Elbewassersport bekommt Sitz im Bund-Länder-Gremium
Ein großer Etappensieg bei der Interessenvertretung des organisierten Wassersports zum Gesamtkonzept Elbe (GKE) ist erreicht. Im Januar fand eine Beratung der Sprecher des Wassersportverbändetreffens zum GKE mit Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und digitale Infrastruktur statt. Das wichtigste Ergebnis ist, an dem Bunde-Länder-Gremium des GKE werden zukünftig zwei Wassersportverbandsvertreter teilnehmen. Dies werden ein ehrenamtlicher und ein hauptamtlicher Vertreter sein. Die ehrenamtliche Vertreterin ist Petra Bertram vom Landesruderverband Sachsen-Anhalt, der hauptamtliche der neue Referent Wassersport im DOSB. Bis diese Stelle neu besetzt ist, wird übergangsweise Dr. Jens Tusche vom Segler- Verband Sachsen in das Gremium entsendet. Drei Jahre intensive Lobbyarbeit haben sich damit ausgezeichnet.
Es ist ein großer Schritt erreicht, die Wassersportverbände werden am Informationsfluss zum GKE direkt beteiligt. So werden die Verbände über dieses Gremium auch versuchen, die Interessen der Wassersportler zu platzieren. Das Bunde-Länder-Gremium zum Gesamtkonzept Elbe koordiniert die Gesamtaktivitäten. Es tagt einmal jährlich. Mitglieder sind die beteiligten Bundesministerien und – behörden, die Landesvertreter und die Interessenvertreter der Verbände und nun auch der organisierte Wassersport.
Tusche: „Der wichtigste Erfolg ist, dass wir nun direkt am Informationsfluss beteiligt sind und besonders auch Informationen zu den frühen Planungsphasen bekommen und nicht erst, wenn ein Genehmigungsverfahren zu einer Maßnahme läuft und die Einflussnahme begrenzt ist.“
Ebenfalls im Januar fand ein Sondierungstermin mit der Verwaltung des Biosphärenreservates Mittelelbe statt. Die Verwaltung betonte das Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Verbänden. So will man bei der Verdichtung der Anlandungsstellen im Bereich des Biosphärenreservates Mittelelbe zusammenarbeiten.
Das Gesamtkonzept Elbe wurde von Vertretern von Umwelt-, Schifffahrts-, Wirtschafts- und Kommunalverbänden ohne Beteiligung des organisierten Wassersports in den Jahren 2010 bis 2017 erstellt und 2017 vom Bundestag verabschiedet. Das GKE ist vereinfacht definiert ein Kompromiss zwischen insbesondere der Umwelt und der Berufsschifffahrt. Neue Zielwassertiefe für die Elbe ist 1,40 statt bisher 1,60 Meter. Allerdings dürfen alle Maßnahmen an der Elbe die Umweltsituation nicht verschlechtern. Dagegen sind im Maßnahmekatalog auch Maßnahmen vorgesehen, die die Wassersportschifffahrt beeinträchtigen können, wie zum Beispiel Nachfahrverbote und Richtungsfahrgebote aber auch zusätzliche Steinschüttungen zwischen den Buhnen. Solche Maßnahmen sind derzeit noch nicht erkennbar.
Derzeit koordinieren die Arbeit der elbanliegenden Landesfachverbände sowie der Bundesverbände Kanu, Motorwassersport, Rudern und Segeln sowie des DOSB die vier Sprecher Petra Bertram (Ruderverband Sachsen-Anhalt e.V.), Dr. Germar Brockmeyer (Deutscher Segler-Verband e.V.), Petra Schellhorn (Deutscher Kanu-Verband e.V.) und Dr. Jens Tusche (Segler-Verband Sachsen e.V.). Ein viertes sicher virtuelles Wassersportverbändetreffen ist für Herbst 2021 fest eingeplant.
Tu

