Hirschberg-Großsachsen: Auszeichnung für ausgezeichnete Arbeit
Von Nicoline Pilz
Hirschberg-Großsachsen. Ein "Stern des Sports" für eine überaus erfolgreiche Nachwuchsarbeit: Die Tischtennis-Jugend des Turnvereins "Germania" (TVG) Großsachsen um ihren Leiter Norman Ruland freut sich über diese Auszeichnung, die in diesen Tagen in den Räumen der VR-Bank Heidelberg als Kooperationspartner des Deutschen Olympischen Sportbunds vergeben wurde. Einen "Stern des Sports" erhalten Vereine, die sich über ihre sportlichen Angebote hinaus in besonderer Weise engagieren. Entscheidend sind Kreativität, Innovation und nicht zuletzt der Erfolg.
Im Gespräch mit der RNZ macht Ruland deutlich, dass es nicht um den nominellen Wert der Auszeichnung geht, denn die bleibt in der von der Abteilung erzielten Kategorie eher bescheiden. Aber Norman Ruland meint: "Es ist eine schöne Auszeichnung, denn sie hebt unser Engagement und eine gelungene Vereinsarbeit hervor. Nicht mit Geld, sondern mit Ehrenamt wird bei uns gearbeitet." Der Anerkennungspreis habe einen symbolischen Wert und sei Bestätigung des eingeschlagenen Weges sowie Motivation fürs Weitermachen zugleich. Das Jugendkonzept überzeugte die Jury offenbar, und es gibt dem Team um den 30-jährigen Sozialarbeiter Ruland recht: Vor fünf, sechs Jahren stellten die Verantwortlichen das Training für Kinder und Jugendliche behutsam um - weg von der Beliebigkeit, hin zu einer für alle Seiten guten Verbindlichkeit: Vor einer Spielrunde werden Kinder und Eltern gefragt, ob der Nachwuchs fest in der Mannschaft spielen wolle. Der unterschriebene Vertrag habe zwar eher "symbolischen Charakter", sorge aber dennoch für Klarheit und Zuverlässigkeit, meinte Ruland im vergangenen Jahr im Gespräch mit der RNZ.
Besonders ist auch, dass alle Trainer aus den eigenen Reihen kommen und selbst als Schüler bereits an der Platte standen. "Wir müssen keine Trainer einkaufen, wir bilden sie selbst aus", meint Ruland weiter. So beteilige man sie früh an der Verantwortung und binde sie ins Vereinsgeschehen mit ein.
Möglich, dass auch die in der Sachsenhalle abgehaltenen Trainingslager zweimal jährlich den guten Ruf der Tischtennis-Jugend beförderte: Das Einzugsgebiet vergrößerte sich auf das Areal Weinheim bis Schriesheim, die Zahl der Mannschaften stieg zunächst auf vier, jetzt auf fünf. "Wir hatten viele Schüleranmeldungen dieses Jahr", meint Ruland. Im Rhein-Neckar-Kreis sei man mit fünf Teams sehr gut dabei.
Gemeinschaft, Jugendförderung und Partizipation zeigten sich hier nicht nur in vereinzelten Aktionen, sondern würden im Alltag gelebt, sagt der Trainer weiter. "Die Schüler und Jugendlichen haben die Möglichkeit, entweder einfach freizeitorientiert oder mit einem gewissen Leistungsbezug Tischtennis zu spielen." Das Vereinsleben biete Kindern und Jugendlichen einen zuverlässigen Ort, an dem sie sich engagieren und sinnvolle Zeit verbringen könnten, unterstreicht Norman Ruland.
Man trainiere zusammen, feuere sich an, kämpfe um Punkte und pflege Freundschaften. "Anders als in so manchem überbezahlten Lern- und Sportangebot, können die jungen Leute Verantwortung übernehmen, sich ausprobieren und Anerkennung außerhalb der Familie finden - gerade dieser Punkt zeichnet die Jugendarbeit der Tischtennisabteilung aus", sagt er weiter. Nachwuchsprobleme kennt man hier nicht - weder an Spielern noch an Trainern.
FiInfo: Am Samstag, 18. November bestreiten zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte alle fünf Jugendmannschaften gleichzeitig ein Heimspiel in der Sachsenhalle. Beginn ist um 10 Uhr, Hallenöffnung um 9 Uhr, es gibt Kaffee und Kuchen.

