgermeister. "Der Sport ist gewissermaßen ein Teil seiner DNA."

