Nachruf Kräuliger Oscar
verstorben am 02.08.2020
Geboren wurde Oscar am 24.01.1933 in Bern. Aufgewachsen und die Jugendjahre hat er an der Hubelmattstrasse in Bern verbracht. Nach der Schulzeit fing er eine Kaufmännische Lehre beim Warenhaus Loeb an und beendete diese mit Bravour. Es folgten Aufenthalte in la Chaux de Fons, Zollikofen, und International in London. In Neuenburg leitete er die Schmidt AG als CEO, eine Tochterfirma der Camille Bloch SA. Später wurde Oscar Prokurist beim Mutterhaus und leitete den Export in Frankreich, Deutschland und Österreich. Bis zu seiner Pension fungierte er als Adjunkt im Finanzinspektorat bei der Gruppe für Rüstungsdienste im Militärdepartement.
Sein Leben lang war Oscar zu den Stadtschützen Bern angetan. Dank seinem Vater Adolf, der seit 1932 bereits Mitglied der Gesellschaft war, trat er als 20jähriger im Jahr 1953 der Gesellschaft bei.
Mässige Resultate auf 300m sowie als Pistolieri auf 50 und 25m zählte er eher als lauer Schütze der Gesellschaft. Viel mehr interessierte er sich für die Kameradschaftspflege nach dem Schiessen. Manch einige feucht fröhliche Stunde hat er so mit den Kameraden verbracht. Nicht zuletzt nach so einer Runde wurde das „c“ in seinem Namen urplötzlich hervorgehoben. Von da an kannte man ihn nur noch als Oscar mit „c“.
Im Jahr 1978 wurde Oscar mit „c“ zum Gesellschaftsveteran ernannt und zugleich als 1. Kassier in den Vorstand gewählt. Ein sehr traditionsreiches Jahr. Denn im gleichen Jahr wurde sein Vater Adolf, als 80 jähriger zum Ehrenveteran ernannt und sein Sohn Beat trat den Stadtschützen bei. So legte er gleich den Grundstein für die Zukunft der Familie Kräuliger bei der Gesellschaft.
Das Amt als 1. Kassier erfüllte er während 15 Jahren stets gewissenhaft und professionell. Seine Art und Weise zeichnete ihn als angenehmes, aber forderndes Vorstandsmitglied aus. Schon durch seinen Beruf als Kaufmann schaute er zweimal hin wenn es um Ausgaben ging. Seine Sprüche sind legendär, als erstes sagte er immer „das isch für die rote Füchs“, gefolgt von „me mues mit dene Steine boue, wo me het“ und irgendwo hatte er stets ein „bluemetes Trögli“ parat um die gewünschte Finanzierung doch noch zum guten Gelingen und zum Abschluss zu bringen.
In Anerkennung und Dank für die vielen aufopfernden Jahre in seiner Amtstätigkeit zum Wohle der Gesellschaft, erhielt Oscar mit “c“ im Jahr 1993 die wohlverdiente Ehrenmitgliedschaft zugesprochen. Zugleich wählte ihn die Gesellschaft zum Oberzibelegring 1993/94 der Gilde der Zibelegringe.
Es folgten etwas ruhigere Jahre. Bis das Amt als Redaktor und Stubenmeister im Bürgerhaus vakant wurde. Im Jahr 1998 wurde er in dieses Amt gewählt und hielt es bis 2006 inne.
Als Redaktor von „der Stadtschütz“ konnte Oscar mit “c“ wieder viel Gutes und Erfreuliches Engagiert einbringen. Die zahlreichen Berichte und Inserate mussten ja kontrolliert und bearbeitet werden.
Nebst den Arbeiten in den Ämtern hat sich Oscar mit “c“ auch als wohlhabender Spender der Gesellschaft ausgezeichnet. So spendierte er während 10 Jahren die Wappenscheibe für die Jahreskonkurrenz 300m Kat. B und C. der Ausschiesset auf 300m und 50m profitierte von einer Spende, sowie die Standartenweihe konnte auf eine Unterstützung zählen.
Ab 2013 als 80 jähriger zog er sich von den Aktivitäten allmählich zurück. Genoss aber immer noch die Ausflüge mit den Kameraden vom EVK. Die Rütlifahrt durfte da auch nicht fehlen und natürlich der Besuch im Rütlizelt bei Hamme, Züpfe und Wein. So zeigte er seine Verbundenheit mit der Gesellschaft.
Bis zu seinem Tod erfreute er sich mehr und mehr von den Berichten im „der Stadtschütz“ von den Erfolgen seiner Enkel zu lesen.
Erheben wir das Glas Wein in Gedenken an Oscar mit “c“, du fehlst uns!
Beat Kräuliger
23.04.2021 / Victor Maeder

