Olympia 2026: Anni Friesinger traut Sonnekalb Medaille zu | Eisschnelllauf
0
2
Das deutsche Eisschnelllauf-Wunderkind Finn Sonnekalb ist bei Olympia mit dabei. Die dreifache Goldmedaillengewinnerin Anni Friesinger-Postma traut ihm viel zu und hat einen Rat für ihn. Von Melanie Muschong (berichtet von den Olympischen Spielen) und Terje Henkes Als Anni Friesinger-Postma 1998 das erste Mal bei den Olympischen Spielen in Nagano in Japan an den Start ging, war die frühere Eisschnellläuferin 21 Jahre alt und damit noch drei Jahre älter als Finn Sonnekalb heute. Das junge deutsche Eisschnelllauf-Talent wird in Mailand und Cortina d'Ampezzo das erste Mal bei Olympia dabei sein. Eine neue Situation, mit der auch Druck einhergeht. Zumal es Sonnekalb Ende des vergangenen Jahres im Weltcup bereits mehrmals auf das Podest schaffte. Sowohl über die 1.500 Meter als auch über die 1.000 Meter konnte der 18-Jährige überzeugen. Nun für Deutschland an den Start gehen zu dürfen, ist für Sonnekalb, "das Größte, was man erreichen kann als Sportler", wie er im Gespräch mit "Eurosport" sagte. Zeitplan der Olympischen Winterspiele: Die Medaillenentscheidungen bei Olympia 2026 In Mailand und Cortina d'Ampezzo: So sehen Sie die Olympischen Winterspiele 2026 live Friesinger-Postma ist dreifache Olympiasiegerin und konnte damals in Nagano Bronze über die 3.000 Meter holen. Sie weiß, in welcher Lage sich Sonnekalb befindet. "Ich kann mich ein bisschen in die Situation von Finn hineinversetzen", sagte die "Eurosport"-Expertin in einer Presserunde t-online: "Er ist Juniorenweltrekorde gelaufen. Das muss er als positiven Rückenwind mitnehmen und nicht als Ballast. Er soll genießen, er soll Spaß haben, und er hat sich sicher das Ziel gesetzt, dass er mit Edelmetall nach Hause kommt." Friesinger-Postma über Sonnekalb: "Kontinuierlich entwickelt" Bei den Olympischen Jugendspielen 2024 hat Sonnekalb drei Goldmedaillen gewonnen: über die 500 Meter, die 1.500 Meter und im Massenstart. "Ich finde es superspannend. Er hat sich kontinuierlich entwickelt", so Friesinger-Postma. Bei Olympia will Sonnekalb "gute obere Platzierungen" laufen, sagte er "Eurosport". Auch in dem Wissen, dass er dies bereits im Weltcup gezeigt habe. "Ob es für ganz oben reicht, müssen wir gucken. Ich bin ganz gut in Form", meinte die Nachwuchshoffnung zudem. Friesinger-Postma sagte: "Den Druck haben die anderen." Friesinger-Postma hat Sonnekalb "schon lange im Blick". Laut der sechzehnfachen Einzel- und Mehrkampfweltmeisterin sind solche Nachwuchstalente für die Sportart förderlich. Doch natürlich schöpften die Fans durch die Auftritte des gebürtigen Erfurters auch Hoffnung. Die jüngste olympische Medaille, die ein deutscher Eisschnellläufer gewinnen konnte, liegt bereits Jahrzehnte zurück. Seitdem gelang keinem mehr das Kunststück, das Jens Boden 2002 in Salt Lake City mit Bronze über die 5.000 Meter schaffte. "Er kann über 1.000 Meter und 1.500 Meter Medaillen holen" Friesinger-Postma weiß, dass Sonnekalb ein Kandidat für diese Nachfolge sein könnte. "Er kann über 1.000 Meter und 1.500 Meter Medaillen holen, auf alle Fälle", so die 49-Jährige. Im vergangenen November pulverisierte Sonnekalb den deutschen Rekord von Hendrik Dombek (1:43,73 Minuten), indem er in Salt Lake City in 1:41,33 Minuten die 1.500 Meter absolvierte. Friesinger-Postma betonte mit Blick auf die olympischen Wettbewerbe jedoch auch: "Das Losglück ist auch ganz wichtig. Dass du einen guten Partner hast, mit dem du das Rennen bestreitest." Sie schätzte Sonnekalb so ein, dass er auf den hohen Bahnen mit hohen Geschwindigkeiten sehr gut zurechtkomme: Mailand wird nicht die schnellste Bahn sein, vielleicht von der Geschwindigkeit vergleichbar mit Erfurt." Die Bahnen dort kennt der 1,93-Meter-Mann gut. In Mailand wird seine Familie vor Ort sein und ihn anfeuern, so wie die Eisschnelllauf-Fans auch. Eine davon ist Friesinger-Postma: "In dem Alter kann ich ihm nur raten: Hab Spaß und lass es krachen." Denn das erste Ziel hat Sonnekalb bereits geschafft: Er geht mit 18 Jahren bei Olympischen Winterspielen für sein Heimatland an den Start.

