H-Boot IDM am Simssee: Champagner-Segeln und beste Gastfreundschaft
Nach einer intensiven Saison war die Internationale Deutsche Meisterschaft der H-Boote am Simssee für uns vom Münchner Yacht-Club ein Höhepunkt, auf den wir lange hingefiebert hatten. Schon bei der Anreise spürten wir die besondere Atmosphäre: Der Simssee – eingebettet in die hügelige Landschaft des Chiemgaus – empfing uns mit aller Herzlichkeit und vielen ehrenamtlichen Helfern, für die der Segelclub seit Jahren bekannt ist. Mit Wind rechnete keiner der Teilnehmer wirklich, die Vorfreude auf spannende Wettfahrten gab es natürlich trotzdem. Und überrascht wurden wir mit „Champagner-Segeltagen“.
Die Organisation durch den gastgebenden Simsseer Segelclub war ausgesprochen professionell. Vom Vermessungscheck unserer Boote über die Eröffnung bis hin zur abendlichen Verpflegung im Rosenheimer Festzelt war alles perfekt vorbereitet. 32 Teams aus ganz Deutschland und auch einige Gäste aus Österreich traten an – ein hochkarätiges Feld, das spannende Rennen versprach.
Windbedingungen und Wettfahrten
Segeln am Simssee bedeutete in dieser Woche, sich auf sehr wechselhafte Bedingungen einzustellen. Während wir an den ersten beiden Tagen mit leichten Winden kämpften, frischte es zur Wochenmitte spürbar auf. Die kurzen Dreher und Böen, wie sie für den Simssee typisch sind, machten jede Wettfahrt zu einer taktischen Herausforderung. Oft entschied schon der Start darüber, ob man das richtige Ende der Startlinie erwischte und die ersten Dreher taktisch nutzen konnte.
Unser Team vom Münchner Yacht-Club hatte sich gut vorbereitet, und wir konnten von Beginn an solide Ergebnisse einfahren. Vom MYC waren vier Teams am Start: Dirk Stadler (startend für seinen Heimatverein SRS), Kay Niederfahrenhorst, Andi Lachenschmid und Thomas Käppner.
Stimmung und Gemeinschaft
Neben dem sportlichen Wettkampf blieb auch die Kameradschaft nicht auf der Strecke. Abends trafen sich die Crews im Clubhaus und im Festzelt zu einem kühlen Getränk, und schnell entstand eine familiäre Atmosphäre. Viele Freundschaften über Clubgrenzen hinweg wurden gepflegt, und Gespräche über Material, Taktiken und vergangene Wettfahrten füllten die Abende. Besonders die Gastfreundschaft des Simsseer Segelclubs möchte ich hervorheben: Selten hat man sich als Gast so willkommen gefühlt.
Fazit aus MYC-Sicht
Für uns war die IDM am Simssee ein voller Erfolg, sportlich wie persönlich. Als Vizemeister sind wir stolz auf unsere konstante Leistung in einem starken Feld. Nach dem guten Platz 4 auf der WM im Mai führen wir damit nun auch die Deutsche Rangliste der H-Boote an und sind nicht mehr einholbar.
Es ist genau diese Mischung aus sportlicher Herausforderung, taktischem Feingefühl und gemeinschaftlichem Erleben, die unsere Klasse so einzigartig macht.
In Summe waren die MYC-Segler auch sehr erfolgreich auf den Plätzen 1, 2, 4 und 27. Das unterstreicht die Leistungsdichte der H-Boot-Segler im Club. Andi Lachenschmid fehlte letztlich nur eine bessere Wettfahrt, um seinen Meistertitel von 2024 zu verteidigen.
Mit dem Blick zurück auf die Meisterschaft können wir also sagen: Die IDM 2025 am Simssee war ein tolles Ereignis – ein Segelfest, das uns auch seglerisch bereichert hat.
Verdienter Meister – und das darf man sicher sagen, von allen Teilnehmern gegönnt – wird Dirk Stadler mit Lars-Oliver Melzer und Christian Spießberger. Eine sehr starke und souveräne Leistung vom ersten bis zum letzten Rennen.
Fotos: Segelclub Simssee

