Porträt Raphael Brönnimann
Die Rubrik Porträt ist neu im Stadtschütz. In dieser Rubrik legen wir den Fokus auf Persönlichkeiten und Originale, die unseren Verein ausmachen und bringen sie anderen Mitgliedern näher, die sonst z.B. aufgrund von Zugehörigkeit zu anderen Disziplinen oder Gruppen vielleicht nicht so viel in Kontakt mit ihnen stehen.
«Der Nachwuchs ist unsere Zukunft!», wie unser Präsident zu sagen pflegt. Getreu diesem Motto möchten wir heute Raphael Brönnimann vorstellen, der in der Vergangenheit selbst einst zum Nachwuchs gehörte und in der Gegenwart als ambitionierter Jungschützenleiter mittlerweile Nachwuchs ausbildet und hierdurch die Zukunft unserer Gesellschaft massgeblich mitgestaltet.
Google sei Dank!
Geboren wurde Raphael Brönnimann am 22. April 1997 in Bern. Und wer Raphael kennt, weiss, der Geburtstort ist richtungsweisend. Denn, obwohl er seit seiner Geburt in Schmitten im Kanton Fribourg wohnt, orientiert man sich im Hause Brönnimann stets klar an Bern Stadt. «Das war schon bei meinen Grosseltern so. Wir haben uns als Familie immer als Berner gefühlt,» führt Raphael vollkommen selbstverständlich aus. «Bei uns zu Hause wird auch nur Mundart gesprochen – kein Französisch! » fügt er grinsend hinzu.
Und so war Bern-Stadt, ungeachtet des Wohnortes, in Raphaels Kindheit allgegenwärtig. Ob durch die Eltern, die im medizinischen Bereich – u.a. in der Insel und im Salem Spital – tätig sind bis hin zu den Wochenendeinkäufen. Irgendwie landete man doch immer wieder in Bern. Bald sollte sich Raphael auch in seiner Freizeit nach Bern ausrichten. Doch dies dauerte noch ein wenig. Zunächst besuchte er die Primarschule in Schmitten, bevor er im Jahr 2013 an die Orientierungsschule nach Düdingen wechselte.
Und an irgendeinem Tag im Jahr 2013, dessen Datum sich rückblickend nicht mehr genau rekonstruieren lässt, muss die folgende Handlungsabfolge den Ausschlag gegeben haben:
Eingabe: «google.ch»
Eingabe: «Jungschützenkurs»
Enter.
In den Suchergebnissen tauchten die Stadtschützen Bern auf. Die Faszination für den Schiesssport war durch Vater und Grossvater und deren Erzählungen vom Militär bereits vollends vorhanden. Raphael nahm daher kurzerhand Kontakt auf. Daniela Kirchen und Marc Hasler liessen sich nicht lange bitten. Und so begann Raphael noch im Jahr 2013 seinen ersten Jungschützenkurs.
Lippenstift und Präzision
In den Folgejahren legte Raphael den Grundstein für seine Laufbahn als Schütze in unserer Gesellschaft und absolvierte bis zum Jahr 2017 insgesamt fünf Jungschützenkurse. Ein Jahr vor Eintritt in unsere Gesellschaft, im Jahr 2015, nahm Raphael bereits erstmalig am historischen Murtenschiessen teil.
«Der historische Charakter des Anlasses, in Verbindung mit dem Ort per se machen das Murtenschiessen für mich immer sehr speziell.» schwärmt Raphael, der seit 2015 bis dato jedes Jahr an diesem historischen Anlass teilgenommen hat.
«Man schiesst in 2er Gruppen auf 1 Scheibe einen Hügel hinunter. Die Distanz ist zwar kleiner als sonst, jedoch erfordern die örtlichen Gegebenheiten ein hohes Mass an Präzision.» erklärt Raphael. «Und da die Punkte erst ganz zum Schluss ausgewertet werden, markiert einer der beiden Schützen im 2er-Team – gemäss Tradition – Patronen mit einem roten Lippenstift in der Hoffnung, dass man erkennen kann, wer letztlich was geschossen hat.» erläutert er. «Gut… Das klappt mal mehr mal weniger…» fügt er lachend hinzu. (Anmerkung der Redaktion: «Die Tradition mit dem roten Lippenstift geht nachweislich nicht auf unsere Chefin Nachwuchs zurück.»)
Dieses und weitere Erlebnisse in der Gemeinschaft bereiteten Raphael so viel Freude, dass er sich Ende 2016 entschloss der Gesellschaft beizutreten. «Ich wollte den Jungschützenleiterkurs absolvieren und jungen Leuten den Sport näherbringen. » Sein Engagement wurde auch prompt belohnt. Im Jahr 2017, Raphaels letztem Jahr als Jungschütze, gewann er im Team die Goldmedaille im Amts Cup des Amtsschützenverbands.
«Von nichts kommt nichts!»
Ebenfalls in 2017 bestand Raphael seine Matura am Collège St-Michel in Fribourg in den Schwerpunktfächern Biologie und Chemie. Frei nach dem Motto «Von nichts kommt nichts!» und seiner Ambition folgend, Jungschützenleiter zu werden, absolvierte er im Februar 2017 den Jungschützenleiterkurs. Nach erfolgreichem Bestehen unterstützte er den Verein in seinem letzten Jahr als Jungschütze bereits als Hilfsleiter. Der zukünftige Kurs war somit gesetzt: Mit Vater und Mutter im medizinischen Bereich war klar, was am Ende rauskommen würde: Raphael wollte Medizin studieren. Und in der Freizeit sollten es die Stadtschützen sein.
Im Januar 2018 wurde Raphael von der Armee eingezogen und begann dort seine Grundausbildung als «Späher». «Das war alles nicht immer ganz leicht unter einen Hut zu bekommen…» erzählt er nachdenklich. «Auf der einen Seite der Militärdienst in Chur und auf der anderen Seite der eigene Anspruch, Jungschützenkurse leiten zu wollen…». Alles normal, Raphael! Solche Phasen gibt es. Und am Ende passt es ja dann doch irgendwie immer – eben mal mehr und dann mal wieder weniger.
2019 hatte Raphael dann seinen Rhythmus gefunden und kam endlich dazu Jungschützenkurse zu leiten. Parallel immatrikulierte er sich für sein Medizinstudium. Und im selben Jahr kam für Raphael ein weiteres Highlight in seiner Vereinszugehörigkeit hinzu: Im Rahmen des Zibelegring 2019 war er Teil der Gruppe Tung, der historischen Ehrenformation der Stadtschützen, welche heute noch aktiv ist und sowohl beim 150jährigen als auch im Rahmen des 200jährigen Gesellschaftsjubiläum (2018), auflief.
Im kommenden Jahr wird Raphael, aller Voraussicht nach, sein Bachelorstudium in Medizin abschliessen und somit ein weiteres selbstgestecktes Etappenziel erreichen.
Wir freuen uns Dich, Raphael, weiterhin auf Deinem Weg begleiten zu dürfen und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und selbstverständlich «Guet Schuss!»
22.11.2021 / Victor Maeder

