Rugby: Heidelberger RK lässt die Muskeln spielen
Heidelberg. (momo) Aus Heidelberger Sicht war es ein idealer Spieltag in den Rugby-Bundesligen. TSV Handschuhsheim, RG Heidelberg und Heidelberger RK fuhren Siege in der ersten Liga ein, während der SC Neuenheim und der Heidelberger TV klare Erfolge in der zweiten Liga feierten.
Der TSV Handschuhsheim zeigte nach der langen Winterpause eine gute Form. Die Heusenstammer "Füchse" waren durchaus mit Hoffnungen auf Punkte in den "Lionspark" gekommen, mussten sich aber mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr der Klasse der "Löwen" beugen. Nikolai Klewinghaus setzte Marcel Coetzee mit einem tollen Kick in Szene, der schnelle Innen war beim Sprint zum im Malfeld liegenden Ball erster Sieger. Einen weiteren Spielzug veredelte der junge Benni Müssig, der vom durchgebrochenen Atu Katoa perfekt bedient wurde. Routinier Alex Hug war doppelt erfolgreich, einmal nach dem Gedränge und einmal nach der Gasse in typischer TSV-Manier. So war der Offensivbonuspunkt bereits nach 36 Minuten eingetütet. Die Handschuhsheimer legten aber noch vor der Pause nach. Wieder zeigte Klewinghaus seine Extraklasse und fing nicht nur seinen eigenen Überkick, sondern band danach drei Gegenspieler, um den mitgelaufenen Eden Syme per Überkopf-Pass freizuspielen - das 31:0 vor dem Halbzeitpfiff entschied die Partie vorzeitig.
Die Heusenstammer kamen wacher aus der Kabine, nur mit Mühe verhinderte der TSV die ersten Gegenpunkte. Trainer Gordon Hanlon schickte fünf neue Spieler gleichzeitig aufs Feld, um für frischen Wind zu sorgen. Es half: In der 54. Minute brach Marcus Bender durch und wurde erst kurz vor dem Malfeld aufgehalten, der umsichtige Klewinghaus öffnete weit auf Katoa, der weit außen keine Mühe mehr hatte. Die niemals aufgebenden Heusenstammer wurden wenig später aber durch Gino Gennaro belohnt, der sich über die Linie tankte. Der TSV verlor etwas den Zugriff und musste nach gelber Karte den zweiten Gegenversuch durch Patrick Weber hinnehmen. Danach besannen sich die "Löwen" aber wieder auf ihre Stärken und brachten den 43:14-Sieg mühelos nach Hause.
Unerwartet klar siegte der Heidelberger Ruderklub mit 61:7 gegen die Neckarsulmer SU. Mit dem kompakten Sturm, glänzend angeführt von Sean Armstrong, ließ der Ruderklub fast nichts zu und punktete selbst in schöner Regelmäßigkeit. Besonders Stürmer Sascha Fraser war für die Unterländer nur schwer aufzuhalten, der Dritte-Reihe-Mann nutzte seine Chance in beeindruckender Manier, war er doch schon in der sechsten Minute für Timo Vollenkemper eingewechselt worden.
Steffen Liebig zeigte abermals große Führungsqualitäten und traf dazu mit acht Erhöhungen. Auch der neue Nationalspieler Felix Lammers war gut aufgelegt und steuerte zwei Versuche bei. In der gezeigten Form wartet für den Ruderklub nächste Woche beim TSV Handschuhsheim ein echtes Spitzenspiel.
Die ersatzgeschwächte RG Heidelberg lag in Pforzheim zur Halbzeit trotz zweier früher Versuche hinten. Trainer Jeff Tigere fand aber die richtigen Worte, denn nach der Pause wirbelten die "Orange Hearts" wie gewohnt. Flinke Pforzheimer hätten beinahe die Wende geschafft, aber die RGH entführte den knappen Sieg.
Zweitliga-Spitzenreiter SC Neuenheim zeigte sich gegen den Tabellensechsten RC Unterföhring in frühlingshafter Spiellaune und erfreute seine Anhänger mit einem 139:0-Sieg, dem neunten Erfolg im neunten Spiel. "Wir sind auf einem guten Weg", fand Trainer Alexander Widiker, nachdem das Vorrundenspiel bei den bayerischen Medienstädtern "nur" mit 80:7 gewonnen worden war. Die wehrten sich tapfer, hatten aber keine Chance, Punkte zu erzielen.
Dem SCN-Team gelangen 20 Versuche durch 13 verschiedene Spieler. Leo Becker lief drei Mal ins Münchener Malfeld. Oliver Paine vertrat den beruflich in den USA weilenden Chef-Kicker Alexander Klewinghaus und traf mit 16 von 20 Erhöhungen. Der gute Stuttgarter Schiedsrichter Stefan Lembach ahndete ein wiederholtes Unterföhringer Abseitsspiel mit einem Strafversuch, was die restlichen sieben Punkte ergab. Beim SCN feierte der 19-jährige Erste-Reihe-Stürmer Damian Calitz aus Südafrika ein gelungenes Debüt.
Hoch zufrieden war Thomas Kurzer. Nicht nur, weil der HTV den Stuttgarter RC mit 56:0 dominierte, sondern vor allem über die Art und Weise. "Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", schwärmte der Trainerfuchs. In den restlichen Spielen sollen weitere Siege her.

