RK03 siegt dramatisch bei Germania
Bei kaltem Aprilwetter gelingt es dem motivierten RK03 einen kraftvollen Start vor einem gutgelaunten Germania-Publikum sowie den lautstarken mitgereisten Fans aus Berlin hinzulegen. Während der ersten Viertelstunde gelingt es den Berlinern, sich in der 22-m-Zone der Lister festzusetzen und mit einem mehrere Phasen andauernden Stürmerspiel zu begeistern, jedoch schaffen sie es auch nach einigen 5-m Gedrängen nicht zu punkten, da der Ball im Malfeld ein ums andere Mal hochgehalten wird. In der 17. Minute lässt sich Leske zu einem Foul provozieren und sieht folgerichtig Gelb. Die daraus folgende personelle Mehrheit wissen die flinken Germanen zu nutzen und arbeiten sich bis in die Berliner 22 vor, wo sie eine Überzahl herausspielen und durch Saul zum Versuch ablegen können. Nach erfolgreicher Erhöhung steht es in der 24. Minute 7:0. Nur kurze Zeit später, die Berliner sind gerade wieder komplett, sieht der gerade noch erfolgreiche Saul Gelb für ein gefährliches Spear Tackle.
In der nun folgende Phase hat der RK03 mehrere Gedränge an der 5-m Linie, wobei die Ablegeversuche der Berliner erneut im Malfeld hochgehalten werden. Nach einem Gedränge links der Stangen bricht der Berliner Kapitän Falk Duwe vom Gedränge nach rechts auf und macht sich ganz lang zum Versuch. Vincent Ifrah kann zum ausgleichenden 7:7 erhöhen. (36. Spielminute). Die Berliner geben den Ball dann mit dem darauffolgenden Ankick zurück an die Hannoveraner und müssen in der letzten Aktion vor der Halbzeit noch einen Versuch der Lister Hintermannschaft durch Caister hinnehmen. Nach Erhöhung steht es 14:7.
Der Start der zweiten Halbzeit gelingt ähnlich stürmisch für den RK03 und sie belagern mit immer neuen Stürmerphasen das Lister Malfeld. Diese können zwar den Ball zurückgewinnen und ins Spielfeld-Aus treten, doch nach einer gut gelungenen Gasse an der gegnerischen 10-m-Linie und dem starken nachfolgenden Paket, welches die Berliner bis ins Malfeld schieben können, legt Anel Dzamastagic zum Versuch ab, Vincent Ifrah erhöht zum 14:14. (51. Min.) Nun ist Germania wieder am Drücker und bringt sich nach einem gewonnenen Gedränge nah an die Mallinie der Berliner. Hier sieht der Berliner Hakler Greif nach einem taktischen Foul gelb. Beim folgenden Straftritt fehlt dann die Zuordnung in der Berliner Verteidigungslinie und wieder kann Caister zum Versuch einlaufen, der nicht erhöht wird. Neuer Spielstand 19:14, 57. Spielminute.
Nachdem die Berliner bislang alle ihre Straftritte in die Gasse getreten oder angespielt hatten, setzen sie kurz darauf einen zugesprochenen Straftritt von halb rechts auf die Stangen um den Vorsprung Germanias zu verkürzen, Ifrah vergibt jedoch. (59.) Im Gegensatz dazu gelingt es List sogar von einem eigenen Setztritt zum 22:14 profitieren. (65.) Die Germanen führen weiter und es gelingt ihnen nach einem tiefen Berliner Kick einen Gegenangriff aufzuziehen, der sie mit einem Bodenroller erneut nah an das Berliner Malfeld bringt. Durch einen starken Spielzug legt erneut Germanias Saul den Ball im Malfeld ab. Die Erhöhung gelingt und es steht 29:14 in der 71. Spielminute.
Nun war die Zeit für die Männer des Rugby Klub 03 gekommen, eine Schlussoffensive einzuläuten, wie sie es auch schon vor 2 Wochen gegen St. Pauli gezeigt hatten. Weiter geht es mit dominantem Stürmerspiel und einem erneuten Straftritt für Berlin in der gegnerischen 22, der angespielt wird. Ifrah, nah am offenen Gedränge, nimmt den Ball auf und es gelingt ihm der Durchbruch zum Versuch, den er aber nicht erhöhen kann. 29:19 (76.) Zwischenzeitlich wird erneut ein Spieler der Germania wegen Unsportlichkeit vom Platz gestellt und allen Beteiligten ist klar, dass nicht mehr lange zu spielen ist. Der RK03 will aber auf keinen Fall ohne Punkte nach Hause fahren und steckt nicht auf. Dazu muss unbedingt der vierte Versuch her, welcher zwei Bonuspunkte bedeuten würde (einer für eine knappe Niederlage, ein zweiter für min. 4 Versuche). Dazu entschließt sich der Berliner Trainerfuchs Maximiliano Bonanno zu einem taktischen Wechsel: Er nimmt den müden Gedrängehalb Christian Lill heraus, der nach einer längeren Verletzungspause mit diesem starken Comeback zeigen konnte, dass auch weiterhin mit ihm zu rechnen ist. Tom Schilling wechselt auf die 9er Position und schafft es, das Phasenspiel unglaublich schnell zu machen. Die in Unterzahl agierende Verteidigung der Germania List kann mit diesem Tempo nicht mehr mithalten und es fällt in der Konsequenz der ersehnte vierte Versuch an der rechten Eckfahne durch die Berliner Hintermannschaft. Von ganz außen kann Raphael Hackl jedoch nicht erhöhen, so dass es 29:24 steht. (79.)
Nachdem nun zwei Bonuspunkte sicher sind und der strenge Schiedsrichter Himmer signalisiert, dass der Wiederankick die letzte Aktion des Spiels sein wird, wollen die Berliner den Ball nur noch halten und den Germanen vielleicht doch noch den finalen Schlag beibringen. Eine dramatische Spannung liegt in der Luft. Germania kickt ein letztes Mal an. Die Berliner fangen den Ankick hinter der eigenen 22-m-Linie und arbeiten sich mit immer neuen Phasen nach vorne. Schnell finden sie sich an der Mittellinie wieder. List scheint stehend KO; es ist dieses extrem schnelle Phasenspiel, womit die Germanen nicht mehr zurecht kommen. Nach mehreren offenen Gedrängen an der rechten Seite und perfekten Händen der Hintermannschaft, kann dann Eckdreiviertel Hackl die Überzahl auf der linken Seite nutzen und zwischen zwei Hannoveraner Spielern nahe der Eckfahne zum Ausgleich in das Malfeld abtauchen. Erneut wird Hackl die Erhöhung treten, diesmal von links. Und er schafft es tatsächlich mit seinem rechten Fuß einen schnurgeraden Kick auszupacken, der mitten durch die Goalstangen fliegt. Das ist wahre Nervenstärke kombiniert mit einer klasse Technik, mit der dieser Teufelskerl zum Endstand von 29:31 trifft und somit einen 5-Punkte Bonussieg sichert.
Die Mannschaft bedankt sich bei den Helfern und mitgereisten Supportern und wünscht Konstantin eine schnelle Genesung. 3, 2, 1... RK03 Berlin!
von Tim Wemhöner

