Olympia-Eisschnelllauf: Joep Wennemars tobt nach geplatztem Traum
0
2
Joep Wennemars war im Eisschnelllauf klar auf Medaillenkurs. Dann ereignete sich eine Situation, die an Tragik kaum zu überbieten ist. Er liegt auf Medaillenkurs, die Zwischenzeiten sprechen für ihn. Doch kurz vor dem Ziel wird Joep Wennemars ausgebremst – und sein Traum zerplatzt. Über 1000 Meter ist der 23 Jahre alte Niederländer bei den Olympischen Spielen in Mailand stark unterwegs. Im Ziel hätte seine Zeit wohl für Edelmetall gereicht. Dann aber wechselt sein chinesischer Gegner Ziwen Lian verbotenerweise unmittelbar vor ihm die Bahn. Wennemars kann einen Zusammenstoß gerade noch verhindern, verliert jedoch entscheidend an Tempo. Rang fünf statt Silbermedaille In 1:07,58 Minuten wird er Fünfter, Lian wird umgehend disqualifiziert. Schätzungsweise soll Wennemars durch die Aktion etwa eine Sekunde verloren haben, Silber wäre wohl möglich gewesen. Stattdessen bleibt ihm nur Rang fünf. 20 Minuten nach dem Wettbewerb erhält er unter dem Jubel der tausenden niederländischen Fans, die die Halle in Orange tauchen, eine weitere Chance. Doch die Kraft fehlt. Seine Zeit ist rund eine Sekunde langsamer, gewertet wird die ursprünglich gelaufene. Im Ziel reagiert Wennemars wütend. Er gestikuliert in Richtung seines Kontrahenten, der keine erkennbare Reaktion zeigt. Mit gesenktem Kopf geht der Niederländer später durch die Katakomben, begleitet von zahlreichen Kamerateams und Journalisten. "Mein Olympiatraum ist geplatzt" Im Gespräch mit dem TV-Sender NOS sagt Wennemars: "Es ist etwas passiert, das ich nicht fassen kann. Ich hatte Vorfahrt, bin also meine Linie gefahren, aber dann wurde ich abgedrängt. Was habe ich mir in dem Moment gedacht? Weiterfahren". Zudem erklärt er: "Mein Olympiatraum ist geplatzt." Gold geht an den Amerikaner Jordan Stolz. Der 21-Jährige, der in dieser Saison alle Weltcups gewann, siegt in 1:06,28 Minute und stellt damit einen olympischen Rekord auf. An diese Zeit wäre Wennemars wohl nicht herangekommen, Silber jedoch schon. Das gewinnt sein Landsmann Jenning de Boo.

