Bundesliga Gewehr: Von unzähligen Stechen und einem Luftschuss
Bundesliga Nord: Im vierten Stechschuss siegen Nordstemmen und Kevelaer
Die Erleichterung war aus jedem der Worte von Jan Lampe zu hören. So dramatisch verlief der Heim-Wettkampf der beiden bis dato sieglosen Teams Nordstemmen und Hilgert. Das Ganze kulminierte beim Stand von 1:2 aus Sicht von Gastgeber Nordstemmen in zwei Stechen. Zunächst siegte Ayleen Heuft im vierten Stechschuss 10,4 zu 10,1 gegen Debora Linn, anschließend holte auch Nadine Gudert mit einer 10 den Siegpunkt gegen Stephan Martz (8). „Die Erleichterung über den ersten Sieg ist bei uns groß, und ich hoffe, dass dies für uns die Initialzündung zu einer erfolgreichen Aufholjagd war. Ich bin immer noch überwältigt von dem was da am Samstagabend passiert ist, so eine Nervenstärke vor heimischem Publikum ist schon beeindruckend“, fasste Lampe den Premierensieg zusammen.
Am anderen Ende der Tabelle, ganz oben, thront nun Titelverteidiger Kevelaer. Das Team setzte sich in einem packenden Duell 3:2 gegen die SB Freiheit durch, und das, obwohl das Gesamtergebnis von 1971:1979 für Freiheit sprach, das die eigene Bundesligabestleistung einstellte. Den entscheidenden Punkt steuerte Anna Janßen bei, die sich im vierten Stechschuss 10,4:9,2 gegen Alin Moldoveanu durchsetzte. Simon Janßen, Sportleiter des Meisters, fasste treffend zusammen: „In den bisherigen sieben Begegnungen der Saison schossen vier unserer Gegner ihre Saisonbestleistung. Wir sind als Deutscher Meister vom Jäger zum Gejagten geworden, schließlich will jeder den Meister schlagen.“
Ein Kandidat dafür ist definitiv der SV Wieckenberg, der sich souverän 5:0 (1978:1951) gegen die Braunschweiger SG 1545 durchsetzte und punktgleich mit Kevelaer (12:2-Punkte) Platz zwei einnimmt. „Wir freuen uns riesig über die Leistung und Platz zwei und die damit geöffnete Tür für das Finale in Rotenburg“, so Schießsportleiter René Riebold.
Drittes Team mit 12:2-Punkten ist ST Hubertus Elsen (5:0-Sieg gegen Mengshausen), dahinter folgen SV Petersberg (2:3 gegen Wissener SV) und BSV Buer-Bülse (3:2 gegen SV Gölzau, jeweils 10:4-Punkte).
Bundesliga Süd: Frust bei Prittlbach, Pech für Kronau
Weiterhin einzig ungeschlagene Mannschaft aller 24 Vereine bleibt der SV Pfeil Vöhringen. Im Duell gegen Schlusslicht SV Hubertus Kastl gab es keinen Zweifel am Sieg des Tabellenführers, der jedes der fünf Duelle mit mindestens zwei Ringen Vorsprung gewann. Am Ende hieß es 1976:1948.
Dahinter positionieren sich die SSG Dynmit-Fürth (12:2-Punkte) und Eichenlaub Saltendorf (10:4-Punkte). Fürth siegte zwar 5:0 gegen den SSV Kronau, der Sieg hörte sich dennoch deutlicher an, als er war: Zwei Duelle gingen mit nur einem Ring an den Favoriten, ein Duell wurde im Stechschuss entschieden – Georg Zott siegte 10:9 gegen Colin Fix. Zudem ereignete sich auf Position eins ein kleines Drama, denn Larissa Weindorf lieferte Routinier Sonja Pfeilschifter ein packendes Duell, fabrizierte dann jedoch in Führung liegend einen „Luftschuss“: „Ich wollte nach dem Einrichten mit dem Abzug nur "klicken", hatte jedoch gedankenlos die Ladeklappe geschlossen und keine Kugel eingeführt. Nach dem "Luftschuss" gingen mir 1000 Gedanken durch den Kopf. Es war mir jedoch klar, dass dies eine Null bedeutet und der Wettkampf damit gelaufen ist“, sagte sie hinterher. Trost kam von Trainer Kurt Hillenbrand: „Der Schreck sitzt so tief, dass dies einem Schützen nur einmal in der Laufbahn passiert. Mir selbst ist dieses Malheur 1988 beim Weltcup in Moskau widerfahren, seither nie mehr!“
Hinter dem Führungstrio gibt es drei Teams mit 8:6-Zählern: KKS Königsbach (3:2 gegen SV Germ. Prittlbach), Der Bund München (4:1 gegen SV Petersaurach) und der SV Niederlauterbach (3:2 gegen SG Coburg). Dabei war vor allem der Erfolg von Königsbach keine Selbstverständlichkeit, zumal es am Ende 1962:1975-Ringe aus Sicht des Siegers hieß. Prittlbachs Teammanager Sven Körper war dementsprechend angeschlagen: „Nach einem Topergebnis von 395 Ringen im Schnitt dann doch wieder mit leeren Händen da zu stehen, ist sehr frustrierend. Das Team hat sich gut vorbereitet und am Ende hat dann doch jeder ein 9,9 zuviel geschossen.“ Besser drauf war Münchens Trainer Norbert Ettner, der den Erfolg aber deutlich einzuordnen wusste: „Das war ein aufreibender Wettkampf, das Glück war auf unserer Seite. Beide Teams haben keine Top-Leistung gezeigt.“

