Waldschwimmbad in Schriesheim hergerichtet: Nur ein Kopfsprung wäre keine gute Idee gewesen
Von Karin Katzenberger-Ruf
Schriesheim. Um die Mittagszeit werden die beiden Tischtennisplatten zur großen Tafel umfunktioniert. Schließlich sollen sich die Helfer, die gerade die Hälfte ihres ersten freiwilligen Arbeitseinsatzes im Waldschwimmbad hinter sich haben, mit einem Linseneintopf aus der Dose stärken. "Der schmeckt prima", versichert Jochen Wähling.
Als Vorstandsmitglied der Initiative zum Erhalt des Waldschwimmbads (IEWS) ist er froh, dass die Installation einer zentralen Schaltanlage und einer Solartherme während der Winterpause reibungslos über die Bühne ging und es ansonsten im Bad keine Frostschäden gab. So blieb es bei Kosten von rund 115.000 Euro.
Sonne satt und frühlingshafte Temperaturen: Eigentlich wäre es der perfekte Tag, um einen Kopfsprung ins Schwimmbecken zu machen. Doch das wäre keine gute Idee, schließlich ist noch gar kein Wasser drin. Allerdings hat man dieses nicht schon im Herbst abgelassen, sondern erst vor ein paar Tagen. Seit gut einem Jahrzehnt bekommt das Schwimmbecken samt Wasser über Winter am Beckenrand ein sogenanntes "Eispolster" verpasst. Seither nehmen die Kacheln in der kalten Jahreszeit kaum noch Schaden.
Das war vorher anders. "Jedes Frühjahr mussten wir an die hundert Kacheln austauschen", so Wähling. Ein paar Tage vor dem ersten großen Arbeitseinsatz haben Freiwillige bereits Dutzende Schubkarren Dreck aus dem Becken geholt, nachdem nicht nur viel Laub ins Wasser gefallen war, sondern sich dort auch reichlich Algen gebildet hatten. Doch den Dreck wegräumen geht allemal schneller, als am Becken was reparieren zu müssen - und kostet vor allem nichts.
Die Reinigung des Schwimmbeckens ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch bis zur Eröffnung des Waldschwimmbades Ende April gibt es noch zwei Einsätze vor Ort. Natürlich sind noch mehr alle Jahre wiederkehrende Arbeiten zu erledigen. Dazu gehört der Grünschnitt, der im Waldschwimmbad reichlich anfällt.
Zwei Frauen sind damit beschäftigt, die Beete am Becken auf Vordermann zu bringen. Möglicherweise kommen demnächst auch neue Pflanzen in die Erde. Derweil sind Mitglieder des Volleyball-Clubs dabei, auf ihrem Platz ein paar Kubikmeter frischen Sand zu verteilen. Danach sollen die Netze gespannt werden. Die Beachvolleyball-Anlage entstand vor einigen Jahren neu. Mannschaften trainieren dort mittwochs ab 19 Uhr.
Ansonsten steht der Platz für die Schwimmbadgäste zur Verfügung. Auf der Sonnenterrasse wird an diesem Samstag schon mal die gläserne Umrandung blitzblank geputzt. Derweil ist ein Helfer damit beschäftigt, Blumenkübel abzuschleifen. Diese sollen nächsten Samstag frisch gestrichen werden. Genau wie einige Holzfassaden an den Gebäuden.
Wenn die Saison am 29. April beginnt, soll in puncto Aktionen laut Wähling wieder das sportliche Angebot für Kinder und Erwachsene im Vordergrund stehen. Sportwartin Silke Barwig werde da wieder einige Kurse anbieten - bis hin zum beliebten Zumba.
Über weitere Aktionen sei noch nicht entschieden. "Wir haben ja erst mal genügend mit Betrieb und Instandhaltung des Bades zu tun", so Wähling. Deshalb seien die Sonderveranstaltungen erst mal zweitrangig. Beispiel "Vollmondschwimmen": Das kam beim Publikum super an, war aber auch mit einem Sicherheitsrisiko verbunden. Ob es nochmals angeboten wird und in welcher Form, muss im Vorstand eingehend diskutiert werden.
Ob es eine erfolgreiche Saison fürs Waldschwimmbad wird, weiß niemand. Es könnte allerdings sein, dass durch die Schließung des Schwimmbades in Ilvesheim neue Gäste das Kleinod in Schriesheim entdecken. Noch etwas ist bis zum Saisonstart zu klären: Ein neuer zweiter Bademeister muss her. Doch die Verhandlungen laufen, und Wähling ist sich sicher, dass die Stadt den Posten rechtzeitig besetzen kann.

