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Bammentaler Containerdorf: Es wird Deutsch gepaukt und Tischtennis gespielt

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Von Karin Katzenberger-Ruf

Bammental. Im "Containerdorf" von Bammental an der Bundesstraße 45 sieht’s aus wie überall, wo nur Männer wohnen: Schuhe und Socken liegen auf dem Boden verstreut. Töpfe, aus denen Angebranntes nur unter äußerster Anstrengung zu entfernen gewesen wäre, sind im Müllcontainer gelandet - oder knapp daneben. Ansonsten wirkt die Flüchtlingsunterkunft recht aufgeräumt. Rund 75 Männer aus unterschiedlichen Nationen scheinen sich gut arrangiert zu haben, fünf Gambier sind als Fußballspieler beim FC Bammental im Vereinsleben integriert. Die Übrigen sind ebenfalls recht sportlich, manche machen Krafttraining. Mit den vielen Fahrrädern auf dem abgelegenen Gelände können sie schnell in den Ort gelangen.

Einige von ihnen werden nach der Begegnung mit Bürgermeister Holger Karl künftig wohl häufiger Tischtennis spielen. Wahrscheinlich veranstaltet der Tischtennisclub, dem der Rathauschef angehört, sogar so etwas wie Ferienspiele für die Flüchtlinge. Denn dank einer Spende der Unabhängigen Wählen haben die Flüchtlinge nun Tischtennisschläger und Bälle. Die Flüchtlingshilfe veranstaltete daher kurzerhand ein Turnier.

Bei dieser Gelegenheit überreichten Mitglieder der Flüchtlingshilfe im Containerdorf auch gleich Urkunden für die Teilnahme an einem 300 Stunden umfassenden Deutschkurs an der Volkshochschule (VHS). Wer zu 70 Prozent anwesend war, bekommt die Bestätigung.

Juliane Gräbener-Müller, Sprecherin der Flüchtlingshilfe, kein Grund für überbordende Euphorie: Es sei für die meisten jungen Männer einfach schwer, die deutsche Sprache zu erlernen, berichtet sie. Zumal nur 14 von 75 überhaupt einen Platz im VHS-Kurs bekommen haben. Hinzu kommt, dass etwa ein Drittel der Flüchtlinge im Containerdorf Analphabeten sind. Dennoch gibt es einige, die einen Praktikumplatz gefunden haben und einen Beruf erlernen wollen. Dafür müssten sie ihre Sprachkenntnisse aber noch deutlich verbessern.

Ende des Jahres soll die Flüchtlingsunterkunft in Bammental erst einmal aufgelöst werden. Dann sollen die Bewohner auf den Rhein-Neckar-Kreis verteilt werden. Manche haben Angst davor, weil sie sich gerade eingelebt haben. Das Landratsamt braucht das Containerdorf dann aber möglicherweise schon wieder für neue Flüchtlinge. In den Containern gibt es Schlafräume für drei Personen, zwei Küchen und einen Gruppenraum.

Auf der außerhalb gelegenen Fläche haben sich die Bewohner bisher gut arrangiert. Abgesehen davon, dass manche nachts etwas lauter sind, als es denjenigen, die morgens zur Arbeit gehen, lieb ist. Dennoch haben sich immer alle vertragen. Nie musste die Polizei anrücken, um einen Streit zu schlichten. Was auch daran liegen könnte, dass die Flüchtlingshilfe fast täglich präsent ist. Diese sieht eine ihrer Hauptaufgaben darin, die jungen Männer bei Behördengängen zu begleiten.

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