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Rugby-WM-Qualifikation in Heidelberg: So weit wie nie zuvor

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Von Claus-Peter Bach

Heidelberg. Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat am Samstag in Heidelberg gegen B-Europameister Portugal mit 16:13 (3:6) Punkten gewonnen und damit erstmals in der 118-jährigen Verbandsgeschichte die dritte Runde der WM-Qualifikation erreicht. Sollte die Fünfzehn der beiden Trainer Pablo Lemoine und Kobus Potgieter auch aus den beiden nächsten Spielen gegen Samoa - am 30. Juni in der Südsee und am 14. Juli in Deutschland - als Gesamtsieger hervorgehen, wäre die erstmalige Teilnahme an einem WM-Turnier 2019 in Japan geschafft.

Sollten sich die Samoaner, gegenwärtig auf Platz 16 der Weltrangliste, gegen die Deutschen (Rang 29) durchsetzen, hätte das DRV-Team noch eine weitere (kleine) Qualifikationschance als Sieger eines Vierer-Turniers im Herbst 2018, an dem außerdem ein Team aus Amerika, ein Team aus Afrika und der Sieger eines Asien - Ozeanien-Qualifikationsspiels teilnehmen werden.

Die deutsche Mannschaft, die erstmals seit den zerstörerischen Querelen zwischen dem langjährigen Mäzen Dr. Hans-Peter Wild und der Verbandsspitze wieder in Bestbesetzung angetreten ist - womit ein erster wichtiger Schritt zur Befriedung getan und sichtbar wurde, wie stark das deutsche Rugby sein könnte, wenn alle Beteiligten an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen -, hat das Spiel gegen die quirligen und in jeder Sekunde gefährlichen Portugiesen verdient gewonnen und hätte den Sieg aufgrund einer eklatanten Überlegenheit der mächtigen Stürmer viel früher perfekt machen müssen und deutlich höher siegen können. Spielentscheidend war, dass die Deutschen die besseren ersten und letzten zwanzig Minuten und in Innendreiviertel Raynor Parkinson endlich wieder seinen großartigen 100-Prozent-Kicker hatten.

Der Kickspezialist des deutschen Meisters Heidelberger Ruderklub setzte den Ball bei drei Straftritten und einer Erhöhung auf das Kickhütchen und brachte alle viel Bälle ins Goal. Die Erhöhung von ganz links außen und der siegbringende Straftritt beim Stande von 13:13 acht Minuten vor dem Schlusspfiff aus 46 Metern waren kostbare Kunststücke, die auf den Rängen des mit 2400 Zuschauern gut gefüllten Fritz-Grunebaum-Sportparks "la ola" auslösten.

Überhaupt war das Publikum mit vielen netten Portugal-Fans beim ersten Länderspiel seit November 2015 im "Wohnzimmer" der deutschen Nationalmannschaft vergnügt und von der tadellosen Organisation durch die Rudergesellschaft Heidelberg und die Stadt Heidelberg einverstanden. Aufgrund der sehr kurzfristigen Ansetzung des Spiels nach der Disqualifikation von Rumänien, Spanien und Belgien, die in der EM nicht spielberechtigte Akteure eingesetzt hatten, ist die organisatorische Leistung des RGH-Teams um Nick Kunze nicht hoch genug zu loben.

Von zahlreichen Nachwuchsspielern aus Bayern, Hessen und Heidelberg aufs Feld geführt, zeigten beide Mannschaften eine kämpferisch exquisite Leistung; besonders in der Defensive waren die Iberer den körperlich überlegenen Deutschen ebenbürtig, was Trainer Martim Aguiar betonte. Aus ihrer glasklaren Überlegenheit im angeordneten Gedränge, an der eindeutig beherrschten Gasse und im offenen Sturmspiel machten die Deutschen allerdings zu wenige Punkte. Drei Mal scheiterte die Mannschaft in Pick-and-go-Situationen Zentimeter vor der portugiesischen Mallinie. In zwei Situationen beim Stande von 0:0 wäre es klüger gewesen, Parkinson das Hütchen zu präsentieren anstatt den Ball ins Seitenaus zu kicken. Frühe Punkte sind immer gut für die Nerven.

Dass die deutsche Dreiviertelreihe keinen guten Tag hatte, lag daran, dass sie seit November nicht zusammengespielt hat und im Angriff zu flach gestaffelt war. Die Verbinder Hagen Schulte und Christopher Hilsenbeck hatten durchaus gute Ideen und wollten Schwung in die Angriffe bringen, aber viele Vorwürfe machten die guten Absichten zunichte. So fiel der einzige deutsche Versuche nach einem listigen Durchbruch von Sean Armstrong. Jarrid Els vollendete das Werk und hechtete am Eckfähnchen ins Malfeld.

Deutschland: Mathurin (Heidelberger RK, 41. N. Klewinghaus/SC Neuenheim) - Coetzee (HRK), Ducau (Stadoceste Tarbais), Parkinson (HRK, 75. Menzel/RC Vannes), Oltmann (US Carcasonne) - Schulte (HRK, 51. Hilsenbeck/Vannes), Armstrong (HRK) - Otto (HRK), Els (HRK, 70. Vollenkemper/HRK), Schramm (HRK, 20. Henn/Neckarsulmer SU) - Ferreira (HRK), Marks (RC Rochelais-Atlantique) - Füchsel (HRK, 54. Dickinson/RG Heidelberg), Tyumenev (RC Strasbourg, 50. Fairhurst/Neckarsulm), Nostadt (Kapitän/RC Aurillac, 68. Schröder/HRK).

Portugal: Guedes - Appleton, Freudenthal, Ribeiro, Esteves - Rodrigues, Queiros - Villax, Roux, Santos (Kapitän) - Uva, J. Sousa - Rocha, Diniz, Fernandes. - Eingewechselt: Medeiros, Mascarenhas, Mcsullea, F. Sousa, Vieira, Rerreira, Andreu, Taveira.

Schiedsrichter: Foley (England); Zuschauer: 2400; Punkte: 3:0 (6.) Straftritt Parkinson; 3:3, 3:6 (24., 29.) S Rodrigues; 3:13 (49.) Versuch Roux + Erhöhung Rodrigues; 10:13 (52.) V Els + E Parkinson; 13:13, 16:13 (64., 72.) S Parkinson.

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